“The Free Encyclopedia“ - in gedruckter Form gibt's sie demnächst für Geld

FAZ.NET-Leserdebatte

Wikipedia drucken - ein Irrweg?

Spezial Das Online-Lexikon Wikipedia wird als Buch erscheinen. Eine gute Geschäftsidee oder Betrug an allen, die ihr Wissen für die Idee der freien Enzyklopädie zur Verfügung gestellt haben? Diskutieren Sie mit!

Lesermeinungen zum Beitrag

28. April 2008 11:59

Paid Content lebt

Hans Sch. (womble)

Offenbar gibt es im Verlagswesen verschiedene Tendenzen: Die einen versuchen ihren Printcontent online zu kommerzialisieren, und andere versuchen Inhalte aus dem Netz zu kommerzialisieren - so nun Bertelsmann mit Wikipedia oder (rein online basiert) der GD-Verlag mit User Generated Content auf der Plattform XinXii. Das Thema "Paid Content" scheint also doch nicht tot zu sein...

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26. April 2008 13:55

Das kommt drauf an

B. Keim (bkeim)

Wenn Bertelsmann die Artikel aus Wikipedia, die am interessantesten oder wichtigsten sind in Druckform bring, dann ist dies sicherlich ein guter Ansatz.

Überhaupt nicht zielführend ist eine Haltung, die sich darauf versteift, dass Wikipedia nur online erscheinen dürfe, als ob die Online Enzyklopädie dadurch irgendeinen Schaden nähme. Im Gegenteil. Durch die Einnahmen aus dem Buchgeschäft dürfte sich Wikipedia gut finanzieren lassen. Der Druck und die daraus resultierenden Einnahmen stärkt Wikipedia.

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26. April 2008 08:18

Artikel ist grob irreführend

Gottfried Plehn (plehn)

Der Artikel der FAZ ist insofern grob irreführend, als nicht "Die Wikipedia" (also die deutsche Ausgabe) gedruckt werden soll, sondern ein winziger Ausschnitt mit angeblich aktuellen Stichworten. Vermutlich also rund 0.1 Prozent der Inhalte.

(Anm. d. Red.: Nichts anderes als das wird in den Beiträgen im vorliegenden Spezial behauptet.)

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25. April 2008 20:26

Demokratisches Wissen?

Rainald Maaß (dr.maass)

Und noch noch gedruckt, schwarz auf weiß, damit es jeder weiß. Dann greif ich doch lieber zu Brockhaus oder Meyer, oder wenn ich es digital brauche: http://www.brockhaus.de/

Ein manipulierbares Lexikon, in welchem bekannte "Persönlichkeiten" Informationen über sich unterbinden, ... Es gibt in Wikipedia sicherlich gute Artikel; wenn ich aber auf Nummer Sicher gehen will, und für einen wissenschaftlichen Beleg, da verbietet sich Wikipedia.

Dr. iur. Rainald Maaß, Heidelberg

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25. April 2008 16:06

Ist die Enzyklopädie als "Hardware" nicht unlängst eingestaubt?

Daniel Ragusa (Acajou)

Ist Wikipedia nicht unter anderem daran schuld, dass kaum mehr jemand einen Brockhaus (oder ein Äquivalent) im Haushalt stehen hat? Löst das virtuelle Wissen nicht schon seit langem das gedruckte ab?

Mir ist beim Recherchieren nach Wissen doch die schnelle Variante über die Suchmaske, mit gleichzeitiger Verlinkung auf z.T. noch detailreichere Verweise, um einiges lieber, als das Durchwälzen eines unheimlich schweren Buches, nach einem Wort unter Tausenden.

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25. April 2008 11:41

Den Sinn verkannt

Marco Prehler (marco-ffm)

Wikipedia lebt von seiner Aktualität. Und in dieser ist die Online-Ausgabe jeder Print-Version um Längen voraus. Wikipedia zu drucken kommt einem Festsurren gleich, welches den Geist der freien Enzyklopädie verkennt.
Ein Blick auf Tausende von Autoren, die sich auf Grund von fehlender direkter Gewinnbeteiligung vor den Kopf gestoßen fühlen, sollte den Zweifel stützen.

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24. April 2008 16:37

Aufregung Schwachsinn - längst schon gewesen!

Johann Schulz-Gebeltzig (johannsg)

Wikipedia bzw. Teile davon sollten/wurden schon mehrfach gedruckt. Und auf DVD herausgegeben.

Damals hat sich keiner beschwert, warum nun?

