Haim Saban

Der Goldmacher

König Midas der Medienwelt: Haim Saban

König Midas der Medienwelt: Haim Saban

05. August 2005 Dem „König Midas der Medienwelt“ ist erneut ein Coup gelungen: Mit dem Verkauf seiner Mehrheitsanteile bei Pro Sieben Sat.1 an Springer hat der amerikanisch-israelische Milliardär Haim Saban seinem Ruf als knallharter Geschäftsmann alle Ehre gemacht. Aus den Trümmerteilen des Kirch-Imperiums schuf Saban innerhalb von nur zwei Jahren ein profitables Unternehmen mit verdoppeltem Börsenkurs und machte dies jetzt zu Gold.

Sabans Kritiker dürften aufatmen. Denn von Beverly Hill aus regierte der heute 61 Jahre alte Saban bei Pro Sieben Sat.1 mit harter Hand. Seinem Kurs fiel fast die gesamte Managerriege bei dem Sender zum Opfer, allen voran Vorstandschef Urs Rohner, den Saban durch Guillaume de Posch ersetzte. Auch Entertainer Harald Schmidt warf entnervt das Handtuch und wechselte zur ARD. Medienwächter kritisierten, Saban gehe es nur um kurzfristige Gewinnmaximierung und nicht um mehr Fernsehqualität in Deutschland. Nun sieht es so aus, als hätten sie Recht gehabt.

Der größte Deal Hollywoods

Mit dem Verkauf der Pro-Sieben-Sat.1-Anteile wiederholt Saban seinen Erfolg vom Oktober 2001. Damals verkaufte er den amerikanischen Familiensender Fox Family, den er zusammen mit dem Medienunternehmer Rupert Murdoch aufgebaut hatte, an Walt Disney. 5,3 Milliarden Dollar (damals umgerechnet 4,4 Milliarden Euro) brachte Saban dieser Coup ein. Der Deal gilt als der größte in der Geschichte Hollywoods.

Doch nicht immer wurde alles, was Saban anfaßte, zu Gold. Der Sohn eines Kaufmanns und einer Näherin wuchs in Ägypten und Israel auf. Seine Karriere startete er als Konzertagent in Israel, doch seine Firma ging Pleite. Nach einer Zeit als Musikproduzent in Paris zog er 1983 nach Los Angeles, wo er den Durchbruch schaffte. Dort produzierte und vermarktete er erfolgreich die Kinder-Actionserie „Power Rangers“.

In Deutschland nie heimisch geworden

In Deutschland gelang Saban als bislang einzigem Ausländer der Großeinkauf in den nationalen Medienmarkt. Doch Saban wurde hierzulande nie wirklich heimisch. Auf der Hauptversammlung von Pro Sieben Sat.1 vor einem Jahr, zu der er erstmals aus Los Angeles nach München angereist war, überließ er das Wort Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner, weil er selbst kein Deutsch spricht.

Saban zieht nun weiter nach Israel. Dort erwarb er bereits im Mai 30 Prozent an Telekom-Marktführer Bezeq. In Deutschland leiden die Sender unter sinkenden Werbeeinnahmen. In Israel locken hingegen hohe Renditen.

Text: FAZ.NET mit Material von AFP
Bildmaterial: AP

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