bei der augenblicklich angewendeten Statistikschönrechnereipolitik das kalte Kotzen.
Um es mal mit den Worten eines ganz normalen Unterschichtbürgers mit mittlerer Reife, Wahlrecht und Steuerkarte zu formulieren.
Diese Art der Manipulationspolitik stinkt zum Himmel.
Unsere Meinungs- und Gesetzesmacher, bestehend aus Lobbyisten, Politikern und Finanzhaien sollten langsam mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück kommen.
Ich schliesse mich dem Großteil der Kommentare an die hier bereits vorliegen.
Allerdings halten es die meisten für viel zu nett formuliert.
In Deutschland ist es bereits zu duster um ein solches Pampflet mit nett formulierter Diplomatie zu kommentieren.
Ich kann mir nur noch an den Kopf fassen bei der Entwicklung der letzten 20 Jahre.
Diejenigen die damals revolutionäre und moderne Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wollten sind heute die Totengräber die sich an altbackenen Klischees festhalten.
Ein hoch auf den Kapitalismus. Er ist schön, aalglatt und immer genau so zu verdrehen, wie es einem am meisten nutzt. Und da zetert man gegen Herrn Klars Einstellung.
Ich darf doch mal laut lachen. Die halbe Bevölkerung dürfte ist seiner Meinung sein wenn man das hier liest.
"Ohne weiter ins Detail zu gehen ergibt sich daraus, daß die Staatsquote über alles bereits bei knapp 60% angelangt ist, [...]"
Auch wenn es ja schick geworden ist, dem Staat an allem und jeden die Schuld zu geben und sich zu echauffieren, dass er zu groß ist sollte man bei den Fakten bleiben:
Die Staatsquote in Deutschland lag 2005 bei 46,8 Prozent* und nicht bei 60 Prozent, wie Sie schreiben. Damit liegt Deutschland im Vergleich mit anderen Länder der alten EU im unteren Mittelfeld.
*) Quelle: Statistisches Bundesamt
http://www.destatis.de/basis/d/fist/fist028.php
Es ist schon klar, dass unsere Meudalherren seit Jahrzehnten viel dafür tun, dass die Meinung in der Öffentlichkeit "stimmt": "Der Bevölkerung geht es gut. Der Aufschwung ist da. Fußballprofis sind die Reichen in unserem Land. usw." Was wirklich heute reich ist, wird so gut es geht verschleiert (s. "Die Stundenlöhne der eichsten Deutschen.").
Aber, dass Paul Nolte auch zu diesen bezahlten Meinungsmachern der Meudalherren gehört, ist mir neu. Das erklärt maches!
das Grundmaterial dieser statistiken ist von 1985
allein berlin hat etwa 250.000 dateileichen.
die unsicherheit dieser zahlen liegt nicht im kommabereich sondern im hohen einstelligen prozentbereich.
von daher bitte immer die statistische unsicherheit für z. B. 95% richtig angeben.
zum zweiten wissen unsere behörden wirklich, was unsere deutschen reichen offshore gelagert haben ??
unsere oberen 10% investieren in china und co. und die untere hälfte gibt dafür ihre industriearbeitsplätze ab und wird zum 400Euro-jobber.
wie da alles gleich sein soll bei 1 million kinder in der sozialhilfe, das bleibt den forschern und der faz unbenommen.
In zukunft wird sich ja vieles lösen, wenn der Staat seinen besitzenden Bürgern der Mittelschicht die Schulden zurückgibt, indem er sie nicht mehr bedient oder entinflationiert.
Bei 8-10% Geldmengenwachstum jedes Jahr und "gemessener" Inflation von 2% und daran gekoppelten Löhnen und Renten kommt da ja bald alles in Ordnung für die oberen 10% die 50% unseres Staates besitzen.
Denn das haben Statistiker nicht vorgestellt, neben Einkommen zählt der Besitz.
Wer ein Haus besitzt muss keine Miete zahlen und hat bei gleichem Einkommen netto erheblich mehr.
Manipulation oder Info?
Es ist beschämend, wenn gerade eine Zeitung wie die FAZ zunehmend auf meinungsbildende Institute zurückgreifen muß, die nichts Anderes als politische Gehirnwäsche betreiben. Ist die FAZ nicht mehr imstande, selbst zu recherchieren?
