Chronologie

Die Affäre bei Volkswagen

Geld und Sex: VW beschäftigt die Gerichte

Geld und Sex: VW beschäftigt die Gerichte

14. Juni 2007 Die Volkswagen-Affäre um Schmiergelder, Begünstigung von Betriebsräten, Partys und Vergnügungsreisen auf Firmenkosten begann im Juni 2005 publik zu werden. Nach und nach kamen immer neue Details ans Licht. Die vergangenen beiden Jahre in einer Chronologie:

25. Juni 2005: Erste Berichte über eine Schmiergeld-Affäre bei Volkswagen. Hauptpersonen sollen der Ex-Personalchef der tschechischen Volkswagen-Tochter Skoda, Helmuth Schuster, sowie der Mitarbeiter der VW-Personalabteilung, Klaus-Joachim Gebauer, sein.

28. Juni 2005: Volkswagen erstattet Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen Schuster. Er soll Schmiergeld von Zulieferfirmen gefordert haben. Zudem soll er über Strohmänner und ein Geflecht von Tarnfirmen in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Auch gegen Gebauer ermittelt die Justiz.

30. Juni 2005: Betriebsratschef Klaus Volkert tritt zurück.

5. Juli 2005: Medien berichten, der VW-Vorstand habe dem Betriebsrat teure Luxusreisen ins Ausland zugeschanzt. Dafür seien Betriebsräte bereit gewesen, Vorstandsbeschlüsse mitzutragen. VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz weist die Vorwürfe zurück.

8. Juli 2005: Hartz bietet seinen Rücktritt an.

28. Juli 2005: VW stellt Strafantrag wegen des Verdachts der Begünstigung von Betriebsräten.

31. Juli 2005: Gebauer erklärt, er habe für Betriebsräte auf VW-Kosten Besuche in Nobelhotels und in Nachtclubs organisiert. Er habe im Auftrag des Vorstands gehandelt.

5. August 2005: Der VW-Aufsichtsrat nimmt Hartz' Rücktritt an.

29. März 2006: Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch sagt bei der Staatsanwaltschaft aus. Er war nach Angaben seines Anwalts selbst auf die Justiz zugegangen und betonte sein Interesse an einer lückenlosen Aufklärung. Vor allem Vorwürfe bezüglich falscher Abrechnungen fallen in seine Zeit als VW-Chef. Piëch sagt, er habe davon nichts gewusst.

9. Oktober 2006: Hartz räumt bei einer Vernehmung eine „strafrechtliche Verantwortlichkeit für Begünstigungen des ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden“ ein

15. November 2006: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig erhebt Anklage gegen Hartz wegen Untreue in 44 Fällen.

11. Dezember 2006: Gut eineinhalb Jahre nach Aufdeckung der VW-Affäre wird mit dem 17. Januar der Termin für den ersten Prozess festgelegt. Das Verfahren wird auf nur zwei Verhandlungstage terminiert, Zeugen und Sachverständige sind nicht geladen. Als Grund gibt die Justiz vor allem Hartz' Geständnis an.

4. Januar 2007: Die Justiz teilt mit, dass gegen den SPD- Bundestagsabgeordneten und früheren VW-Betriebsrat Hans-Jürgen Uhl Anklage wegen Beihilfe zur Untreue und falscher eidesstattlicher Versicherung erhoben wurde.

25. Januar 2007: Hartz bestätigt vor Gericht, den früheren Betriebsratschef Volkert „gekauft“ zu haben. Er wird zu einer zweijährige Freiheitsstrafe auf Bewährung und einer Geldstrafe von 360 Tagessätzen verurteilt - gemessen an den Einkünften von Hartz umgerechnet 576 000 Euro.

5. März 2007: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig erhebt Anklage gegen Volkert und Gebauer.

29. Mai 2007: Uhl gibt nach langem Leugnen seine Verwicklung in die Affäre zu und legt sein Bundestagsmandat nieder.

14. Juni 2007: Vor dem Amtsgericht Wolfsburg beginnt der Prozess gegen Uhl.

Text: dpa-AFX
Bildmaterial: AFP

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