Karrieresprung

Verändern will gelernt sein

Von Ralf Witzler

Karrieresprung - wöchentlich bei FAZ.NET

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22. Oktober 2004 „Wenn etwas besser werden soll, muß es anders werden“, hat Georg Christoph Lichtenberg einmal geschrieben. Ein Machtwort für Innovationen. Allerdings stellt er seinem Satz einen anderen voran: Es sei nicht gesagt, daß es „besser wird, wenn es anders wird“. Hieran halten sich Pessimisten, Bremser und Verhinderer aller Art fest. Und davon gibt es nicht wenige. Die Einführung einer Neuerung ist kein leichtes Unterfangen und will gelernt sein.

An der Ruhr-Universität in Bochum (RUB) wird den Teilnehmern des Studiengangs „Master of Organizational Management“ die Kompetenz vermittelt, Veränderungsprozesse an der Schnittstelle von Personal, Technik und Organisation durchzuführen. Das Lernprogramm wendet sich beispielsweise an den Chemiker, der mit organisatorischen Veränderungen konfrontiert wird, oder den Leiter der Personalabteilung, der die Reorganisation in einem Unternehmen konstruktiv begleiten soll und nicht nur Verwaltungsaufgaben übernimmt.

Interdisziplinäre Kompetenzen

„Die Studenten erwerben interdisziplinäre Kompetenzen in den Bereichen Technik-, Innovations- und Personalmanagement sowie Fähigkeiten im Bereich Organisationsgestaltung“, sagt Martin Kröll, Koordinator für das Lehrprogramm am Institut für Arbeitswissenschaften (IAW) der RUB.

Voraussetzung für das Studium ist mindestens ein 3jähriger Bachelor- oder Fachhochschulabschluß mit der Note „gut“ sowie 18 Monate Berufserfahrung und mehr. Die Lehrmodule enden bereits nach sechs Monaten mit einem Hochschulzertifikat. Das Studium an der Ruhr-Uni Bochum erfolgt in betreuten Kleingruppen und schließt nach zwei Jahren mit dem akademischen Master-Grad ab.

Lehrangebot wird aufgestockt

Kröll gibt sich sicher, daß das Weiterbildungsprogramm den Absolventinnen und Absolventen interessante Beschäftigungsperspektiven eröffnet. Er verweist beispielsweise auf den Erfolg des Bochumer Arbeitswissenschaftlers Reinhard Zaiser, der in Chicago das erste Institut für Logotherapie in den Vereinigten Staaten eröffnet habe. „Zaiser bildet Fachkräfte darin aus, Manager und Führungskräften durch Existenzkrisen zu helfen“, sagt Kröll. Seine Management- und Weiterbildungskenntnisse habe Zaiser zum großen Teil im Studiengang „Master of Organizational Management“ erworben.

Die Einschätzung, daß sich ein Studium der Arbeitswissenschaft lohne, teilen auch die Studenten. „Für mich sowie für viele Kommilitoninnen und Kommilitonen war das Studium der Arbeitswissenschaft ein beruflicher und persönlicher Gewinn“, sagt Jürgen Visentin, Absolvent des IAW. Diese und ähnliche Bewertungen des Studienangebots ergibt die jüngste Absolventenbefragung des Instituts. Das Lehrangebot stößt auf positive Resonanz. Im vergangenen Jahr haben 29 Studierende ihr Weiterbildungsstudium am IAW abgeschlossen. Die Veranstalter haben sich daher entschieden, das Programm künftig verstärkt anzubieten. Der Studiengang startet ab sofort zweimal im Jahr. Die Bewerbungsfrist für den nächsten Durchgang ab 1. März 2005 endet am 15. November 2004.

Interessante Berufsperspektiven

„Das Modulangebot bietet nicht nur die Chance, vorhandene Kenntnisse zu vertiefen. Vielmehr müssen die vielfältigen Möglichkeiten zur Einarbeitung in ein großes und interessantes Arbeitsfeld positiv hervorgehoben werden“, resümiert Michael Treier, ebenfalls Absolvent des IAW, der bei einem der großen Arbeitgeber im Ruhrgebiet angestellt ist. Die Befragung zeigt, daß offenbar der größte Teil der Absolventinnen und Absolventen vom Weiterbildungsangebot des Instituts profitieren, dies gilt insbesondere für die Ingenieur- und Naturwissenschaften.

„Die interdisziplinäre Ausrichtung des Studienangebots ermöglicht nicht nur den fundierten Blick über den Tellerrand, sondern befähigt, erworbenes Wissen vielfältig anzuwenden“, stellt die Absolventin Stephanie Hoffmann rückblickend fest. Die Themenbreite der Abschlußarbeiten ist vielfältig und erfaßt Aspekte aus den Bereichen Controlling, Unternehmenskultur und Qualitäts- sowie Personalmanagement. Ein Blick auf die Titel einiger Abschlußarbeiten dokumentiert die Chancen zur individuellen Ausrichtung des Studiums: „Personalentwicklung in schnell wachsenden Unternehmen“, „Logotherapie - ein Beitrag zum Sinnmanagement“ und „Die Katholische Kirche als lernende Organisation“.

Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, ihr Studium berufsbegleitend und flexibel zu gestalten. Absolventen von Fachhochschulen können mit Hilfe des Bochumer Masterabschlusses später an Universitäten promovieren. Gebühren, die im Masterprogramm anfallen, können Studierende aufgrund der neuen Rechtsprechung als Werbungskosten geltend machen.

Weitere Informationen und Anmeldung:

Dr. Martin Kröll, Institut für Arbeitswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum, NB 1/74, E-Mail: Martin.Kroell@rub.de, Internet: http://www.rub.de/iaw



Text: @rwi

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