Werksschließung

Subventionsheuschrecke Nokia?

Spezial Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat im Zusammenhang mit Nokia den Begriff der „Subventionsheuschrecke“ eingeführt, weil der Handyhersteller zwar öffentliche Fördermittel bekam, aber jetzt doch nicht in Bochum bleibt. Solche Worte erheischen billig Beifall. Von Carsten Knop

Lesermeinungen zum Beitrag

22. Januar 2008 01:23

Subventionsheuschrecke NOKIA (Forts. Müllers II)

Horst Müllers (FAZKERL)

Forts.Müllers II:aus demAusland absichern,sie sollten deshalb unterbleiben!Überhaupt taugt der moralischeWertbegriff "Anständigkeit"für nationale ebenso wie für internationalenWirtschaftbeziehungen -zumal imGlobalisierungszeitalter- nicht imMindesten!Mit freundlicher Empfehlung Diplomvolkswirt Horst Müllers,Europäischer Journalist(VEJ-Deutsche Gruppe),53639 Königswinter, Auweg 15

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22. Januar 2008 01:18

Subventionsheuschrecke Nokia (Forts. Müllers I)

Horst Müllers (FAZKERL)

InsWanken gerät die getadelte"Unanständigkeit"des unternehmerischenVerhaltens inBochum allerdings dadurch,daß dieFirma auf zweiSchultern zu tragen hat,indem sie nämlich bei ihrerAuslandsinvestitionspolitik stets gleichrangig auch den wirtschaftlichenNutzen i.S.ihrerGewinnmaximierung für ihre internationale shareholder-Gemeinschaft imAuge behalten und sicherstellen muß!Hiernach handeln heißt nicht nur fürNOKIA(sehen wir uns einmal inNRW etwas um!),Armeen vonMitarbeitern betriebsbedingt zu kündigen und dorthin zu eilen,wo derzeit auch in derEUnoch mangels starkerGewerkschaftenArbeitskräfte inÜberlebensnot zuBilliglöhnen angeworben und beschäftigt werden können!Übernational sozialgerechter ist dieseInvestor-Strategie imHinblick auf dieWelfare-Angleichung der bettelarmenRumänen an denWohlstand inKerneuropa allemal...und die beiAbbau desWohlstandsgefälles inLändern wieRumänien zu erwartendeKaufkraftzunahme wird ganz sicher grenzüberschreitend auch deutschenHerstellern vonBedarfsartikeln undExportgütern zugute kommen.Mit unseriösen staatlichenAnlockungssubventionen aus denBürgertaschen dagegen, lassen sich eben -wie das vorliegendeBeispiel erneut krass vorAugen führt- keineDauerfreund-oder-partnerschaften mitGlobalPlayern(FortsFolgeII)

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22. Januar 2008 01:05

Subventionsheuschrecke Nokia?Zitat aus Bochum: "Wer sich Gesprächen über den Sta

Horst Müllers (FAZKERL)


Sehr geehrter HerrStv.RegierungssprecherSchlienkamp,beiHerrnMinisterpräsidentRüttgers scheint diesmal wohl dasSprachgefühl ausgefallen zu sein;denn"mehr"bringt imDeutschenSprach- und Begriffsverständnis stets eineMehr- und keine hier angebrachteMinderbewertung zum Ausdruck.Allerdings hätte derGebrauch desGegenbegriffs, also"weniger unanständig"auch weit außerhalb des zumAusdruck zuBringenden zugetroffen.
Glücklicherweise verfügt aber selbst die reicheDeutscheSprache über den hier bezeichnend anzuwendendenKomparativ"schlimmer"(Herr Ministerpräsident war außer im Lehramt von 1994 bis 1998 Bundesbildungsminister!?).Mit seinerMißbilligung desVerhaltens des insGerede gekommenenHändi-Herstellers ausFinnland als"unanständig"gegenüber den vorEntlassung stehendenBetriebsangehörigen und dem deutschenSteuerzahler alsSubventionslastenträger trifft er begrifflich dagegen genau insSchwarze(Brockhaus-Zitat:"Anständigkeit zeigt sich namentlich gegenüberKameraden,aber auchUntergebenen,etwa in schlicht und schweigend zu derenGunsten geleistetemVerzicht aufVorteile oder gar in unterSelbstgefährdung vollzogenemEinsatz für sie(O.F.Bollnow:EinfacheSittlichkeit(1962)),soweit es die Treuebeziehungen zwischenArbeitgeber-und-nehmer betrifft.Forts.folgt!