Die Fakten sprechen für Deutschland eine ganz andere Sprache, wenn wir uns nur die Daten des Statistischen Bundesamts vor Augen führen. Ohne weiter ins Detail zu gehen ergibt sich daraus, daß die Staatsquote über alles bereits bei knapp 60% angelangt ist, daß im Wettbewerb deshalb bereits die großen Staatsbetriebe in die Pleite marschieren, daß der Staat in Deutschland immer mehr Macht und Geld erhält und sein Budjet weiter aufblähen wird, weil höhere Steuereinnahmen dazu benutzt werden, höhere Schulden zu machen. Dies wiederum beschleunigt die Abhängigkeiten von Fremdkapital mit allen Risiken. Darum kommen wir nicht umhin, weitere kräftige Steuererhöhungen auferlegt zu bekommen.
Mit dem Geld, das den Betrieben am Ende netto in der Kasse bleibt, können dann nicht mal die Umwelt-Autoplaketten bezahlt werden, mit deren Erlös laut Herrn Gabriel das Ausland unterstützt werden soll, das sich nicht den Komfort des Umweltschutzes wie bei uns leisten kann. Der Mittelstand geht nicht unter, er wandert aus!
Die akademische Elite erklaerte vor ein paar Jahrzehnten in theoretisch brilliant ausgearbeiteten Buechern wie boese und ausbeuterisch der Kapitalismus ist. Leider fanden die meisten Menschen den Kapitalismus aber ziemlich angenehm in diesem Land - sie hatten sogar die Erfahrung gemacht, dass es Ihnen gut geht und die Zukunft eher noch besser wird.
Die Antwort der Professoren war, dass die Menschen das falsche Bewusstsein besitzen und Ihnen ob des Ueberflusses Ihre wahren Beduerfnisse verloren gegangen sind. Die Leute waren einfach zu bloed um zu merken wie schlecht es Ihnen ging.
Heute machen viele Menschen die Erfahrung, dass es Ihnen eher schlechter geht als Ihren Eltern hinsichtlich Beruf und Familie, Eigenheim, Planungsicherheit, und dass obwohl sie eine weitaus bessere Ausbildung besitzen - viele Menschen schauen eher skeptisch in die Zukunft und sind kritisch geworden, dass es wenigen immer besser geht aber vielen schlechter.
Doch sie haben wieder einmal nichts verstanden. Zum Glueck haben wir Think Tanks die uns erklaeren, dass wir das falsche Bewusstsein besitzen und in Wahrheit alles super ist.
Wurde frueher nicht verstanden wie boese Kapitalismus ist, so verstehen wir heute nicht wie toll das alles ist.
... aber das eine Stiftung wie die Herbert-Quandt-Stiftung – dazu noch mit jemandem wie Paul Nolte – zu einem solchen Ergebnis kommt, überrascht jetzt doch wohl nicht wirklich?
Mir ist erst vor zwei Wochen eine Untersuchung über den Weg gelaufen die behauptet, in Deutschland gäbe es gar keine Armut(!). Und jetzt kommt eine Untersuchung daher die uns erklärt, das die zunehmenden Spaltung in Arm und Reich und der Ausdünnung der Mittelschicht nur in unseren Köpfen existiert.
Empirische Untersuchungen „beweisen“ ja bekanntlich immer genau das, was ich bewiesen haben möchte. Zu welchem Ergebnis wäre beispielsweise ein gewerkschaftsnahes Institut wie die Hans-Böckler-Stifung gekommen? Würden Sie dem mehr Glauben schenken?
Ich verstehe diese Untersuchung der Herbert-Quandt-Stiftung eher als flankierende PR-Maßnahme dieses ThinkTanks. Die Stiftung ist dem Thema Sozialabbau ja nicht gerade abgewandt. Und diese Untersuchung soll uns zeigen: „Seht her, ist ja alles nicht so schlimm …“
Zitat:
"Als Mittelschicht definiert Ifo-Forscher Werding
Menschen mit gehobener Berufsqualifikation (in der Regel Studium)
und einer entsprechenden beruflichen Stellung als Angestellte in Leitungsfunktionen."
Wenn man den Mittelstand, die Mittelschicht der Gesellschaft, so eng begrenzt, dann mag die Aussage "Die Mittelschicht rutscht nicht ab" stimmen.
Aber wieviele Haushalte umfaßt diese Gruppe leitender Angestellter? Darüber schweigt Ifo-Werding wohlweislich. Und das ist nicht seriös.
Wer beim Altmeister Dahrendorf Soziologie studierte und die Schichtung der Gesellschaft, für den ist die Mittelschicht viel breiter angelegt, und dort treten heute auch Ängste um die Existenz, um die Zukunft auf. Werdings Gruppe gehört eher zur unteren Oberschicht.
Aber die Regierung der Großen Koalition braucht wohl solche Gutachten dringend, um vom eigenen Versagen bei der Stabilisierung der Gesellschaft abzulenken.
Michael Ruoff
Nationalökonom
Brüssel - Europa