Prügelknabe der Politik: Siemens-Chef Kleinfeld

Vorstandsgehälter

„Stunde der Populisten“

Verwerflich, geschmacklos, asozial - Klaus Kleinfelds Kritiker nehmen kein Blatt vor den Mund. Eine Gehaltserhöhung um 30 Prozent ist Grund für die harten Worte gegenüber dem Siemens-Chef. Doch zwischen die Entrüstung mischen sich auch zustimmende Töne.

Lesermeinungen zum Beitrag

23. September 2006 23:35

1000.000 Euro fast 1960.000 DM im Jahr wäre das nicht genug

stefan pauly (stefano2051)

davon kann man auch in München jedes Jahr ein Haus kaufen und noch gut leben.

Nach 10 Jahren wären das 10 Häuser.

Sind 10 Häuser für einen einzelnen nicht genug.

nein für die Siemens-Bosse wie für die anderen DAX-bosse gilt der ungeschriebene Pakt mit den Aktionären:

Vorstand entlässt Leute und es steigt die Rendite und der Aktienkurs und dafür bekommen die Manager halt ein paar "Peanuts" des eingesparten. Ne 1000.000 Euro pro Vorstand bei 500.000.000 Euro gespart macht gerademal 1% Erfolgsbeteiligung.

Wie wird der Regelkreis aussehen bei denen Manager und Aktionäre ihren Schnitt nicht mehr machen ?

1. das unternehmen verliert an konkurrenzfähigkeit und geht am ende Bankrott

2. die volkswirtschaft als solches gerät in die krise und das geld wird entwertet

3. die entführungswirtschaft südamerikas presst das "ergaunerte" Geld ab. Einem "Gauner" wird es von anderen abgenommen.

resümee: die Gier kostet euch "Elite" die Glaubwürdigkeit

den Tribut dafür muss jeder gierige zahlen. Wie ? das wird die zukunft zeigen. das fass für die unten ist bald voll. glaubt ja nicht die jungen zahlen die Rechnung für eure Gier.
mehr als 3 mal essen und 1 mal poppen kann sowieso niemand. im sarg gibt es keine reichen.

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23. September 2006 16:34

Es ist der Beweis an mangelnder Managementkompetenz: BOYKOTTIERT SIEMENS

Henning Schussmüller (Schussmueller3)

Als ehemaliger "Global Account Manager" für die Siemens Gruppe habe ich über Jahrzehnte die Entwicklung des Konzerns und einiger seiner Geschäftssparten beobachten können.
Zunächst war ich ein Bewunderer, wie Heinrich von Pierer sensibel und doch mit großerer Nachhaltigkeit den Konzern umgestaltete.
Doch was jetzt seit Übergabe an Kleinfeld und Konsorten im Konzern vorgeht, hat nichts mehr mit ganzheitlicher Kompetenz zu tun.
Es ist einfach erschreckend, wie diese Herren unverdientermassen sich bedienen auf Kosten der ganzen Belegschaft weltweit.
Da halte ich es mit unserem Bundespräsidenten, der auf der DGB Tagung vor ein paar Monaten genau dieses unethische und unsolidarische Verhalten der "Topmanager" anprangerte. Unethisch und unsolidarisch gegenüber allen Siemensianern, den ehemaligen Mitarbeitern aber auch gegenüber der ganzen deutschen Gesellschaft.
Daher sollten alle Siemens Produkte ab sofort solange boykotiert werden, bis der Vorstand einlenkt und die Topfmanager durch Topmanager ersetzt werden. Denn die benötigt Siemens so dringend. Herr von Pierer, selbst Ihr Parteigenosse Stoiber übt deutliche Kritik. Handeln Sie, Herr von Pierer, und handeln Sie konsequent mit Feingefühl für Ihren Konzern und für unser Volk.

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22. September 2006 17:44

Stunde der Populisten

Dieter Linde (linde-buch)

Als Siemensianer bin ich natürlich entsetzt über diese Erhöhung des Einkommens der Vorstände. Insbesondere, wenn man Ergebnisse von sog. unternehmerischen Entscheidungen und deren Zustandekommen kennt. Von Weltklasse kann sicher keine Rede sein, eher von "Jugend-Forscht-Projekten". Es zeigt sich darin darüber hinaus ein Stück Menschenverachtung wie sie heute auch im täglichen Umgang mit dem "höchsten Gut" der Firma - den Mitarbeitern - üblich geworden ist.
Allerdings bin ich froh, dass dieses Thema jetzt die Aufmerksamkeit der Presse gewonnen hat. Es wäre sicher interessant zu analysieren, wo wirklich die Benefits dieser Entscheidungen (unter anderen: die Zerschlagung der Kummonikationssparte) zu finden sind und zu welchen Lasten sie gehen.
Was ich selbst in den letzten Jahren erlebt habe, würde - wenn es nicht so traurig wäre - genug Stoff für einen realsatirischen Roman abgeben. Leider waren es immer die Mitarbeiter, die letztlich für alles zahlen mußten.
Und sie wissen ja: Realsatire ist: wenn man sich totlacht man wirklich tot ist.

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22. September 2006 17:19

Künstliche Aufregung

Andreas Weber (atweber)

Ich weiss gar nicht über was man sich hier so aufregt. Die FAZ schreibt richtigerweise hier geht es nicht um Maßlosigkeit, sondern um Neid. Dieses Streben nach Vermögen ist einfach nur menschlich. Und entspricht es nicht der westlichen Vorstellung von Gesellschaft in der wir jetzt leben?

