FAZ.NET-Spezial

Immer weniger Arbeitsplätze in Deutschland

Letzter Ausweg Arbeitsamt?

Letzter Ausweg Arbeitsamt?

28. Dezember 2005 2005 ist das Jahr der Arbeitsplatzmisere. Von AEG bis Volkswagen haben deutsche Unternehmen Tausende Stellen gestrichen. Die Deutsche Bank meldete einen neuen Gewinnrekord und baute gleichzeitig 6.400 Stellen ab. In einer Übersicht zeigen wir die gravierendsten und überraschendsten Ereignisse dieses Jahres.

So brachte das Jahr 2005 die bedrückende Erkenntnis, daß Firmen gute Gewinne erzielen und trotzdem Arbeitsplätze streichen - weil sie keine andere Wahl haben. Entlassungen entschuldigen sie mit dem Hinweis auf die Globalisierung. Die Kosten für Altersteilzeit und Frühverrentung überlassen sie zum Teil dem Staat. Im Wettlauf um niedrige Arbeitskosten haben deutsche Fabriken gegenüber osteuropäischen Standorten das Nachsehen.

Strukturwandel ohne Alternative

Nicht nur im Reifenwerk bei Continental in Hannover mußten die Beschäftigten die bittere Erfahrung machen, daß die Jobs auch durch Lohnverzicht oder Arbeitszeitverlängerung nicht zu retten sind.

Der Blick nach Amerika ist kein Trost, belegt aber, daß der Strukturwandel weg von der industriellen Produktion hin zur Dienstleistung ohne Alternative ist.

Text: F.A.Z. vom 28. Dezember 2005
Bildmaterial: F.A.Z., picture-alliance/ dpa/dpaweb

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Telekommunikation

Deutsche Telekom: 32.000

Im vergangenen Jahrzehnt hat die Deutsche Telekom schon mehr als 100.000 Stellen gestrichen. Jetzt will sich Vorstandschef Ricke bis Ende 2008 von weiteren 32.000 Mitarbeitern trennen.

Automobile

Daimler-Chrysler: 16.000

Beinahe eine Milliarde Euro schluckt das Abfindungsprogramm, mit dem der neue Mercedes-Chef Dieter Zetsche die Personaldecke bei der Nobelmarke ausdünnen will. Bis Ende 2006 sollen 8.500 Mitarbeiter freiwillig gehen.

Automobile

Volkswagen: 14.000

Europas größter Automobilkonzern verkauft seit Jahren deutlich weniger Autos als er produziert. Vorstandschef Bernd Pischetsrieder hat im September an den deutschen Standorten einen Personalüberhang von „mehreren tausend Mitarbeitern“ ausgemacht.

Automobile

Opel : 12.000

Schon im Herbst 2004 hat General Motors den Plan gefaßt, in Europa 12.000 Stellen zu streichen. 10.000 davon allein in Deutschland, weil die deutschen Arbeiter zu den teuersten gehören.

Banken

Deutsche Bank: 6.400

Trotz Milliardengewinns streicht die Deutsche Bank Tausende von Stellen. Drei Viertel der angekündigten 6400 Arbeitsplätze sind am Ende des dritten Quartals erreicht worden. Bis Ende 2006 soll der Abbau beendet sein.

Einzelhandel

Karstadt-Quelle: 5.700

Karstadt-Quelle ist vor einem Jahr nur knapp der Insolvenz entgangen. Seit Beginn der Sanierung wurden in dem angeschlagenen Handelskonzern mehr als 25.000 von 93.000 Arbeitsplätzen abgebaut.

Elektronik

Siemens: 5.400

Die Informations- und Kommunikationstechnik bereitet dem Siemens-Konzern große Schwierigkeiten. In beiden Sparten will das Unternehmen Überkapazitäten und Personal abbauen. Bis Ende 2007 sollen in Deutschland 2.400 Stellen und im Ausland 3.000 gestrichen werden.

Hausgeräte

AEG: 1.750

Der schwedische Electrolux-Konzern will das AEG-Hausgerätewerk in Nürnberg schließen. 1.750 Arbeitsplätze gehen verloren, wenn das Werk in zwei Jahren endgültig ins Ausland verlagert wird.

Jobmarkt

Genug Arbeit in Amerika trotz Entlassungen

Massenentlassungen sind kein deutsches Phänomen. Auch einige große amerikanische Konzerne haben in diesem Jahr umfangreiche Stellenstreichungen angekündigt. Von einem Standortproblem redet in Amerika aber kaum jemand.

Konjunktur / Arbeitsmarkt

2006 bringt kaum Jobs

Deutschland steht 2006 vor einem respektablen Wirtschaftsaufschwung, Ökonomen erwarten bis zu 1,7 Prozent Wachstum. Doch für eine spürbare Entlastung am Arbeitsmarkt dürfte das nicht reichen.

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