Aus einer Schweizer Zeitschrift vor einigen Tagen:
Philippe d'Arvisenet (Chefökonom von BNP Paribas und assoziierter Uni-Professor in Paris) gab folgendes Beispiel in einem Artikel zum Thema Finanzkrise:
CDOs (Collateralized Debt Obligations) sind bei weitem viel kompliziertere
"products" als "Obligationen" (bonds). CDOs mit AAA bewertet (rated) sind einige Tranchen von Schulden die mit den höchsten Risiken aufgebürdet sind
("conçue pour prendre les premières pertes" schrieb D'Arvisenet wörtlich auf französisch).
Und weiter kommentierte der Chefökonom von BNP Paribas
"Einige Käufer haben dieses Fakt nicht verstanden ..... und sind davon ausgegangen, eine CDO rated-AAA sei mit einer Obligation rated-AAA gleichzusetzen..."
Heißt: Jede Krise ist schnell vorbei, Verluste sind nur kurzfristiger Natur.
Dieses Ergebnis vermittelt der flüchtige Blick auf die Aktienindizes seit den 80er Jahren.
Vier Probleme: 1. Der Zeithorizont ist nicht repräsentativ. Der amerikanische Aktienmarkt benötigte inflationsbereinigt Jahrzehnte, um die 1929-33er Verluste wieder aufzuholen. 2. In jedem Aufschwung profitieren andere Aktien, die die Indizes wieder hochziehen. Die New Economy-Anleger des vorletzten Exzesses warten immer noch auf bessere Zeiten. 3. Zeit- und Liquiditätsnotwendigkeiten zwingen zu früheren Verkäufen. 4. Die meisten Anleger verlieren in Verlustphasen irgendwann die Nerven.
Die Wahrheit ist: Eine universell gültige Verhaltensregel an Märkten in Krisensituationen ist weder existent, noch ist sie langfristig durchführbar. Es gibt aber dennoch Handelsregeln, die sinnvoll und sogar unabhängig von subjektiver Marktbeurteilung sind, wie z.B. Verluste ab einem gewissen Punkt rücksichtslos zu bereinigen. Denn es gibt keinen Kurs, der zu niedrig ist, um zu verkaufen. Das ist die eigentliche, traurige Wahrheit der Märkte.
Das Beispiel der Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften und LTCM sollte auch nicht vergessen werden.
Etwas zu kurzsichtig gesehen!
Die am Spiel beteiligten Profis sind auch die Verwalter von Kundenvermögen, einschliesslich Pensionskassen und Banken im Besitz der öffentlichen Hand. Die Gewinner unter den Profis haben im Spiel "Gewinn: Wir teilen. Verlust: Du zahlst!" aus schlechten Risiken gutes Geld für sich selbst gemacht. Die Verluste wurden aber auf alle Klassen von Anlegern verteilt.
Als Trost zu behaupten, der durchschnittliche Ertrag wäre trotzdem gar nicht so schlecht, ist ein zweifelhaftes Argument. Man könnte auch sagen, dass ein gewisses Ausmass an Verlusten durch unlautere Machenschaften hingenommen werden muss. Vielleicht ist das so - dann hätten wir es aber bitte etwas geringer!
Die Krise fand nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt!
<br>Pensionskassen, norwegische Dörfer und zählten zu den Käufern.
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<br>Der Punkt, den der Autor nicht schafft zu setzen, ist der, dass es nie
<br>eine Preisblase in den Verbriefungen selbst gab. Es gab schlicht keine
<br>Masse an Käufern. Diese Verbriefung waren (und sind) langweilige Anleihen.
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<br>Nun, es kann auch niemand erwarten, dass die Aussicht auf 5,75% Rendite einen Ansturm auf diese Anleihen auslöst; oder ?
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<br>CDSs sind keine mystischen Urgetüme der Finanzwelt, sondern lediglich Ausfallgarantien, die btw. 20 Jahre alt sind. Beispiel: Allianz begibt eine Anleihe über 100.000.000 Euro zu 5,9% p.a. Käufer der Anleihe können nun einen CDS auf diese Anleihe kaufen, der sie gegen das Ausfallrisiko (also gegen das Risiko, dass die Allianz den Kupon oder die Einlage nicht zurückzahlt) sichern. Das kostet (im Moment weit mehr als die üblichen) 80 BPs = 0,8% p.a. Das heisst, dass der Investor statt 5,9% nun 5,1 % erhält, dafür garantiert (5,9 - 0,8%).
<br>Daher auch der Name Credit Default (Ausfall) Spread, d.h. die Spread (unterschied) zwischen Ausfall und Nichtausfall.