Auch im ärmsten Land der Erde kann man mit Vermögen prima Leben, sofern der Verwessungsgeruch nicht allzu intensiv durch das eigene Haus zieht. Ebenso kann ein Internierungslager religös Verfolgter ein wunderbarer Ort sein, wenn man auf der richtigen Seite steht und das Vermögen Freiheit heisst seine Vorlieben lustvoll auszuleben. Kann man sich nicht auch wohlfühlen mit Hungernden um einen herum? Oder ist das Überleben inmitten der Morbiden nicht gar gesellschaftlich das Zeichen der Gewinner, desto mehr ich hinter mir lasse desto weiter vorne bin ich?

Und machen wir uns nichts vor, um in dieser Gesellschaft zu den Gewinnern zu gehören muss man so denken. Gewinner verändern die Gesellschaft, Verlierer belasten sie. Also lasst uns ruhig sein, wir können nichts ändern und es zu wollen wäre dumm (sagt die FAZ). In den amerikanischen Western kommt jetzt normalerweise der Fremde...

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22. September 2006 15:21

Frage an die Experten

Marc Neef (marcneef)

Was mich brennend interessiert ist die Frage nach der Richtigkeit der Behauptung „Siemens braucht Weltklasse im Management“.

Wie ist der Unterschied zwischen einem etablierten Weltklasse-Manager und einem aufstrebenden Jung-Manager einzuschaetzen? Ich kann mir vorstellen, dass hier Connections und Authoritaet eine Rolle spielen. Aber macht das einen so grossen Unterschied aus?
Oder koennen nicht sogar die groessere Motivation und die moderneren ideen eines Nachwugsmanagers das zumindest ausgleichen?

Danke schon mal an alle Oekonomen und Manager fuer eure Antworten. :-)

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22. September 2006 15:15

Unverhältnismäßig

Rainer Halft (RainerH)

Just Anfang der Woche saßen noch viele Passagiere am Düsseldorfer Flughafen im "Skytrain" fest. Der Hersteller Siemens hat es auch nach mehreren Monaten nicht geschafft ein funktionstüchtiges System zu schaffen. Es sei nur mal an den ICE3 erinnert...
Dann verkauft Siemens seine Handysparte. Das die Handys, obwohl technisch fortschrittlich, sich nicht gut verkauften, liegt wohl im Endeffekt nicht in der Verantwortung des Managements?
Auch wenn ich generell ein liberal eingestellter Mensch bin, der Leistung auch belohnt sehen will, weiß ich nicht, wo hier die Weltklasse sein soll, die ein Siemensangestellter im Vorstand wähnt.
Wenn man sich die weitere Managerlandschaft anschaut - sei es VW, DaimlerCrysler oder Telekom, dann scheint mir eher, dass hier in Deutschland oft Kreisklasse mit Weltklasse vertauscht wird.

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22. September 2006 14:51

Die Gier..........

Peter Neises (XGROBMOTORIKERX1)

Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.

Mahatma Gandhi

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22. September 2006 14:44

Gerechter Lohn?

Niko Akathari (NikoA)

Was ist ein gerechter Lohn? Ein Unternehmsberater und Ingenieur fragte einmal dazu seine Zuhörer, was sein gerechter Lohn sei, wenn er einem Unternehmen durch die Verbesserung von Produktionsabläufen zu einer Ersparnis von jährlich 2 Millionen verhelfe und dafür nur gut einen Monat benötige? Ob dann 1 Million einmalig (nicht jährlich) zuwenig oder zuviel wären?

Die Frage mag sich jeder selbst beantworten, aber wenn er die Million einmalig verlangt, wird er sie sicher bekommen, wenn das Unternehmen die Chance sieht, auch nur wenigstens ein Jahr davon zu profitieren. Und das Unternehmen wird sich fragen, ob man nicht lieber einen Ingenieur fest einstellt oder einen Technologiepartner sucht oder sonst etwas.

In unserer Gesellschaft versuchen viel zu viele immer mittels Politik anderen ihre Vorstellungen mit Gewalt aufzuzwingen. Was bitte schön geht es mich überhaupt an, was Herr Kleinfeld verdient? Egal wieviel es ist, ändert es gar nichts an meinem Leben.

Aber die Politik wählenden Neider dieser Republik, die wollen mir permanent an den ohnehin mageren Geldbeutel. Herr Kleinfeld macht keine Gesetze, nur Verträge - und da kann jeder immer Nein sagen.

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22. September 2006 14:02

Gierig, Gierig

Fabian Beier (Kartoffelklopfer)

Ich kann mich da meinem Vorkommentator nur anschliessen. Bei Millionenverdiensten im Jahr noch mehr wollen ist einfach gierig und nicht nachvollziehbar. Es gibt viele Berufe mit sehr hoher Verantwortung, die doch bedeutend schlechter bezahlt werden (unsere Bundeskanzlerin verdient weniger als jeder örtliche Sparkassendirektor, trotz eindeutig grösserer Verantwortung, Ärzte, Richter etc. die Liste lasst sich endlos fortsetzen ).

Solche Aktionen sorgen nur für Unverständnis und man kann sowas in einer Zeit, in der der Staat pleite ist und den Bürgern noch mehr Opfer abverlangt , einfach nicht bringen. Es wird uns immer von den Arbeitgebern vorgebetet, mehr zu arbeiten, flexibler zu sein, weniger Lohn zu und den Abbau von Sozialleistungen zu akzeptieren etc.

Ich finde eine Nullrunde bei einem siebenstelligen Jahresgehalt kann man gut verkraften ohne in die "Armut" abzurutschen. Und zwar auch wenn die Vorstände gute Arbeit geleiset haben: Was man bei diesem Gehalt auch erwarten kann.

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