Hier melden sich mal wieder nur Lehrer zu Wort. Lehrer die einen ach so anstrengenden Job haben, nie Schuld sind und die fleißigste Bevölkerungsgruppe überhaupt sind. Man sollte vor allen Schulen Klagemauern einrichten für alle Lehrer. Aber woher kommt das eigentlich? Ein Lehrer hat nach dem Abitur den Weg gewählt, möglichst bald beamtet zu werden, sich nicht dem sonstigen Wettbewerb in der freien Wirtschaft hingeben zu müssen oder auf Jobwechsel, lebenslangem lernen weil sonst die Arbeitslosigkeit droht, Kündigungen oder jegliches "mal sehen was meinen Tätigkeit in einigen Jahrzenten sein wird" einzulassen. Stattdessen lebt er in seinem staatsbezahlten Nest, ohne Risiken jeglicher Art. Dieser Typ Mensch ist wohl kaum der richtige, um Schülern beizubringen das Wettbewerb gut und richtig ist, ihnen wirtschaftliche Zusammenhänge zu erklären oder ähnliches. Wie kann ein Beamter denn auf einer Berufschule über Entrepreneurship referieren? Das Problem liegt also viel tiefgreifender, in der Ausbildung der Lehrer. Es müsste mehr Lehrer geben, die schoneinmal etwas anderes gemacht haben (oder machen) und theoretisches Wissen mit ernsthafter praktischer Erfahrung kombinieren können.
Als freiberuflich arbeitender Lektor und Lehrbeauftragter in Bachelor-Studiengängen sehe ich das etwas skeptischer. Ein entspannteres Verhältnis zum ökonomischen und unternehmerischen Denken wäre schon wünschenswert, aber man sollte damit keine Heilserwartung verbinden. Über ökonomisches Wissen zu verfügen, könnte auch bedeuten, die Grenzen der Homo-oeconomicus-Anthropologie zu kennen und (z.B.) zu wissen, was Marktversagen ist. Die Nutzenmaximierung wird von Zwanzigjährigen oft bereits gut beherrscht, aber sie wird mitunter so charakterlos betrieben, dass man schon Anlass hat, sich zu fragen, welcher Rationalitätsbegriff dabei im Spiel ist. Erfolgreiches unternehmerisches Initiativhandeln erfordert außer dem Nutzenkalkül auch eine intrinsische Motivation, die mit dem Kalkül nicht identisch ist. Wenn man das gezielt vergisst, wird die Forderung nach besserer ökonomischer Bildung zu einer naiven ideologischen Phrase.
...ist Abbild des Lebens: Auseinandersetzung im Wettbewerb um Ressourcen. Nur ein Bereiche von Evolution. Ein Gutteil der Menschen dieses Landes lebt allerdings in der Illusion, der Mensch an sich sei gut, deshalb könne man die "ach so grausamen" Gesetze der Evolution ausser Kraft setzen, das alles viel "humaner" "regeln", als diese das kann. Auch wenn der Mensch kein "reiner" homo ökonomikus ist ( wenn es ihm gut geht ), so beherrschen ihn im Grunde letztlich immer ganz einfache "selbstsüchtige" Motive. Der Neid auf "Reiche" entspringt dem Wunsch der eigenen Besserstellung, oft scheinheilig verbrämt durch den Ruf nach "Gerechtigkeit". Was ist das Anderes, als Wettbewerb mit Macht-Mitteln des nur so genannten "Sozialstaates". Wenn es hart auf hart kommt - und KEINE Disskussionen "im Wohlstand" geführt werden - enttarnen sich Gutmenschen sehr schnell als recht selbstsüchtige Geister. Das Grundübel dieser Gesllschaft vom Kindergarten an ist die Tatsache, dass neben zu wenig Wissen und zu wenig Bildung, reichlich durch gesellschaftlichen Konsens gerechtfertigte "Voreingenommenheit" sehr früh in die Hirne gepflanzt wird: Der Marsch durch Institutionen. Schröder hat die Kehrtwende geschafft. Die Mehrzahl noch nicht.
>Viele ihrer Kommilitonen jedoch treibe weder die Neugier noch die Freude an der >Arbeit mit Schülern an, sondern die Hoffnung auf eine bequeme lebenslange Stelle. >„Das ist einfach nur erbärmlich“, schimpft sie. Hat diese Studentin wirklich einen auf Tatsachen beruhenden "Durchblick", oder äußert sie nur billige Vorurteile über den Lehrerberuf, gepaart mit einer soliden Einbildung?
Je nu, was soll daraus denn werden. Als Sohn eines Lehrers ahnt man die Vergeblichkeit der Bemühungen, von dem da Draußen wirklich etwas begreifen zu können. Das vermag pädagogische Anstrengungen keineswegs zu entwerten. Wo ökonomische Zusammenhänge keine hervorgehobene Rolle spielen mögen, wie z.B. an Sonderschulen der unterschiedlichsten Richtungen, braucht es sie kaum bis gar nicht. Sonst allerdings steigt die Bedeutung mit dem Anspruch der Bildungsanstalt dramatisch. Da ist Vieles zu tun und liegt fast alles im Argen.
Die Wirtschaft soll selbstkritisch fragen, woher die Skepsis der Bevölkerung ihr gegenüber kommt. Nicht die Schule ist für die Distanz verantwortlich, sondern Fehler, Missmanagement, Maßlosigkeit in der Wirtschaft selbst. Diese Einsicht fehlt offenbar! Das Bild vom „ehrbaren Kaufmann“ muss wieder in die Köpfe der Unternehmer, Wirtschaftsführer, Banker und Manager! Bildungspolitik droht zu einem Anhängsel der Wirtschaftspolitik zu werden! Es reden Leute, die Ausbildung mit Bildung verwechseln, vom realen Schulalltag, den gesellschaftlichen und politischen Defiziten, mit denen Schule tagtäglich konfrontiert wird, und den Belastungen des Lehrerberufs Null-Ahnung haben. Das ist ein unattraktiver Knochenjob! Lehrer brauchen Unterstützung und Anerkennung und nicht solche Artikel! Die eigenverantwortliche Schule gibt es auf Druck der Wirtschaft, ohne die Schulen entsprechend auszustatten. Sie dient keinem! Schule wird nur zusätzlich mit Bürokratie, unsinnigen Evaluationen überfrachtet. Der Nützlichkeitswahn der Wirtschaft, die Reduzierung auf das Lernen von Techniken sind einer Kulturnation wie Deutschland unwürdig. Wirtschaft sucht den angepassten Jugendlichen! Der ist anfällig für alles. Es lohnt, vor der eigenen Tür zu kehren!!
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