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20. Januar 2008 03:29

Der Konsument entscheidet

Christian Diemer (cdiemer)

Ist es tatsaechlich so, dass der Konsument darauf achtet, wo ein Auto gefertigt wird? Ist er bereit, mehr dafuer auszugeben, dass ein Auto "Made in Germany" ist? Ich bin davon ueberzeugt, dass die meisten Kaeufer eines VW Golf gar nicht wissen, dass er je nach Ausstattung in anderen Laendern gefertigt wird, z.B. in der Slowakai. Ich vermute auch, dass die meisten Kaeufer einer Mercedes M-Klasse oder eines BMW X5 davon ausgehen, dass ihr Fahrzeug in Deutschland gefertigt wurde.

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18. Januar 2008 10:47

Hat man derzeit die Wahl?

Axel Koruschowitz (axel-k)

Noch aufmerksamer als bislang werde ich darauf achten, daß die von mir gekauften Produkte einen höheren Anteil "Made in Germany" haben. Das muß nicht unbedingt die Produktion sein, auch schöpferische Tätigkeiten wie Design (z.B. bei Textilien) oder Entwicklung ist ein Beitrag zum Erhalt der Arbeitsplätze im eigenen Land.
Ich sehe ich uns Konsumenten in der Pflicht, auch ggf. etwas mehr für Güter auszugeben, wenn diese auch im eigenen Land maßgeblich entstanden sind.
Der Apell an die Unternehmen ist allerdings, die Produktqualität dabei nicht zu vernachlässigen, sondern ganz im Gegenteil: die Qualität muß im Preissegment mindestens ebenbürtig zum ausländischen Wettbewerb bleiben. Ich möchte auch wieder die Wahl bekommen, nicht nur im Premiumsegment Produkte "Made in Germany" zu kaufen.
An die Politik gerichtet mein Gedanke: Mit Geld (heißt hier Subvention) jemanden zu motivieren, funktioniert selten dauerhaft. Investiert die Ausbildung der Bürger aller Altersstufen und Tätigkeiten, damit die Unternehmen ein eigenes Interesse haben, Arbeitsplätze in Deutschland zu schaffen und zu erhalten.

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18. Januar 2008 08:29

Wer ist hier die Heuschrecke?

Thomas Frieling (TFrieling)

Wenn

- Herr Struck sein Telefon öffentlich zurückgibt,
- Herr Seehofer sein Bundesministerium nokiafrei machen möchte,
- Herr Rüttgers Vergleiche mit räuberischen Insekten anstellt,

dann ist das die höchstoffizielle Aufforderung an alle Unternehmen, niemals in Deutschland einen Standort zu errichten.

Die Politiker sind schlau genug, das deutsche Volk für dumm zu verkaufen. Scharenweise werden die Menschen mit Parolen und Heilsversprechungen aufgehetzt. In voller Absicht werden sie mißbraucht, um ein Hurra, ein dreifach Hoch zu erheischen. Mit furchteinflößender Gleichgültigkeit werden so Entscheidungen gegen die Menschen in Kauf genommen, nur um der persönlichen Macht willen.

Und die Menschen machen "mäh" - und grasen weiter. Mich schaudert...

TF

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17. Januar 2008 21:43

Schon merkwürdig,

O Fischer (ogfblb)

was einige Kommentatoren so von sich lassen. Ich weiß nicht wer dran schuld ist, an der Schließung und sonst weiß ich vielleicht auch nicht viel.
Aber das Nokiahandys billiger werden, weil sie in Rumänien gebaut werden, also dem kann ich mit Sicherheit nicht zu stimmen.
Das müssten ja Adidas Turnschuhe für 20 Euro zu haben sein.