Vor allem da hier nur die Zusammenfassungen der Artikel gedruckt werden.

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24. April 2008 15:55

Verschwendet nicht unsere Ressourcen!

Hans Henke (HenkeHans)

Ungeachtet der unvergüteten Texte wird ein gedrucktes Wikipedia schon hoffnungslos veraltet sein, wenn es in einer Buchhandlung auftaucht. Aber bis dahin wurde viel Papier, CO2 und sogar Erdöl für die Auslieferung verbraucht.
Wir kennen das Problem doch von den Zeitungen ;-) Heute um 11 Uhr passiert etwas Entscheidendes, dann sehe ich es in meinem RSS-Reader oder auf einer entsprechenden Homepage im Netz. Am Abend wird das den Offlinern in der Tagesschau präsentiert. Und morgen, also einen Tag später, ziert es die Seite 1 von fast allen Tageszeitungen der Nation. Da muss man den Glauben an bedrucktes Papier verlieren.
Mit einem Nachschlagewerk ist es wie mit den Zeitungen, ein Telefonbuch ist auch ein Beispiel. Ist Online schon alles aktualisiert, steht das Buch noch immer als Staubfänger oder idealerweise als Schallschutz im Regal - mit den teilweise alten und falschen Inhalten.
Es sollte strenger hinterfragt werden, was auf Papier gedruckt wird, damit junge Generationen nicht jedes Papier als Spam empfinden und Steuermittel in solch befremdliche Aktionen wie die "Nationale Initiative Printmedien" gesteckt werden.

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24. April 2008 13:58

Einfrieren

Holger Hoeffgen (JochenMohl)

Ich bin dafür eine Kuh einzufrieren denn dann bleibt die Milch länger haltbar.
Das wäre genauso schlau wie Wikipedia als Buch herauszubringen.

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24. April 2008 11:43

Was zählt, ist die Verbreitung freien Wissens

Karsten Cascais (karstencascais)

Keine Frage, ein gedrucktes Wikipedia ist kein Wikipedia. Auch ist zu vermuten, dass schlicht Wikipedia in seinen in traditioneller Weise lexigraphisch verwertbaren Teilen schlicht ausgeschlachtet werden wird, zudem unter Ausnutzung einer mittlerweile weltbekannten Marke. Aber, das sollte die entscheidende Frage sein, schadet es oder fördert es gar die dem Wikipedia-Projekt zurunde liegende Grundidee: Wissen kostenlos jedermann, der will und sich interessiert, zugänglich zu machen. Dem aber dient auch eine Veröffentlichung als Buch, das schon allein wegen der Herstellungskosten natürlich einen Kaufpreis hat. Nur steht der Inhalt auch dieses Werkes unter der Wikipedia-Freilizenz, das heisst, es kann wiederum von jedermann nachgedruckt werden. Damit entfällt eine der wesentlichen Schranken in Büchern verbreiteten Wissens: das Urheberrecht. Somit kann man eine Buchveröffentlichung auch als eine Verbreitung der Grundideee von Wikipedia (alles Wissen frei zu machen) in einem ihr bisher verschlossenen Medium verstehen. Ein jedes solches Buch wird weniger aktuell, weniger vollständig und den für Wikipedia so wichtigen Querlinks unzugänglich sein. So bleibt des dann ein Anreiz oder vielleicht auch eine Anleitung für das echte Wikipedia.

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24. April 2008 10:15

Wirklich Wikipedia?

Thomas Weyand (ThomasWeyand)

Es steht zu befürchten, daß die Käufer des Buches lediglich die Nachteile von Wikipedia kaufen, ohne die Vorteile nutzen zu können.

Wikipedia nennt sich selbst das Wissen der Menschheit. Tatsächlich ist dieses Wissen vielfach nur mit Vorsicht zu genießen. Autoren mit unbekanntem Hintergrund und unbekannter Motivation schreiben ihr "Wissen" nieder, oft irgendwo abgeschrieben. Dem ist jedes normale Lexikon überlegen, wo Experten für die Richtigkeit der Informationen einstehen.

Seine Vorteile bezieht Wikipedia aus seinem Medium, dem Internet.

Wikipedia ist nicht nur Ergebnis, sondern Darstellung des Schöpfungsprozesses. In Historie und Diskussionsseiten kann man detailliert die Entstehung des Artikels und die Auseinandersetzungen um seinen Inhalt nachvollziehen. Wikipedia mag eine dubiose Quelle in Hinblick auf die Frage sein, was die Menschheit weiß, es zeigt aber (insbesondere in der englischen Version, wo Menschen aller Kontinente mitwirken und ihre Konflikte austragen), wie und was diese Menschheit denkt.

