10. Oktober 2003 Der Hamburger Kaffeeröster Tchibo hat sein Interesse einer Aufstockung seiner Beteiligung an dem Kosmetikunternehmen Beiersdorf bekräftigt. Gleichzeitig sieht sich Tchibo nach eigenen Angaben aber nicht unter Zeitdruck, Beiersdorf-Anteile aus dem Besitz der Münchener Allianz hinzuzukaufen.
Wenn Anteile auf den Markt kommen, dann dürfte es niemanden überraschen, wenn wir unsere Anteile erhöhen wollen, sagte ein Tchibo-Sprecher. Er ließ allerdings offen, ob darüber noch in diesem Jahr eine Entscheidung fallen könne. Nun sei die Allianz am Zuge, die knapp 44 Prozent an Beiersdorf hält und mehrfach Bereitschaft zum Verkauf hat erkennen lassen.
Weder Tchibo noch der Münchener Allfinanzkonzern wollten Stellung zu einem Bericht des Wall Street Journal nehmen, wonach Tchibo angeblich noch vor Jahresende ein Angebot für Teile oder den kompletten Allianz-Anteil an Beiersdorf vorbereiten will. Die Aktien von Beiersdorf verloren am Freitag 1,7 Prozent auf 108,60 Euro, während der MDax 0,3 Prozent nachgab.
Der Tchibo-Sprecher gab Aussagen von Vorstandschef Dieter Ammer wieder, der bereits mehrfach wie auch schon sein Vorgänger Reinhard Pöllath Interesse an einer Aufstockung des Beiersdorf-Anteils bekundet hat. Tchibo sei sehr zufrieden mit seiner Beteiligung an dem hoch profitablen Kosmetikunternehmen, sagte der Sprecher. Die Strategie des Managements verspreche auch in Zukunft Wachstum.
Als weiteres Unternehmen hatte kürzlich der amerikanische Konsumgüterhersteller Procter & Gamble sein Interesse an Beiersdorf bekräftigt. Vorstandschef Alan Lafley hatte dabei allerdings erklärt, er sei gar nicht sicher, ob der Kosmetikkonzern überhaupt zum Verkauf stehe. Dem P&G-Konzern, der jüngst bereits den Darmstädter Haarpflegespezialisten Wella für sechs Milliarden Euro gekauft hatte, wird seit längerem ein Kaufinteresse an Beiersdorf nachgesagt.
Dabei scheuen die Amerikaner aber offenbar davor zurück, bei einer Übernahme des Allianz-Anteils mit Tchibo einen weiteren Großaktionär mit am Tisch sitzen zu haben, der im Aufsichtsrat Entscheidungen blockieren kann. Tchibo hält mit 30,4 Prozent eine Sperrminorität an Beiersdorf.
Text: Reuters
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