11. Oktober 2005 Fußball und Kommerz sind nicht mehr zu trennen. Dabei zeigt sich immer mehr, daß der sportliche Erfolg käuflich ist.
Langfristig haben Vereine wie der FC Bayern München oder Chelsea London größere Erfolge als der SC Freiburg oder der FC Everton. Doch Ligen ohne Spannung ziehen keine Zuschauer mehr an.
Sportlich konnten die kleinen Vereine nicht aufholen
Deshalb unterstützen die großen Vereine, wenn auch halbherzig, die Umverteilung über die Fernsehgelder. Tatsächlich hat sich der ökonomische Abstand zwischen den reichsten und den ärmsten Vereinen in der Bundesliga verringert. Aber sportlich konnten die kleine Vereine nicht aufholen. Heute gelingt es einer Mannschaft aus dem unteren Tabelldrittel nicht mehr, einen Spitzenverein zu schlagen, klagte der Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt, Heribert Bruchhagen nach einer Niederlage. Vor 20 Jahren sah das noch anders aus.
Ökonomen zeigen, daß ein signifikanter Zusammenhang besteht zwischen Entlohnung von Spielern und Trainer und dem sportlichen Erfolg. In anderen Ländern ist der Fußballmarkt stärker reguliert, zum Beispiel in Amerika: Die Gehälter sind gedeckelt, die schwächsten Vereine dürfen den besten Nachwuchs verpflichten.
Keine deutschen Spieler mehr in der Startelf
Ökonomische Zusammenhänge wirken sich auch auf den Erfolg der Nationalmannschaft aus: Seit der Öffnung der Fußballmärkte hat die Zahl der ausländischen Spieler in der Bundesliga stark zugenommen. Im Extremfall führt dies dazu, daß in einer Bundesliga-Elf keine deutschen Spieler mehr auflaufen, wie bei Energie Cottbus geschehen. Diese Strategie funktioniert, weil sich die Zuschauer mit dem Verein identifizieren - unabhängig von der Herkunft der Spieler.
Die nackten Zahlen zeigen deutsche Stärken und Schwächen: In Deutschland fehlt es an guten Stürmern, deshalb liegt der Anteil ausländischer Angreifer stark über dem Anteil ausländischer Spieler allgemein. Genau andersherum sieht es bei den Torhütern aus. Für den deutschen Nachwuchs wird es immer schwerer, sich im Kampf um die Stammplätze gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Dadurch droht zumindest auf längere Sicht die Qualität der deutschen Nationalmannschaft zu leiden. Ökonomen glauben aber, daß eine Abschottung des Spielermarktes das Problem nicht lösen würde.
Text: FAZ.NET
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