21. Februar 2008 Bei der Stadtsparkasse Düsseldorf sind der Vorstandsvorsitzende Heinz-Martin Humme und sein für das Mittelstandsgeschäft zuständiger Vorstand Karl-Heinz Stiegemann in den Verdacht der Bestechlichkeit geraten. Es geht um Geschenke im Wert einiger tausend Euro, die Humme und Stiegemann einem Bericht von Bild-Online zufolge von einem Unternehmenskunden, dem Elektronikhändler Maxfield, als Geschenke angenommen haben sollen.
Maxfield hatte im Januar Insolvenzantrag gestellt, weil er mit 14 Millionen Euro überschuldet ist und die Gehälter seiner zwölf Beschäftigten nicht mehr bezahlen konnte. Der Fall bewegt seitdem die deutsche Boulevardpresse. Denn bei dem Maxfield-Eigentümer Franjo Pooth handelt es sich um den Ehemann der unter ihrem Geburtsnamen Feldbusch bekannteren Verona Pooth.
Sechsstündige Sitzung
Nach einer sechsstündigen außerordentlichen Sitzung des Hauptausschusses der Düsseldorfer Stadtsparkasse unter Leitung von Oberbürgermeister Joachim Erwin wurde am Mittwoch Abend mitgeteilt, dass beide die in den Medien erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen hätten. Stiegemann sei auf eigenen Wunsch für 14 Tage von seinem Amt freigestellt worden, sagte Erwin in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz.
Ihm wie auch Humme werde die Möglichkeit geboten, sich umgehend gegen die Berichte von Bild zur Wehr zu setzen und in eidesstattlichen Erklärungen dem Verwaltungsrat ihre Unschuld darzulegen. Erwin kündigte an, er werde in einer kurzfristig einberufenen Verwaltungsratssitzung der Sparkasse vorschlagen, einen unabhängigen Prüfer zu beauftragen, die Sachlage aufzuarbeiten.
9,2 Millionen Euro Schulden
Der 55 Jahre alte Humme ist seit 2003 im Vorstand der Stadtsparkasse Düsseldorf tätig und seit Anfang 2006 deren Vorsitzender. Stiegemann (50 Jahre) hat bereits vor seiner Bestellung in den Vorstand vor etwa einem Jahr die Geschäftsverbindung zu Pooth auf- und ausgebaut. Beim Insolvenzantrag stand der Elektronikhändler, der schon 2006 aus rund 16 Millionen Euro Umsatz mehr als vier Millionen Euro Verlust erlitten hatte, bei der Stadtsparkasse mit 9,2 Millionen Euro Schulden in den Büchern.
Oberbürgermeister Erwin soll dem Vorstand schon vor einiger Zeit sein Missfallen über enge Verbindungen zu Pooth geäußert haben.
Text: St./F.A.Z.
Bildmaterial: dpa
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