Leser-Aktion: Typologie der Straßenhelden

Eine kleine Autokunde

Von Georg Meck

31. August 2008 Sage mir deine Automarke, und ich sage dir, wer Du bist: Die Markforscher des Nürnbergers Instituts Puls haben das Volk befragt: Wer sitzt in welchem Auto? Welche Marken fahren Spießer, welche Draufgänger? Worauf steht die Studentin, worauf der Spitzenverdiener? Welche Marke zieht die Frauen an, welche die Machos?

Daraus entstand eine Typologie der Autofahrer. Sie verrät nicht unbedingt, wer welches Auto kauft, wohl aber welche Bilder wir in unseren Köpfen von der Fahrern haben. Wir zeigen elf Beispiele volle Klischees - vom dicken Mercedes-Fahrer bis hin zum bescheidenen „Opel-Popel“ (siehe nebenstehende Texte).

Die fröhlichsten Menschen vermuten die Befragten im Volkswagen

Das Ergebnis ist eindeutig: Das Traumpaar der Autobahn ist der Porsche-Fahrer mit der Mini-Fahrerin. Die beiden verströmen den größten Sex-Appeal. Der Porsche-Pilot gilt zudem als besonders sportlich, besonders draufgängerisch - und als besonders arrogant, in dieser Disziplin folgen die Fahrer in Mercedes und BMW auf den Plätzen.

Die fröhlichsten Menschen vermuten die Befragten im Volkswagen. Als spießigste Fahrer gelten mit weitem Abstand die Mercedes-Kunden, die seien auch besonders alt und seriös, sagt die Erhebung der Marktforschungsfirma Puls.

Fühlen Sie sich getroffen?

Kennen Sie ganz andere Autofahrer-Klischees? Machen Sie mit bei unserer Leseraktion! Die einzelnen Fahrertypen können Sie auch unter den jeweiligen Beiträgen kommentieren.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z.-Christoph Blumrich

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Attraktiv und draufgängerisch

Der Audi-Fahrer

Die Marke Audi hat einen steilen Aufstieg hingelegt in den vergangenen Jahren. Vom Wackeldackel zum Kanzler-Auto. Den Erfolg bestätigt unsere Umfrage: Audi ist demnach ein Auto für Aufsteiger.

Jung und sexy

Der Mini-Fahrer

Der typische Mini-Fahrer ist eine Fahrerin. Jung, eher unter 30, gerne Studentin. Demoskopisch betrachtet entspricht sie dem Traum von einer Frau: hübsch, weltläufig, fröhlich, sportlich, draufgängerisch.

Fröhlich und bescheiden

Der VW-Fahrer

Er verkörpert das gesunde Mittelmaß; mittelmäßig gebildet, mittleres Einkommen, nicht ganz jung, aber auch nicht alt. Eher schlank als dick steht er vor unserem geistigen Auge, bescheiden und in der Regel fröhlich. In Maßen spießig.

Schlank und zurückhaltend

Die Fiat-Fahrerin

Die Italiener und die Frauen. Da drängeln sich die Klischees. Am Steuer eines Fiat sitzt demnach die eher junge Frau mit eher geringem Gehalt. Arbeiterin oder einfache Angestellte, ohne Hochschulabschluss.

Sparsam und hässlich

Der Dacia-Fahrer

Die rumänische Billigmarke mag vieles können, Pluspunkte im Sozialprestige verschafft sie sicher nicht. Wer in den Wagen steigt, muss damit leben, von der Umwelt als mäßig gebildeter, tendenziell hässlicher Arbeiter angesehen zu werden.

Seriös und spießig

Der Mercedes-Fahrer

Ernst, ältlich - und ein Spießer. Das ist der Ruf des Mercedes-Fahrers. Und die Liste der negativen Klischees ist noch länger: Unsportlich, eher dick, arrogant. Der Smart allerdings, wird als höchst sympathisches Auto wahrgenommen.

Bieder und gut gelaunt

Der Opel-Fahrer

„Jeder Popel fährt 'nen Opel“ - gegen diesen Spruch kämpfen die Rüsselsheimer Marketingstrategen unverdrossen an. Mit mäßigem Erfolg. Die einzige, wirklich positive Eigenschaft, die Opel-Fahrern zugeordnet wird, ist ihre Bescheidenheit.

Wild und männlich

Der BMW-Fahrer

BMW-Fahrer werden mit ähnlichen Klischees assoziiert wie Porsche-Fahrer: Am Steuer des BMWs sitzt demnach meist ein wilder Raser: männlich, sportlich, überheblich. Entscheidender Unterschied zum Porsche-Fahrer: beruflich weniger erfolgreich.

Attraktiv und arrogant

Der Porsche-Fahrer

Der Sex-Appeal des Porsche-Piloten ist ähnlich ausgeprägt wie die Schönheit der Mini-Fahrerin. Insofern wären die beiden das Traumpaar der deutschen Autobahn - jedenfalls wenn es nach den Klischee-Eigenschaften geht.

Hübsch und weltläufig

Der Peugeot Fahrer

Die Marke steht in den Köpfen der Deutschen offenbar für weltläufiges Understatement - und das wird mit positiven Eigenschaften in Verbindung gebracht. Die typische Peugeot-Fahrerin ist demnach höflich und bescheiden, ziemlich hübsch, schlank und gut gelaunt.

Dick und schüchtern

Der Ford-Fahrer

Offenbar hat sich noch nicht herumgesprochen, wie die Fachpresse die mutigen neuen Ford-Modelle lobt. Entsprechend muss der Ford-Fahrer viel Häme aushalten: Kein Autofahrer gilt laut unserer Umfrage als unsportlicher, kaum einer als hässlicher.