
Wo ist die Verhältnismäßigkeit? Es geht ohnehin die allgemeine Verunsicherung bei Unternehmens um. Warum gibt es im Einkommensteuergesetz eigentlich steuerlich abzugsfähige Geschenke, wenn hier immer im Zweifel ein Hauch von Strafrecht im Raum ist? Wie hoch sind eigentlich die Kosten der Justiz mit Ermittlung, Durchsuchung, die Gerichtsverfahren im Verhältnis zu den Kosten der Tickets im Falle von Herrn Claasen? Ist das nicht eine Steuerverschwendung ohne Grenzen? Mir ist das alles ein großes Rätsel und es trägt nicht unbedingt dazu bei, sich in diesem Land wohlzufühlen, weil es einen erschleicht überall in eine Falle tappen zu können. Vieles ist unklar, Banalitäten werden scheinbar akribisch verfolgt. Sollte die Energie nicht auf die wirklich wichtigen Sachen gelenkt werden?

Das funktioniert übrigens und nur beispielsweise auch im Pressewesen: "Goodies" stimmen - richtig dosiert - Redakteure freundlich, dämmen negative Berichterstattung ein, fördern zudem die positive, und am Ende steht eine ganz simple Win-Win-Situation. Utz Claassen hat da nicht das Rad der Vorteilsnahme neu erfunden. Und wenn diese Praxis "Korruption" sein soll - um Himmels Willen, die Prozesse würden in ihrer Zahl die laufenden Hartz-IV-Verfahren um Längen toppen.