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17. Januar 2008 20:58

Nokia

G. Koch (g.koch)

Der Populismus führender Politiker scheint grenzenlos. Herr Rüttgers sollte doch genau wissen, dass nicht eine skrupellose Geschäftsführung verantworlich ist für die Werkschließung, sondern letztlich der Verbraucher selbst. Oder gibt es irgendjemanden, der in 2-3 Jahren für ein Nokia-Handy "Made in Germany" signifikant mehr bezahlen will als für eines "Made in Osteuropa/Asien/sonstwo?

In Deutschland ist in der Regel kein Platz mehr für einfache Massenproduktion. Im dahingehenden internationalen Wettbewerb ist Deutschland strukturell chancenlos. Globalisierung und teurer Sozialstaat lassen grüßen! Wer kennt noch die Klassiker: Saba, Nordmende, Telefunken, Dual und und und! Das Thema haben wir doch schon seit 30 Jahren auf dem Tisch.

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17. Januar 2008 14:40

fire und hire ! (2)

Markus Teuber (arathorn)

einen Arbeitgeber keine Arbeit mehr fand,bei einem andren unterkommen konnte.
Es gab immer schon das "fire" ;aber das "hire" funktionierte genausogut !

Heute ist es in Deutschland so,daß -wer einen Arbeitsplatz verliert-offenbar zeit seines Lebens keinen oder keinen Gleichwertigen mehr findet.

Bravo,meine Damen und Herren aus der Politik ! Durch ihr jahrzehntelanges Wirken haben sie den Wirtschaftsstandort Deutschland nicht für die Globalisierung wetterfest gemacht,sondern sturmreif geschossen

Das sich immer breiter machende Verlangen nach einem "Wiederauferstehen aus Ruinen" einer zweiten DDR wird uns allerdings in keinster Weise weiterhelfen!

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17. Januar 2008 14:35

fire und hire ! (1)

Markus Teuber (arathorn)

Die Politik und die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland stehen selbstverschuldet am Abgrund.
Beide haben versagt,weil es offenbar in Deutschland -durch die "deutsche Krankheit" der hohen Steuern,Abgaben,Beiträge,Subventionitis und ständigem,profilierungsgesteuerten Querollantentum unsere Politiker schon so weit ist, daß die Verlagerung eines einzelnen Unternehmens offenbar solche "Löcher" in das Angebot von Arbeitsplätzen reißt,daß die Betroffenen bei einer derartigen Nachricht aus allen Wolken fallen.
Betriebsverlagerungen gab es doch früher auch schon,waren Gang und Gebe!
Da wurde zB ein Werk von Hamburg nach München verlagert,eine Fabrik in Köln teilaufgelöst und im Schwarzwald wieder aufgebaut (und das übrigens auch oft ,weil zB München "Subventionen" und andere Beigaben mitgab,die zB Hamburg nicht leisten konnte oder wollte - von wegen Subventionsheuschrecke),ein Betrieb verlagerte Teile seiner Fertigung von Norddeutschland nach Belgien.

Niemand hat damals die Internationale angestimmt,zum Generalstreik (na,Herr Lafontaine ?!) aufgerufen oder Turbokapitalismus diagnostiziert !
Warum ? Weil es ausreichend Alternativen gab! Weil die deutsche Wirtschaft genügend Arbeitsplätze bereitstellte,sodaß,wenn man beim einen

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17. Januar 2008 13:27

Qualitätshandys in günstigeren Ausland - leider nicht immer!

Martin Teichmann (TASH)

"[...]Aber ein Handy kann man inzwischen überall in einer guten Qualität fertigen. Dem Konsumenten ist es ohnehin gleichgültig: Er vertraut allein der Marke. Er wird Gründe haben, warum er für Elektronikprodukte nicht mehr darauf achtet, ob „Made in Germany“ auf der Packung steht[...]"

Dem scheidnt leider immer noch nicht zu sein, gerade im Hinblick auf Nokia Telefone. Mein letztes 6230i, ein vom Netzbetreiber subventioniertes Gerät, hatte binnen vier Wochen 2 Schäden (keine Softwarefehler!), als nach zwei Monaten erneut ein Gerätefehler auftrat, gab ich es dem Händler zurück. Schriftzug auf der OVP: "Made in Hungaria"...

