Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst

Warnstreiks behindern den Weg zur Arbeit

22. Februar 2008 Mit der Einbeziehung des Nahverkehrs haben die Warnstreiks im öffentlichen Dienst am Freitag einen neuen Höhepunkt erreicht. Ebenso wie in Frankfurt am Main blieben auch in vielen weiteren Städten und Kreisen Busse und Bahnen in den Depots. Allein in Nordrhein-Westfalen hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mehr als 10.000 Mitglieder bei Nahverkehrsunternehmen in 30 Städten und Kreisen zu mehrstündigen oder ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. In der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover sollen Busse und Bahnen den ganzen Tag stillstehen. Zudem sollen erneut Kindertagesstätten, Müllabfuhr, Stadt- und Kreisverwaltungen bestreikt werden.

Am Donnerstag hatten sich nach Verdi-Angaben 27.000 Bedienstete an den Aktionen beteiligt. Schwerpunkte am Donnerstag waren Kindertagesstätten. Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst werden am Montag in Potsdam fortgesetzt. Mit den neuerlichen Warnstreiks soll Druck auf die Arbeitgeber ausgeübt werden, ein neues Angebot vorzulegen. Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, will in Stuttgart zu den Streikenden sprechen.

Der Bezirksleiter von Verdi-Nord, Wolfgang Rose, drohte mit einem mehrmonatigem Streik, sollten die Arbeitgeber nicht auf die Forderung nach acht Prozent mehr Lohn und Gehalt eingehen. Die Gewerkschaften würden einen mehrmonatigen Streik problemlos durchstehen, sagte Rose der „Bild“-Zeitung. Das habe die Gewerkschaft mit dem 14 Wochen dauernden Ausstand vor zwei Jahren bewiesen.

Verdi und die dbb Tarifunion fordern für die etwa 1,3 Millionen Tarifangestellten acht Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro im Monat. Bund und Kommunen bieten bislang fünf Prozent - allerdings in drei Schritten und verteilt auf zwei Jahre. Zudem soll die Wochenarbeitszeit wieder verlängert werden.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: ddp, dpa

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