
Auch in dieser Debatte gibt es nur einen Gewinner: Es ist wiedermal die Staatskasse. Denn es ist offensichtlich, dass sich finanzstarke Firmen ihre CO2 Schleudern nicht verbieten lassen werden, sondern lieber etwas mehr zahlen oder sich ein (z.B. elektronisches) Fahrtenbuch zulegen werden. Würde die SPD tatsächlich eine Reduzierung des CO2 Ausstoßes wollen, dann würde sie offen über die Schliessung von Kohlekraftwerken sprechen statt weiterhin auf den Kohleabbauch zu beharren. Oder wie wäre es denn mit dem Verzicht der 1% Regelung bei CO2 armen Fahrzeugen? Das wäre doch mal ein Anreiz. Solche Vorschläge hört man aber nicht, sie würden ja nicht genügend dem Fiskus dienen...

Da wir uns von dergleichen Sprittfressern und Dreckschleudern, über kurz oder lang, sowieso verabschieden dürfen ist die Debatte unsinnig.
Ob es sich nun um eine Steuererleichterung oder eine Subvention handelt, Fakt ist diese Fahrzeuge stehen ganz oben in der Liste der Umweltverschmutzer im Starssenverkehr und wer keinen triftigen Grund hat ein geländegängiges Fahrzeug (was mit vielen dieser Pseudo-Geländewagen eh nicht mehr möglich ist) zu fahren, sollte zumindest für den erhöhten Schadstoffausstoss bluten.

Das ganze ist rein populistischer Unsinn, Herr Gabriel hat seine Schlagzeilen, und darf sich beruhigt in die Polster seines Dienst-Spritschluckers setzen.
Ja, Geländewagen, SUVs und wie die ganzen Protzkisten heissen sind ein Hohn auf den Klimaschutz - aber was hat das mit den Betriebskosten und deren Absetzbarkeit zu tun?

Viele Finanzwissenschaftler, Steuerberater, Juristen leben doch von derartig spitzfindigen Differenzierungen zwischen Subventionen und Steuererleichterungen. Wenn wir tatsächlich eine Vereinfachung des Steuerrechts und mehr Transparenz und Gerechtigkeit erreichen wollen, müssen wir uns wohl im Namen des übergeordneten Gemeinwohls von den Argumenten dieser Fachleute verabschieden.

(Kurzkommentar: So ein Blödsinn!).
Mit gesundem Menschenverstand nicht nachvollziehbar ist die Haltung der Finanz- und Steuerrechtler zum Thema der Subventionierung der Dienstwägen in diesem Artikel. Wenn man berücksichtigt, daß über 70% der obere Mittelklasse- und Oberklasse-Autos als Dienstwägen verkauft werden (weil sie schlicht für Normalverbraucher zu teuer sind) und in seinem Bekanntenkreis zahlreiche Freunde hat, die auf Kosten der Allgemeinheit umsonst alle Annehmlichkeiten eines Dienstwagens (Sprit, Wartung, geklautes Navi-System,...) in Anspruch nehmen, stellt man sich schon die Frage, ob es sich hier ökologisch und volkswirtschaftlich nicht um ein überkommenes Privileg handelt.
Was würde dagegen sprechen, jeden, der dieses Privileg in Anspruch nimmt, prozentual an allen laufenden Kosten weitaus höher zu beteiligen und dies nicht durch alle Steuerzahler zu subventionieren?

Die 1%-Regel erscheint nur attraktiv, weil der deutsche Arbeitnehmer sein Gehirn abschaltet, wenn ihm z.B. ein A6 zur Verfügung gestellt wird. Mal unterstellt, er würde nachrechnen: Der A6 verursacht monatlich 400€ fiktives Einkommen, auf das EKsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer, Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zu zahlen sind. Das summiert sich in 8 Jahren auf ca. 75% des Listenpreises. Das Argument, die Sozialabgaben sicherten Ansprüche, zieht nicht. Die gesetzliche Rentenversicherung erzielt inzwischen eine negative Rendite, was sich im Vergleich mit einer Anlage am Kapitalmarkt wie ein Totalverlust ausnimmt. Kranken- und Pflegeversicherung bringen bei höheren Einzahlungen keinen persönlichen Vorteil und die Arbeitslosenversicherung wird für einen, der A6 fahren darf, nicht so wichtig sein.
Vollends absurd wird die 1%-Regelung, wenn der A6-Fahrer nicht direkt neben seinem Arbeitgeber wohnt, sondern 33 km entfernt. Dann hält Vater Staat auch die andere Hand auf und kassiert noch einmal in gleicher Höhe. Nach 8 Jahren sind für den A6 dann 100T€ geflossen, 40T€ an den Hersteller und 60T€ an den Staat.
Der Begriff "Neidsteuer" ist in diesem Fall eine euphemistische Verharmlosung.

...jetzt nimmt man sich Geländewagen vor, weil das mit den großen Limousinen (des Politikers liebstes Kind!) nach Hinten losgegangen ist?!?
Das Interessante ist ja, dass auf diesem Wege, wie derzeit so oft, die Mittelschicht belastet wird!
Diese Diskussion ist doch sehr ähnlich wie die, um das Rauchen und Alkohol:
Wenn große Autos, Zigaretten und Alkohol so gefährlich sind, und die Bürger zu dumm sind, selbst darauf zu kommen, warum werden diese Plagen der Gesellschaft nicht einfach verboten???
Sieht man von Politikern und Ihren Dienstwagen ab, so hat doch keine der oben genannten Sachen einen gesellschaftlichen Wert, oder? Wir brauchen sie nicht wirklich.
Warum also, schafft man diese nicht einfach ab und löst diese gewaltigen Probleme nicht? Könnte es vieleicht daran liegen, dass ausgerechnet diese Güter so wunderbare Steuereinnahmen bescheren? Nein, bestimmt nicht, denn Politiker wollen doch nur unser Bestes...