Mobilfunk

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Von Dyrk Scherff

Mit der richtigen Vorwahl wird's günstiger

Mit der richtigen Vorwahl wird's günstiger

15. Januar 2007 Für 15 Cent in der Minute mit dem Handy telefonieren? Nur drei Cent für eine SMS? Das geht sogar, ohne den bisherigen Mobilfunkanbieter zu wechseln: in Kombination mit einem Dienstleister. Die Rufnummer bleibt erhalten, und es gibt keine Mindestumsätze oder Grundgebühren.

"Das sind attraktive Angebote für Leute, die häufiger mit dem Handy telefonieren", schwärmt René Scharrer vom Marktbeobachter Verivox. Die Dienstleister arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip: Sie schalten sich als Vermittler in die Gespräche ein.

Dabei wandeln sie teure Gespräche von Handy zu Handy in günstige Festnetztelefonate vom Handy zum Dienstleister um und leiten sie zum Angerufenen weiter. Für den Service verlangen sie eine minutenabhängige Gebühr, die aber meist günstiger ist, als wenn der Kunde direkt über seinen Anbieter telefoniert.

Knapp 50 Prozent Ersparnis

Unter den Dienstleistern gibt es einige technische und preisliche Unterschiede. Bei Sparruf.de muss der Kunde dazu die Festnetznummer 0355-4949 vor die Telefonnummer setzen, die er erreichen will. Neben den Gebühren von Sparruf kommen dann noch die Kosten hinzu, die der Mobilfunkanbieter für den Anruf der Sparruf-Nummer berechnet. Wer eine Flatrate besitzt, zahlt dafür nichts. Dann sparen die Nutzer bei einem Gespräch in ein fremdes Mobilfunknetz bis zu knapp 50 Prozent gegenüber einem Anruf ohne Vermittler. Ins Netz des eigenen Anbieters sparen sie deutlich weniger oder gar nichts.

Aber auch ohne Flatrate lohnt sich die Vermittlung oft, vor allem für Gespräche ins Handynetz - abhängig vom Vertrag mit dem Anbieter. Für Telefonate ins Festnetz ist das sinnvoll, wenn die Sparruf-Nummer günstiger als andere Festnetzanschlüsse zu erreichen ist, etwa, weil sie Wunschnummer ist. Voraussetzung fürs Sparen: Interessenten müssen sich einmalig unter 03 55-494 90 49 registrieren. Die Vermittlung dauert wenige Sekunden, eine zusätzliche Software auf dem Handy ist nicht nötig, allerdings muss bei jedem Anruf die Sparruf-Nummer gewählt werden.

Software nötig

Das ist bei den Konkurrenten anders. Cellity, Smart2talk und Jajah benötigen eine kleine Software, die auf das Mobiltelefon gespielt werden muss. Vorteil: Bei Cellity und Smart2talk leitet die Software den Anruf nur dann über die Vermittler, wenn der Preis wirklich niedriger ist als bei einem direkten Gespräch. Bei Jajah geht das nicht, da muss der Kunde eine Voreinstellung wählen. Der Zugang zu den Dienstleistern erfolgt über Internet oder über eine Telefonnummer wie bei Sparruf.

In der Web-Variante muss der Anrufer ohne Flatrate zusätzlich zu den Tarifen der drei Dienstleister eine Gebühr an seinen Anbieter bezahlen, die dem Versand eines Datenpakets von ein bis zwei Kilobyte entspricht. Nachteil der Software-Angebote: Nur Handys, die GPRS-fähig sind und schon auf Symbian- oder Java-Basis arbeiten, können genutzt werden. Das sind derzeit nur rund 50 Prozent der Geräte.

Auch bei Auslandsgesprächen billiger

Komfortabel ist bei Cellity und Smart2talk die Software für Symbian-Handys. Hier erfolgt die Einwahl zum Dienstleister automatisch mit dem Einschalten des Telefons, tippen wie bei Sparruf.de ist überflüssig. Bei Java-Handys müssen sich die Kunden vor dem Gespräch einwählen. Bei Jajah entscheidet die Voreinstellung.

Billiger gegenüber Vodafone, T-Mobile & Co. sind die vier externen Dienstleister auch bei Gesprächen ins Ausland. Denn die hohen Roaming-Kosten für die Anrufe entfallen. Gezahlt werden muss nur die Gebühr des Handyanbieters für im Ausland entgegengenommene Gespräche, die deutlich niedriger ist. Smart2talk ermöglicht sogar, auch diese passiven Roaming-Kosten zu sparen, wenn eine Prepaid-Karte des jeweiligen Landes gekauft wird. Die eigene Handytelefonnummer kann dann sogar behalten werden. Zu zahlen sind nur die Gebühr für den Zugang zu Smart2talk und die normalen Smart2talk-Tarife.

Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 14.01.2007, Nr. 2 / Seite 38
Bildmaterial: Ericsson

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