
Nicht schlecht, wie er gerade noch die schlechteren Teile losschlagen konnte. Ein guter Verkäufer scheint er zu sein. Hertie scheiterte vor allem deswegen, weil die Mieten zugunsten der vom englischen Investor abgespaltenen Property-Gesellschaften hoch angesetzt worden sind, um sie besser verkaufen zu können. Da fand bereits der Exit der Engländer statt. Die Pleite von Hertie schadet kaum noch jemandem - außer vielleicht den Mitarbeitern, die von neuen Betreibern z.T. wieder eingestellt werden und den Gesellschaftern der Besitzgesellschaften - ein wenig jedenfalls, allerdings steuerlich begünstigt. Vom Einzelhandel und der Touristik muß Middelhoff nicht selbst etwas verstehen, wenngleich es nicht schaden sollte, solange er den entsprechenden Sachverstand im Hause hat. Hier könnten sich Fragen stellen ob oder wie das funktioniert. Seine Idee, Prime-Retailing in den besten Citylagen Europas und der Welt zu kreieren - wie etwa Alsterhaus, Hamburg oder KDW, Berlin, Harrod`s, u.ä. - scheint erfolgversprechend. Allerdings ist der Weg langwierig und nicht einfach, weil Konkurrenten einbezogen werden müßten - auf die eine oder andere Weise. Kurzfristig drücken Konsumunlust, Inflation und Energiekosten auf Stimmung, Umsatz und Gewinn.

Schon wahr, da wird hin und her gerechnet, herumgewirbelt und am Ende fragt man sich, hat man verloren oder verdient. Es ist ein Ritt auf der Rasierklinge. Der mittelständige Kunde kommt von allen Seiten unter Druck. Reisen, besonders in England, werden sich nicht mehr so gut verkaufen lassen, denn die Immoblienpreise befinden sich dort im freien Fall. Wenig überzeugend, wenn man sieht wie kannibalistisch Parallelshops in neuen Einrichtungszentren wirken. So gesehen könnte der Kurs von 40 Euro um eine klitzekleine Null zu hoch gegriffen sein. Besser man spricht nur von Unterbewertung, denn selbst wenn es gut laufen sollte ist man den Verrücktheiten der Börse unbarmherzig ausgeliefert.