25. Januar 2005 Egal, wer letztlich den Pokal nach Hause trägt, ein Gewinner der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 steht bereits fest: die deutsche Wirtschaft. Marco Bargel, Chefvolkswirt der Postbank, beziffert die positiven Effekte des Großereignisses auf neun bis zehn Milliarden Euro.
Insgesamt dürfte die Weltmeisterschaft der deutschen Wirtschaft einen zusätzlichen Schub von rund einem halben Prozentpunkt des Bruttoinlandsproduktes bringen, sagte Bagel am Dienstag in Bonn. Der Löwenanteil davon wird im Frühjahr 2006 fließen, aber bereits in den Jahren 2004 und 2005 gibt es spürbare Effekte.
Milliarden für Fanartikel und Fernseher
Rund sechs Milliarden Euro werden dem Bonner Volkswirt zufolge an zusätzlichen Investitionen zu verbuchen sein, zum Beispiel in Verkehrswege und neue Stadien. Diese Aufwendungen fallen zu einem großen Teil bereits vor dem WM-Jahr an.
Der private Konsum dürfte um zwei bis drei Milliarden Euro wachsen. Viele Zuschauer decken sich erfahrungsgemäß nicht nur mit Fan- und Sportartikeln ein, sondern leisten sich auch ein neues Fernsehgerät.
Ausländische Fans beleben den Export
Die Ausgaben ausländischer Fans rund um die Weltmeisterschaft werden volkswirtschaftlich als Export verbucht. Von den insgesamt über drei Millionen Besuchern dürften nach Schätzungen gut eine Million aus dem Ausland kommen - sie könnten den deutschen Export mit knapp einer Milliarde Euro beleben.
Die Postbank ist als Nationaler Förderer einer der Hauptsponsoren der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.
Clement: Raus aus dem Jammertal
Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hatte bereits im Dezember gesagt, er verspreche sich von der WM Optimismus und einen Schub für das Land. Deutschland muß endlich raus aus dem Jammertal, forderte Clement, der überzeugt davon ist, daß sich die Investitionen in die WM volkswirtschaftlich auszahlen werden.
Rund acht Milliarden Euro seien bereits investiert worden - davon zwei Milliarden in Stadien und deren Infrastruktur, vier Milliarden in Verkehrswege sowie 500 Millionen für Ticketing- und Kommunikationssysteme. Diese Summen würden von den Einnahmen übertroffen werden, glaubt Clement, der fünf Millionen zusätzliche Übernachtungen im Jahr 2006 für realistisch hält.
Text: @bemi/cheh mit Material von AFP und AP
Bildmaterial: picture-alliance / dpa/dpaweb
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