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<br>Ich frage mich ernsthaft, warum Reporter ständig um den heissen Brei schwafeln, anstatt auzuklären.
In der Tat ist die Finanzierung von Eigenheimen ein komplexes und facettenreiches Thema, in das sich eigentlich nur gut informierte Kreditnehmer/Darlehnsnehmer wagen sollten. Hinzu kommt, dass das Thema Hauserwerb in USA einen anderen Stellenwert bezitzt als in Deutschland.
Unter "gutgläubig" verstehe ich insbesondere die umfassende Beratung/Aufklärung von Anlegern/Käufern, denn nur so ist ein Reinfall zu vermeiden. Wer jedoch von vornherein Betrügerisches im Sinn hat und auch praktiziert, darf sich so einfach nicht aus der Verantwortung stehlen können.
Hier fehlt der Schutz des Käufers, wenn man sich auf die Vertragsfreiheit beruft.
Unter den Kreditnehmer sind mit Sicherheit auch solche, die absichtlich über den Tisch gezogen werden und zeitlebens finanziell nicht mehr hochkommen.
Dem gilt vorzubeugen und Regressansprüche zu verwirklichen.
Wenn Profis spekulieren und verlieren, habe ich mit deren Sorgen allerdings kein Problem.
@haupricht; von gutgläubig kann nicht die Rede sein. Profis handeln ABS mit Profis.
Immobilienkäufer waren ebenso von naiver GIER zerfressen, wie die ganze Branche.
Es ist einfach "untauglich" eine "Schuld" ausschließlich auf Seiten von Wirtschaftsunternehmen zu suchen. Wieder eine SystemKritik, statt Wahrnehmung grundlegender menschlicher Eigenschaften auf allen Seiten. Das System hat Fehler. Na und? Welches nicht? Die Fehler "überragender alles umfassender staatlicher Lenkung" sind in den Geschichtsbüchern nachzulesen: Unfreiheit, Terror in jeder Beziehung. Nakte Massen-Armut. Gulag und KZ. Gar nicht weit von hier. Es hat genug Versuche gegeben, unter dem dünnen Deckmäntelchen "sozialistischer Systeme" das "Paradies" zu schaffen. Alle Ergebnisse: Siehe oben.
nein die Mitspieler im Casino haben kalte Fuesse bekommen.
Niemand traut niemandem mehr.
Die Banken schliessen ihre frueher hochgelobten Sparten
"Investmentbanking", nachdem das Spiel vorbei ist.
Ackermann hat es Mitte 2007 als erster erkannt, die
oeffentlich -rechtlichen Banken haben laenger gebraucht.
Was soll der Privatanleger tun? Wie Altmeister Kostholany
gesagt hat : 20 Jahre still halten ! Und auf die Realwirtschaft
vertrauen.
leider verschweigt der Artikel, dass es sich bei den "hochkomplexen" Finanzprodukten um nichts anderes handelt, als um Wettscheine. Große Teile der Finanzwirtschaft haben sich vollständig von der Realwirtschaft getrennt und zu einem riesigen Spielcasino gewandelt, in dem mit horrenden Summen - einem Vielfachen des Weltbruttoinlandsprodukt! - gezockt wird. Jetzt da dieses offenbar wird, soll der Steuerzahler für die angerichteten Verluste aufkommen. Eine klare und erhellende Beschreibung dieser Zusammenhänge habe ich im Buch "Geld arbeitet nicht" gefunden
Ein sehr informativer Kommentar, der die Ursachen der Krise beleuchtet.
In der Tat ist eine Verschleierung von Geldströmen das bevorzugte Mittel, um betrügerische Machenschaften im Kreditgewerbe wie im jetzigen US -Immobilienskandal beinahe anonym einzufädeln, abzuwickeln und die auf betrügerischem Weg (z.B. Begebung u. Weiterverkauf von faulen Krediten an gutgläubige Kunden) erlangten Milliarden einzustecken. Vielleicht liegen diese Gelder bereits auf Konten in Lichtenstein, Monaco, Cayman-Inseln etc. und sind so geschützt.
Firmen auf dem US-Immobilienmarkt sind hinreichend bekannt, die ihre dubiosen Geschäfte nicht nur zu Lasten der Immobilienkäufer als Darlehnsnehmer durchziehen, sondern auch andere Investoren, Banken etc. in betrügerischer Absicht zum Kauf von "faulen Produkten" veranlassen.
Bei einer durchgehenden Aufsicht über den US- Immobilienmarkt und bei einem wirksamen Meldesystem müssten doch solche Praktiken weitgehend vermeidbar sein.
Hier hätte die Bundesregierung durchaus Anlass, Schäden durch Verhandlungen mit der US-Administration vorzubeugen.