Bezahlfernsehen

Murdoch stockt bei Premiere auf

Der Medienkonzern News Corp baut seinen Einfluss beim Bezahlsender Premiere aus

Der Medienkonzern News Corp baut seinen Einfluss beim Bezahlsender Premiere aus

21. Februar 2008 Murdochs amerikanischer Medienkonzern News Corp. gab am Donnerstag bekannt, er habe seine Beteiligung an dem Bezahlsender Premiere von 14,6 Prozent auf 19,9 Prozent erhöht. Murdoch war Anfang Januar bei Premiere eingestiegen. Ein mit der News Corp. verbundenes Unternehmen kaufte damals für 287 Millionen Euro das Anteilspaket von Kabelnetzbetreiber Unitymedia.

Schon damals wurde spekuliert, dass der Medienmogul weiter aufstocken könnte. „Wir sehen noch großes Potenzial im deutschen Pay-TV-Markt und sind davon überzeugt, dass der Zeitpunkt für eine Beteiligung am führenden deutschen Anbieter Premiere jetzt ideal ist“, hatte der gebürtige Australier den Schritt begründet.

Herausforderung Bundesliga

Premiere-Großaktionär Rupert Murdoch

Premiere-Großaktionär Rupert Murdoch

Premiere-Chef Michael Börnicke äußerte sich zufrieden über Murdochs Aufstockung. „Wir sehen das Engagement der News Corporation als positives Signal - sowohl für die Attraktivität von Premiere als auch für die Wachstumsmöglichkeiten von Pay-TV im deutschsprachigen Raum. Das Engagement liegt im operativen und strategischen Interesse von Premiere“, erklärte er. Die Premiere-Aktie schloss gut vier Prozent im Plus bei 15,12 Euro.

Eine große Herausforderung für Premiere ist in diesem Jahr der anstehende Bieterprozess für die neuen Übertragungsrechte des Zugpferds Fußball-Bundesliga. Der einstige Medienzar Leo Kirch tritt dabei als Zwischenhändler auf. Bei der letzten Vergabe war Premiere leer ausgegangen und kämpfte anschließend um den Verbleib der Abonnenten.

Mehrere Anläufe für Murdoch

Über eine Kooperation mit Rechteinhaber Arena, einer Unitymedia-Tochter, kann Premiere die Bundesliga inzwischen aber wieder anbieten. Über diese Vereinbarung war Unitymedia im Februar 2007 auch in den Besitz des Premiere-Anteils gekommen. Das Bundeskartellamt hatte verfügt, dass Unitymedia die Beteiligung spätestens bis zum Ablauf der Vereinbarung Mitte 2009 wieder verkaufen müsse.

Murdoch war damals nach mehreren Anläufen der Wiedereinstieg in den deutschen Medienmarkt gelungen. Der Australier mit amerikanischem Pass war Anfang des Jahrzehnts bereits einmal Gesellschafter bei Premiere gewesen. Durch den Zusammenbruch des Medienimperiums von Leo Kirch - zu dem Premiere damals gehörte - musste er sich zunächst wieder vom deutschen Markt verabschieden. 2006 hatte er auch eine Übernahme des TV-Konzerns ProSiebenSat.1 erwogen.

Marktführer in Großbritannien und Italien

Vor allem in Großbritannien und Italien liegt Murdoch beim Pay-TV bereits vorn. In Großbritannien hält die News Corp. 39 Prozent an BSkyB, der führenden PayTV-Gruppe mit mehr als 8,8 Millionen Abonnenten. In Italien ist SKY Italia mit mehr als vier Millionen Kunden eine 100-prozentige Tochter.

Premiere ist der führende Pay-TV- Anbieter in Deutschland und Österreich und hat ebenfalls mehr als vier Millionen Kunden

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: ddp, dpa

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