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17. Januar 2008 11:57

Es geht um den Sinn von Unternehmenssubvetionen

carsten jung (cjung)

Es geht nicht darum, biligen Beifall zu erhalten, sondern darum, ob es generell sinnvoll ist, Unternehmenssubventionen zu bezahlen, wenn einige Firmen, so auch Nokia, ihre Kalkulation ganz offenbar über diese Fördergelder berechnen. Es ist nicht Aufgabe der EU, noch der Nationalstaaten, die Wettbewerbsfähigkeit von Konzernen zu sichern, auch wenn das zunächst für kurze Zeit Abreitsplätze bringt.

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17. Januar 2008 11:06

Büttenrede

Klaus Hundertmark (KlausHundertmark)

Rüttgers sollte anstelle von Büttenreden lieber den Kontakt zu Nokia suchen, um die Zeitschiene (Mitte des Jahres) verträglicher zu gestalten. Ansonsten sollte er sich um "seine" Justitiare kümmern die solche Verträge ohne Netz und doppelten Boden mit NOKIA abgeschlossen haben. Bei diesen Investitionssummen wären Optionen angebracht gewesen, die für NOKIA kein schmerzfreies davonschleichen gestattet hätten.
Der Bericht trfft voll die Sachlage und man muss sich halt Gedanken machen, warum in Deutschland kein einziger Mobulfunkhersteller mehr zu finden ist.
Sichere Arbeitsplätze heisst generell, das sich in Deutschland Politik und Gewerkschaften mit der Globalisierung auseinandersetzen und gemeinsam mit der Industrie zukunftssichere Konzepte entwickeln, die der heutigen Zeit gerecht werden. Das bedeutet auch: REFORMEN, REFORMEN, REFORMEN

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17. Januar 2008 10:05

Die nüchterne Wahrheit...

Matthias Fiedler (msalcapone)

ist meist nur Schwarz & Weiß aber so schattiert die realen Folgen für die Arbeiter von Nokia sind ist leider kein Lehrbuch und damit auch nicht die einseitige Wahrheit von Herrn Knop. Er hat recht aber eben nur auf seinen Schulbuch-Fokus aus dem Grundstudium Controlling. Langfristig & konjunkturell wird sich die Produktion von Massenartikeln in DE & EU nicht halten können, was früher oder später auch unsere subventionierte KFZ-Industrie ereilen wird. Auch wird sich der heute so hoch gelobte Maschinenbau im Zeitraum von 10 Jahren verlagern... es liegt nicht am Produkt!! - es liegt am Innovationsgrad, welchen gesellschaftlichen Luxus sich eine Nation in Zeiten der Globalisierung & der Transparenz leisten kann. Aber lieber Herr Knop. In der Wirtschaft gibt es nicht nur das Fach Controlling. Da gibt es auch noch die Grundsätze der Unternehmensführung, das Wirtschaftsrecht & Codes of Conduct & eben Politiker. Losgelöst von Nokia & Co haben die nun einen anderen Fokus. Sei es Wahlkampf oder eben die Aufgabe, in dieser Zeit der schweren Einzelschicksale & Existenzängste dafür zu sorgen, dass den Betroffenen wenn auch nur scheinheilig zugehört wird. Unverständlich bleibt der EU-subventionierte Bau in Rumänien (Wirtschaftspolitik).

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17. Januar 2008 10:04

Selbst schuld

Philipp Munzinger (dastinee)

NOKIA verhält sich doch absolut vertragsgerecht. Unsere Gr0K0, Gott erhalte sie möglichst bald, sorgt doch für eine ständige Verschlechterung der Standortbedingungen in Deutschland.

Die Steuern werden heraufgesetzt, die Umweltauflagen verschärft, die Sozialabgaben steigen, und dann wundert sich noch jemand, dass ein gewinnorientiertes Unternehmen dorthin geht, wo das meiste Geld unter dem Strich winkt ?

Das ist doch Heuchelei.

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