Auch ist Wikipedia oft topaktuell.

Genau diese Vorteile vermittelt aber eine gedruckte Version nicht. Sie zeigt eine veraltete Momentaufnahme mit ihren Fehlern, aber ohne Entstehungsgeschichte.

Also wirklich Wikipedia?

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24. April 2008 09:41

Völliger Schwachsinn

Thomas Berger (tberger)

Wikipedia funktioniert aus zwei Gründen

1. Schneller und einfacher Zugriff. Beispiel Kneipengespräch dieses Wochenende: "Ron Sommer heißt eigentlich WIE? Im Leben nicht. Wir wetten um die nächste Runde". iPhone raus, nachgeschaut, Bier gewonnen, Wikipedia gemocht :-)

2. Zeitvergeudung. Mit sechs Klicks von der Farbe grün über den Rückzug Napoleons zu Charles Babbage. Wie viele Sonntagnachmittage habe ich schon mit dem Erwerb unnützer Allgemeinbildung vergeudet - herrlich!

So. Und wie soll das mit Büchern gehen?

Re Kapitalismuskritik: Da fängt man an, die böse Musikindustrie mit ihrem Urheberrechtswahn zu verstehen, gell? Aber trösten Sie sich: Das Projekt wird eine kapital(istisch)e Bauchlandung hinlegen.

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24. April 2008 08:52

Missbrauch von geistigem Eigentum

Horst Schmidt (Duranyr)

Die kommerzielle Veröffentlichung von Beiträgen anderer, also der Nutzer, die sie erstellt und eingestellt haben, halte ich für sehr fragwürdig. Ich habe meine Wikipedia-Beiträge (und es sind einige) jedenfalls nicht dafür erstellt damit andere einen anderen Vorteil als eventuellen Wissensgewinn daraus ziehen. Schließlich habe ich selbst einige Bücher kommerziell veröffentlicht und mich bewusst dafür entschieden, bestimmte Inhalte kostenlos allen zur Verfügung zu stellen. Da das Herausnehmen von Beiträgen ja nicht so einfach ist - schließlich kann jeder andere die alten Inhalte problemlos wiederherstellen - komme ich mir verraten bis verkauft vor. Was also tun, wenn man nicht will, das die eigenen Beiträge mit veröffentlicht werden? Rechtlich dürfte man keine Handhabe haben, bleibt nur: Finger weg von Wikipedia und/oder die eigene Arbeit so geschickt sabotieren, dass keiner auf das erste merkt, dass es nur noch Nonsens ist. Danke auch.

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24. April 2008 04:58

Marktwirtschaft 101

Anton Kratz (anton.kratz)

> Letztlich ist es Marktwirtschaft. Jeder Käufer kann bewusst entscheiden, ob ihm das Wikipedia-Buch das Geld wert ist. Wenn nicht, ist er frei, die Entscheidung zu treffen, es nicht zu kaufen.

Ach ne. Danke Nadine dass uns endlich mal einer die Marktwirtschaft erklaert: Man kann's kaufen oder auch nicht, aha.

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23. April 2008 22:17

Kein Wunder - wir leben im Kapitalismus

günther diedrich (richther)

Dieser Prozess wundert mich gar nicht, ist er doch bezeichnend für unser Wirtschaftssystem. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ein Großkonzern diese kostenlose Ressource für sich nutzen würde.

Mir tun allerdings diejenigen leid, die idealistisch und fleißig Beiträge geschrieben haben oder Geld für den Erhalt der Wikipedia gespendet haben. Sie haben für ein international operierendes Medieunternehmen gearbeitet. Kostenlos, ohne Lohn. Wird überhaupt ein Cent aus dem Buchprojekt der gemeinnützigen und durch Spenden finanzierten Wikipedia zufließen?

Ich erachte ein Umdenken in unserer Gesellschaft für notwendig. Es ist nicht falsch, wenn jeder einen Lohn für sich und seine Leistung fordert und erhält. Es wäre nur falsch, den Kapitalismus den Großkonzernen zu überlassen. Das hat lediglich die Ausbeutung von Privatpersonen zu folge. Ich denke, fileboom.de ist da auf dem richtigen Weg.

Wenn schon nicht alles kostenlos sein kann, dann sollte wenigstens jeder einen gerechten Verdienst bekommen!

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