
Ich bin ein bekennender West-Berliner, der die Blockadezeit nicht miterlebt hat.
Ich wage zu behaupten, dass eine Diskussion um die Schliessung eines so symboltraechtigen Ortes, wie den Flughafen Tempelhof, in keiner anderen Hauptstadt der Welt gefuehrt werden wuerde. Es wurde schon einmal der unverzeihliche Fehler gemacht, einen Teil der Berliner Geschichte und Identitaet mit dem Abriss des unvergessenen Sportpalastes, zu zerstoeren. Abgesehen von diesen emotionalen Gruenden, gibt es handfeste wirtschaftliche Gruende den Flughafen mit seiner hervorragenden Lage und Anbindung an das Berliner Verkehrsnetz weiter zu betreiben. Tegel ist ungleich schlechter angeschlossen.
Tempelhof fuer die Regionalflugzeuge, BBI fuer das Massengeschaeft waere eine sinnvolle Aufteilung. Andere Weltstaedte Paris ( CDG und Orly ), Rom ( Ciampino und Fiumicino ), New York ( La Guardia, JFK, Newark ) London ( LHR, Gatwick, Stansted und Luton ) und Moskau ( Sheremetjewo, Domededowo ) machen es vor, wie sowas funktioniert. Bemerkenswert finde ich die Kommentare einen nicht genehmen Volksentscheid einfach zu ignorieren. Leben wir inzwischen in Zimbabwe Herr Wowereit ?

Auch die CDU hat in Hamburg schon einen erfolgreichen Volksentscheid ignoriert. Warum sollte man das in Berlin nicht auch dürfen? Nur, weil Frau Merkel möglicherweise Wowereit als Konkurrenten fürchtet, muss sie doch nicht der Stadt Berlin vorsätzlich Schaden zufügen.

..... richtet sich nicht gegen den Regierungsstil von Rot/Rot. Das ist falsch. Erst Rot/Rot hat dem Bürger mehr Einfluss auf politische Entscheidungen ermöglicht. Das sollten sie würdigen. Es geht um die weitere Nutzung des Flughafens Tempelhof und die Gestaltung der Berliner Stadtstruktur. Wer die Lage des Flughafens Tempelhof und dessen Geschichte kennt, versteht die Emotionen. Rot/Rot musste aber eine Lösung findet, die über die nächsten fünf Jahrzehnte und darüber hinaus trägt. Sie haben für Berlin und Brandenburg eine vernünftige Lösung gefunden. In der Sache werden die Bürger Berlins zu entscheiden haben. Ich denke, sie sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Übrigens: Auch wenn die Mehrheit der Berliner dem weiteren Flugverkehr in Tempelhof zustimmt, muss Rot/Rot diesem Votum nicht folgen, wenn es für Berlin einen Schaden befürchten muss. Risiken liessen sich sicherlich auch vertraglich so reduzieren, dass eine Lösung gefunden werden kann, die allen Interessen gerecht wird. Ob der Investor bereit ist auch die Risiken zu tragen, wird man sehen. Genug Geld hat er ja. Das darf aber nicht Massstab des Handeln sein.