Streiks bei Lufthansa-Töchtern

Mehr als 560 Flüge ausgefallen

07. Juli 2008 Bei Deutschlands größter Fluglinie löst ein Streik den anderen ab. Grund sind die Tarifverhandlungen für die Lufthansa-Beschäftigten am Boden und in der Kabine sowie für die Piloten der Tochtergesellschaften Eurowings und Cityline. Am Montag streikten 1000 Piloten der Tochtergesellschaften. Der Streik, zu dem die Vereinigung Cockpit aufgerufen hatte, hat am Montag an allen deutschen Flughäfen zu Flugstreichungen und Verspätungen geführt.

Bis Mittag seien rund 560 Cityline- und Eurowings-Flüge gestrichen worden, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Dabei handelte es sich um Flüge innerhalb Deutschlands und zu Zielen in Europa. Da viele Regionalflüge eine Zubringerfunktion für die Drehkreuze der Lufthansa in München und Frankfurt haben, erreichten viele Fluggäste ihre Anschlussflüge nicht. Betroffen waren auch die Flughäfen in Nürnberg, Düsseldorf, Hannover, Münster/Osnabrück, Bremen, Dresden, Leipzig/Halle, Stuttgart, Berlin-Tegel, Hamburg, Köln, Paderborn und Friedrichshafen.

99 Prozent für unbefristete Streiks

Die Vereinigung Cockpit fordert für die Piloten beider Fluglinien mehr Geld, hat aber bisher keine konkrete Prozentforderung erhoben. Die Lufthansa hat nach eigenen Angaben ein Angebot gemacht. Dagegen teilte Cockpit mit, in den seit mehreren Monaten laufenden Tarifverhandlungen hätten die Arbeitgeber „keine verhandlungsfähigen Angebote“ vorgelegt. In Urabstimmungen hätten 99 Prozent aller stimmberechtigten Mitglieder für unbefristete Streiks votiert. Schon im Mai und Juni hatten Warnstreiks die Flugpläne von Cityline und Eurowings durcheinandergebracht.

Hintergrund des Tarifkonflikts ist die Absicht der Lufthansa, die Regionalfluggesellschaften mit neuen, etwas größeren Flugzeugen auszustatten. Eine Vereinbarung mit den Gewerkschaften sieht allerdings vor, dass im Fall von Maschinen mit mehr als 70 Plätzen erst mit der Vereinigung Cockpit die Tarifverträge neu zu verhandeln sind oder die Maschinen nur von Piloten der Lufthansa geflogen werden dürfen, die deutlich mehr verdienen als die Piloten der Cityline. Die Vereinigung Cockpit verlangt eine Angleichung der Gehälter. Die Lufthansa lehnt das aus wirtschaftlichen Erwägungen ab. noa.



Text: noa. / F.A.Z.
Bildmaterial: ddp

 
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