Sabotageverdacht in schwedischem Atomkraftwerk

Verdächtige wieder freigelassen

22. Mai 2008 Die zwei unter dem Verdacht der Vorbereitung eines Sabotageaktes im Atomkraftwerk Oskarshamn festgenommenen Schweden sind wieder frei. Wie die Staatsanwaltschaft in Kalmar mitteilte, gebe es nach ausführlichen Verhören keinen Grund, sie länger festzuhalten. Es werde aber weiter gegen sie ermittelt.

Bei einem der beiden Handwerker hatten Kontrolleure am Vortag Spuren des hochexplosiven Sprengstoffes Triaceton-Triperoxid (TATP) an einem Taschengriff entdeckt. Die Männer im Alter von 44 und 53 Jahren arbeiteten als Schweißer für eine Fremdfirma auf dem Gelände des Atomkraftwerkes an der Ostseeküste südlich von Stockholm.

Durchsuchung des Reaktors 1 blieb ergebnislos

Sie wurden nach der Eingangskontrolle festgenommen. Die Behörden ordneten eine komplette Durchsuchung der beiden Reaktoren an, in denen die Männer gearbeitet hatten.

Die Durchsuchung des wegen Wartungsarbeiten ohnehin still stehenden Reaktors 2 blieb ergebnislos. Die Suche in dem heruntergefahrenen Reaktor 1 soll bis zum Abend abgeschlossen sein.

„Sicherheit zu keinem Zeitpunkt gefährdet“

Das vom deutschen Eon-Konzern und dem finnischen Versorger Fortum betriebene Atomkraftwerk teilte mit, nach seiner Einschätzung sei die Sicherheit des Reaktors zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen. TATP ist ein äußerst instabiler Sprengstoff, der aus leicht erhältlichen Chemikalien hergestellt werden kann.

Er wird zum Beispiel von Selbstmordattentätern in Israel eingesetzt und wurde auch von dem britischen „Schuhbomber“ Richard Reid verwendet, der im Jahr 2001 versuchte, ein Attentat auf einen Transatlantik-Flug zu verüben.



Text: Reuters
Bildmaterial: Wikipedia

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