Wirtschaftskriminalität

Pepsi widersteht Coca-Cola-Geheimnissen

Cola-Formel nicht geknackt, hieß es

Cola-Formel nicht geknackt, hieß es

06. Juli 2006 Eine leitende Coca-Cola-Sekretärin soll versucht haben, ausgerechnet dem Erzrivalen Pepsi Betriebsgeheimnisse wie die Kostprobe eines neuen Getränks zu verkaufen. Die Staatsanwaltschaft in Atlanta klagte die Mitarbeiterin eines hochrangigen Managers und zwei Komplizen wegen Betrugs und Geheimnisverrats an.

Insgesamt wollte das Trio bis zu 1,5 Millionen Dollar von Pepsi kassieren. Die berühmte Coca-Cola-Formel war jedoch nach Angaben von Coca-Cola nicht in Gefahr. Wie das Justizministerium am Mittwoch (Ortszeit) in Washington mitteilte, sind die 30, 41 und 43 Jahre alten Verdächtigen wegen Betrugs, Diebstahls und des Versuchs, Firmengeheimnisse zu verkaufen, angeklagt.

Der Hinweis kam von PepsiCo selbst: Der Getränkegigant unterrichtete seinen Konkurrenten, nachdem er im Mai einen Brief von einem gewissen „Dirk“ erhalten hatte, der nach eigenen Angaben in führender Position bei Coca-Cola arbeitete und PepsiCo „sehr detaillierte und geheime Informationen“ anbot. Coca-Cola verständigte die Bundespolizei FBI, die Ermittlungen einleitete.

Von Überwachungskameras gefilmt

Überwachungskameras filmten der Staatsanwaltschaft zufolge, wie die 41jährige Sekretärin an ihrem Schreibtisch Dokumente durchwühlte und in ihre Tasche stopfte. Außerdem wurde sie dabei beobachtet, wie sie ein Behältnis mit einer Flüssigkeit einsteckte. Bei einem Treffen mit einem Undercover-Agenten übergab „Dirk“ den Angaben zufolge Dokumente mit der Aufschrift „streng vertraulich“ sowie eine Glasflasche, die offenbar eine Probe eines neuen Coca-Cola-Produkts enthielt. Dafür erhielt er insgesamt 75.000 Dollar (fast 59.000 Euro). Die Behörden stellten später fest, daß es sich dabei um eine echte Probe handelte. Schließlich wurden „Dirk“ 1,5 Millionen Dollar versprochen, wenn er seine restlichen Firmengeheimnisse offenbaren würde. Am vereinbarten Tag der Geldübergabe eröffneten zwei der nun Angeklagten ein Konto. Wenig später wurde das Trio festgenommen. Alle drei werden am Donnerstag einem Richter in Atlanta im Bundesstaat Georgia vorgeführt. Ihnen drohen Gefängnisstrafen.

Coca-Cola-Chef Neville Isdell zollte Pepsi in einer Mitteilung an die Belegschaft große Anerkennung dafür, daß er Coca-Cola alarmierte. „Wir haben nur das getan, was jede verantwortlich handelnde Firma tun würde“, sagte Pepsi-Sprecher Mark Dollins. „Die Konkurrenz kann hart sein, aber wir müssen immer fair und im Rahmen des Rechts bleiben.“

Text: FAZ.NET mit Material von Reuters, AFP
Bildmaterial: dpa/dpaweb

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