Über Geschmack läßt sich ja trefflich streiten, über Verfall und Unsauberkeit, technische Mängel und bauliche Gefahren aber nur schwerlich. Von daher ist das schon ein Thema. Vielleicht gibt es - um dem Thema Geschmack zuleibe zu rücken - auch einmal eine Misterwahl des schönsten Bahnhofs. ;-)
Dasselbe sollte man einmal mit Schulen machen, die im Gegensatz zu Bahnhöfen jeder in Deutschland benutzen muß: Die deutschen Schulbunker verdienten eher eine solche kritische Betrachtung, denn da muß man nicht nur einmal kurz - sondern jahrelang "durch".
Der Bahnhof Hamburg-Altona: ein ganz arges Beispiel fuer die Verschlimmbesserungen der 1970er (!) Jahre. Man vergleiche den Originalzustand:
http://www.bahnhofsbilder.de/hamburg/altona/altona-ansichtsk-02.jpg
mit dem von heute:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/12/Bahnhof_Hamburg-Altona_Au%C3%9Fenansicht.jpg
Auch spannend wäre, die Bahnhöfe in Remscheid und in RS-Lennep zu besuchen. In Remscheid wird das Gebäude neu gebaut! (etwa vor einem Jahr wurde das alte marode Gebäude komplett zerstört)
Als Frankfurter Zeitung hätten die FAZ auch mal den Bahnhof Frankfurt-Ost oder Eschersheim (bahntechnisch nur noch Haltepunkt) zeigen können... starker Kontrast zum herausgeputzten Hauptbahnhof.
Wollte nur mal sagen : gigantisch gute Fotostrecke. Wenn man selbst schon gruselige Erfahrungen mit solchen Bahnhöfen gemacht hat und sich fragen musste, wo die Welt wieder anfängt, nachdem man sie an diesen Orten tatsächlich vermisste,sind die Bilder von therapeutischem Wert.LoL.
Also, wer mit der niederlandischen Bahn durch Holland fahrt, wird sehen, wie entwicklungsfahig und schon Bahnhofe gestaltet werden konnen. Niederlandische Bahnhofe haben bereits die Anforderungen des 21. Jahrhunderts erfullt. Deutsche Bahnhofe brauchen Schonheitskuren und neue beispielhafte Funktionen. Wer durch Holland per Bahn fahrt, sieht auch, in wieweit sich die Niederlande entwickelt haben und das Deutschland sicherlich, was Bahnhofe anbelangt, 20-25 Jahre hinterher hinkt. Alte Bahnhofe konnen auch ein bischen aufpoliert werden, was nicht so wahnsinnig teuer ware und schlage vor, das die Nachbarschaft Blumen und Pflanzen und Malereien durchfuht und hoffe nur, das nicht wieder irgendwelche unsinnige Gesetze aus Brussel ....
Der artikel verweist auf die baufälligen Bahnhöfe ohne darauf einzugehen wo die Ursachen zu suchen sind. Die Staatsbahnen (Bundesbahn wie Reichsbahn) haben wegen Mangels (da an Geld, dort an Baustoffen) die Gebäude auf Verschleiß gefahren. Das rächt sich jetzt, denn wo ein Betreiben einer an und fürsich intakten Infrastruktur bezahlbar wäre, rechnet sich für die DB nunmal eine grundständige Sanierung nicht. Das verschweigt der Artikel. Aber es ist ja einfacher auf die Bahn einzudreschen (und ein Hobby der FAZ Redakteure).