27. August 2003 Die Rürup-Kommission hat getagt und mit Bravour an den Stellschrauben gedreht, die die gesetzliche Rente im Umlageverfahren bietet. Die Vorschläge umfassen den üblichen Mix, aus dem deutsche Rentenreformen gerne zusammengesetzt werden: Dämpfung des Rentenanstiegs, auf mittlere Sicht steigende Beiträge, längere Arbeitszeit, ein wenig mehr Privatvorsorge.
Schon jetzt ist abzusehen, daß das nicht reichen wird - so wie alle Rentenreformen seit 1992. Jenseits des politischen Pragmatismus gibt es Vorschläge, wie die Altersvorsorge der Deutschen auf eine solidere Basis gestellt werden könnte.
Die Idee der Steuerfinanzierung spiegelt den herkömmlichen Reflex, daß der Staat für seine Bürger auch im Alter zu sorgen hat. Die Idee der Grundrente verweist den Bürger auf zusätzliche Eigenvorsorge und dämpft das Anspruchsdenken an den Staat. Die Idee eines Umstiegs auf kapitalgedeckte Eigenvorsorge geht noch einen Schritt weiter: Sie setzt nicht nur auf die wirtschaftliche Überlegenheit des Konzepts, sondern betont in liberaler Tradition, daß der Bürger für das absehbare Risiko des Alters zunächst einmal selbst vorsorgen kann.
Als Kontrastprogramm zur Debatte über Rürup stellen wir Alternativen und Ergänzungen zum Umlagesystem vor.
Text: pwe. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2003, Nr. 198 / Seite 12