06. Juli 2007 Wo ist die Digitalkamera am billigsten? Und der Laptop? Verbraucherportale im Internet geben die Antwort. Sie durchforsten automatisch viele Online-Shops und liefern dem Nutzer den besten Preis. Doch wenn es das billigste Angebot nicht im Internet gibt, sondern im Kaufhaus oder beim Discounter - dann entgeht das den Websites. Dieses Problem will ein Preisvergleich unter der Adresse dealjaeger.de lösen. Der soll niedrige Preise auch dann finden, wenn es sie nur bei Kaufhof, Saturn oder Plus gibt.
84 Prozent besuchen Preisvergleich-Seiten
Die Deutschen fragen gerne mal auf einer Preisvergleich-Seite nach, bevor sie einkaufen gehen. 84 Prozent der Internetnutzer besuchen solche Seiten zumindest gelegentlich, hat die Internet-Marktforschungsfirma Fittkau und Maaß erfragt. Das sind viele Besucher für die Verbraucherportale - aber ohne diese Menge würde Dealjäger nicht funktionieren. Denn es sind die Nutzer, die auf dieser Seite die Preise eingeben, die sie beim Einkaufen oder in Prospekten gefunden haben.
Damit sich das Eintragen auch lohnt, zahlt Dealjäger dafür Geld: umso mehr, je beliebter ein Artikel ist. Die aktivsten Preissucher bekommen rund 200 Euro im Monat, andere nur fünf oder weniger. Demnächst werde Dealjäger mehr Geld auszahlen, kündigt Geschäftsführer Sven Schmidt an.
Acht Euro weniger
Das Dealjäger-Konzept geht bei vielen Produkten auf. Für die Digitalkamera Casio Exilim EX-Z75 beispielsweise bleibt Dealjäger mit rund 147 Euro inklusive Versandkosten fast acht Euro unter dem niedrigsten Preis, den die anderen Vergleich-Seiten gefunden haben. Fast ebenso gut ist der Dealjäger-Preis für einen iPod. Das hat einen einfachen Grund: Um populäre Produkte kümmern sich die Dealjäger-Nutzer mit viel Elan.
Nebenbei fallen nützliche Tipps ab. So lässt sich aus Nutzerberichten erfahren, wie man bei bestimmten Online-Shops die Versandkosten sparen kann und wodurch sich die verschiedenen Versionen einiger Spielfilme unterscheiden.
Skepsis der Konkurrenz
Doch die Konkurrenten sind skeptisch, weil Dealjäger nur auf die Nutzer setzt und nicht wie die anderen Websites auf einen Computer, der das Internet nach Preisen durchsucht. "Diese Seiten funktionieren nicht ohne einen klassischen Preisvergleich", sagt Urs Keller, der Chef von Solute, das billiger.de betreibt. Auch er hat recht: Für weniger beliebte Artikel ist Dealjäger auch weniger geeignet. Waschmaschinen zum Beispiel machen den Nutzern nicht so viel Spaß wie Kameras und iPods, deshalb tragen sie auch nicht viele Angebote ein - prompt liegt der gefundene Preis über dem der meisten anderen Preisvergleiche wie ciao.de oder dooyoo.de
Einige der anderen Verbraucherportale wie idealo.de und preisvergleich.de geben zusätzlich einen Überblick über die Berichte von professionellen Testern und Fachzeitschriften. So findet der Kunde nicht nur einen günstigen Preis, sondern vielleicht auch ein gutes Produkt.
Hilfreiche Nutzerberichte
Auch die Berichte von Nutzern auf den Vergleichsseiten sind hilfreich: Geht ein Artikel schnell kaputt? Liefert ein Gerät schlechte Leistungen? Nutzerkommentare können darauf einen Hinweis geben. Verbraucher müssen diese Kommentare zwar mit Vorsicht lesen, weil positive Bewertungen von den Herstellern selbst stammen können und negative von deren Konkurrenz. Doch die Bewertungen anderer Nutzer bieten schon mal einen Hinweis, worauf man beim Kauf besonders achten sollte. Das können Verbraucher vor dem Kauf dann noch einmal tun. So ersparen sie sich möglicherweise einige Fehlkäufe.
Gewusst wie: Im Internet den niedrigsten Preis finden
1. Produkt aussuchen. Manche Websites geben einen Überblick über Testberichte, zum Beispiel in Fachzeitschriften. Das sind idealo.de, billiger.de und preisvergleich.de.
2. Berichte von Nutzern lesen. Sie liefern Hinweise auf Schwachstellen der Produkte. Doch Vorsicht: Hier kann sich auch Schleichwerbung verstecken. Die Angaben aus Nutzerberichten sollten noch einmal geprüft werden.
3. Mehrere Portale ausprobieren. Manchmal lässt sich dadurch noch ein Drittel des Preises sparen. Denn jede Seite gibt einen anderes Angebot als das günstigste aus.
4. Das Produkt genau benennen. Wer als Suchbegriff Apple iPod 4GB pink eingibt, erhält bessere Suchergebnisse als jemand, der nur einen iPod sucht.
5. Genau hinschauen. Viele Verbraucherportale zeigen nicht das billigste Angebot ganz oben, sondern ein teureres, für das sie mehr Provision bekommen. Die niedrigen Preise kommen manchmal erst weiter unten.
6. Die Angaben überprüfen. Nicht immer finden die Verbraucherportale tatsächlich den Artikel, den der Nutzer will. Manchmal verwechseln sie zwei Ausgaben des gleichen Buchs - oder das Buch mit dem zugehörigen Film. Auch der angegebene Preis ist gelegentlich veraltet.
7. Auf die Versandkosten achten. Die können einen großen Unterschied machen. Auch ein teureres Angebot wird attraktiv, wenn der Versand kostenlos ist.
8. Den Anbieter prüfen. Ist er vertrauenswürdig? Auf vielen Verbraucherportalen werden auch die Händler von den Nutzern bewertet. Ein kurzer Blick auf die Erfahrungen der anderen lohnt immer.
Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 01.07.2007, Nr. 26 / Seite 51
Bildmaterial: picture-alliance/dpa
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