EU dringt auf höhere Erdölförderung

20. Mai 2004 TEHERAN/KAIRO/BRÜSSEL, 20. Mai (Dow Jones-vwd/Reuters). Die EU hat die Ölförderländer und insbesondere Saudi-Arabien aufgefordert, ihre Produktion zu erhöhen, um die hohen Ölpreise zu senken. "Wenn es nicht zu einer Erhöhung kommt, werden wir klar erkennen, daß die Opec nicht an Stabilität der Ölpreise interessiert ist", sagte EU-Energiekommissarin Loyola de Palacio. Unterdessen hat Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) in Kairo für einen sparsameren Einsatz von Erdöl in den Industriestaaten plädiert. Der hohe Ölpreis werde für die Weltkonjunktur und damit auch für die deutsche Wirtschaft gefährlich, sagte Clement. "Wir sind an der Schwelle, an der der Ölpreis auch die Exporte gefährdet. Der iranische Ölminister Bijan Zanganeh äußerte indes Zweifel, daß eine höhere Förderung der Opec (Organisation erdölexportierender Länder) zu sinkenden Ölpreisen führen werde. "Es ist keineswegs klar, daß eine Entscheidung für eine erhöhte Produktion einen realen Einfluß auf die Preise haben wird", sagte der Minister am Donnerstag. "Es wäre ein symbolisches, positives Signal der Förderländer an die Konsumenten und würde auf kurze Sicht keine Wirkung entfalten." Die Ölminister der Opec treffen sich am Samstag in Amsterdam. Dort wollen die Delegierten den Vorschlag Saudi-Arabiens erörtern, die Förderung um mindestens 1,5 Millionen Barrel pro Tag zu erhöhen. Die Wahrscheinlichkeit, daß die Opec dabei endgültig über eine Förderanhebung entscheide, sei sehr gering, sagte Zanganeh.



Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.05.2004, Nr. 117 / Seite 12

 
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