Stahlindustrie

Arbeitgeber wollen erstes Angebot vorlegen

08. Februar 2008 In den Tarifstreit der nordwestdeutschen Stahlindustrie kommt Bewegung. Die Arbeitgeber wollen in der dritten Verhandlungsrunde am Dienstag ein erstes Angebot vorlegen, wie der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes Helmut Koch am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters ankündigte. Derweil erhöht die IG Metall den Druck auf die Arbeitgeber und kündigte Warnstreiks nun auch für ostdeutsche Betriebe an.

Koch zeigte sich über die „Massivität der Warnstreiks“ überrascht. Die Gespräche zwischen den Tarifparteien seien bisher sehr konstruktiv gewesen. IG-Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard sagte, die Gewerkschaft sei bereit, am Verhandlungstisch nach einer fairen Lösung zu suchen. „Aber am 19. Februar 2008 - am Ende der 4. Verhandlung - müssen wir wissen, wo wir dran sind.“

Von Montag an Streiks in Ostdeutschland

Die IG Metall hatte unmittelbar nach Ende der Friedenspflicht am 31. Januar ihren Forderungen mit Warnstreiks Nachdruck verliehen und auf eine rasche Einigung gedrängt. In zahlreichen Werken in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen legten nach Gewerkschaftsangaben in den vergangenen Tagen zeitweise 10.000 Beschäftigte ihre Arbeit nieder. Am Freitag beteiligten sich nach Angaben der IG Metall knapp 5300 Beschäftigte in insgesamt zehn Städten an Warnstreiks.

Am Montag sollen zudem in Ostdeutschland bei der Ilsenburger Grobblech GmbH und am Dienstag bei Arcelor Mittal in Eisenhüttenstadt die Beschäftigten in einen befristeten Ausstand gehen. Die ostdeutsche Stahlindustrie geht am Donnerstag in ihre zweite Verhandlungsrunde.

Die IG Metall fordert für die rund 85.000 Beschäftigten im Nordwesten und für die 8000 in der ostdeutschen Stahlindustrie wegen der guten Auftragslage unter anderem acht Prozent mehr Lohn und Gehalt. Für Arbeitnehmer über 50 Jahre will sie zudem eine Verkürzung der Arbeitszeit durchsetzen.

Arbeitgeber halten acht Prozent für zu hoch

Die Arbeitgeber wiesen die Forderungen trotz der guten Verfassung der Branche mit ihren führenden Konzernen Thyssen-Krupp und Salzgitter als inakzeptabel zurück. Die in den vergangenen Jahren in einem harten Anpassungsprozess erreichte weltweite Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Stahlindustrie würde durch einen Abschluss in dieser Höhe gefährdet. Zudem würden die Arbeitnehmer in vielen Stahlunternehmen durch Sondervergütungen bereits am Erfolg beteiligt.

Im vergangenen Jahr hatten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber auf Lohnerhöhungen von 3,8 Prozent sowie Einmalzahlungen bei einer Laufzeit von 13 Monaten verständigt.



Text: Reuters
Bildmaterial: ddp

 
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