
Ist es nicht ein wenig vorschnell hier von der EU als einheitliches Gebilde auf Dauer zu sprechen? Die ständig steigende, sichtbar-dreiste Einmischung [VW-Gesetz, etc.] derselbigen in die nationalen Angelegenheiten der Mitgliedsländer wird die Illusion der nationalen Selbstbestimmung und Souveränität erschüttern und die Frage ins Bewusstsein rücken, ob man sich wirklich von einem undemokratischen Moloch und dessen Bürokraten regieren lassen will; hinzu kommen die nun anbrechenden Krisenzeiten, die zum einen die bisherigen, EU-hörigen Parteien durch andere, weniger nette Strömungen, ersetzen könnte, denn in der Krise wählt man nicht deren Protagonisten und Apologeten, sondern diejenigen, die Lösungen verbrechen und bieten können, und um dies zu verhindern, werden die etablierten Parteien gezwungen sein verstärkt die Interessen ihrer Nation wahrzunehmen, was die EU in tausend Spliter zerschellen lassen wird; wenn z.B. Deutschland die Agrarsubventionen streichen lassen will, um stattdessen Industrie und Technik zu fördern, und Frankreich dies nicht akzeptieren will, usw. – Selbiges gilt natürlich auf für den Energiesektor, wo Deutschland Polen und das Baltikum ignorierte und sich sein Gas direkt durch die Ostsee liefern lassen wird.

Die Aengste unserer bedauernswerten Kalten Krieger scheint ein unerschoepfliches Thema zu sein.

einer zus.Pipeline über Weißrussl./Polen bzw.der Bernstein Route.Die genannten 7,6 Mrd€ sind nur die (offiziell benannten)Kosten der Unterseeleitung ohne Zuleitungen(hunderte Kilometer lang).Dazu kommt auch der wesentlich höhere Aufwand für die Gasverdichtung, „Betriebkosten“ der russischen Marine für die Überwachung der Pipeline(Militarisierung der Ostsee),nicht näher bezifferbaren Umweltschäden,dann notwendige Investitionen wie ein LNG-Terminal in Polen dazu Abzweige nach Litauen bzw.von Deutschland nach Polen.Da die Invest-Kosten bei solchen Mammut-Projekten gewaltig sind, ist der Kapiteldienst(bei der Ostseepipeline um das vielfache höher)der entscheidende Kostenfaktor für die Transportkosten.Da Gazprom unter Aufsicht eines deutschen Alt-Bundeskanzlers (der sich bedauerlicherweise für eine Undemokratie einsetzt)keine genauen Zahlen,keine Kostenvergl.veröffentlicht,ist nur eine Bestätigung für meine Einschätzung.Da der Gastransport über Ostseepipeline unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten wesentlich teurer sein wird als bei den Alternativen,ist der Verdacht nahe,dass es sich um ein politisches Vorhaben handelt um andere Länder zu disziplinieren, heißt erpressen. Welche Ansichten hat die FAZ früher über Polen vertreten?

„Hoffentlich fuehren die strengen Temperaturen in Europa zum Nachdenken ueber den angemessenen Umgang mit den Russen.“ Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Eine sicherheitspolitische Stärkung Mittel-Ost-Europa durch US-Einrichtungen ist um so wichtiger, um Moskaus Gelüste in Osteuropa zu bändigen. Aber wer redet da mit 70000 US Soldaten inkl. Atomwaffen im Rücken (Deutschland meine ich). Die Polen/Tschechen haben das von den Deutschen abgeguckt, wie vorteilhaft es ist die US-Soldaten im Lande zu haben. Sie müssen mir erklären warum die Deutschen den Polen/Tschechen auch den Georgier, den amerikanischen Schutz verweigern, obwohl die Deutschen (West) seit über 60 Jahren diesen Schutz für sich in Anspruch nehmen (mit bis zu 250000US-Soldaten mit atomar bestückten Raketen)?

Es sind nicht 12 Euro/m3 sondern 12 Euro/1000m3 Kapitalkosten zuzueglich der Betriebskosten die bei jeder anderen Pipeline genauso anfallen. Ich bitte die Schreibfehler zu uebersehen. Das kleine Format des Kommentarformulars verfuehrt mich regelmaessig dazu Schreibfehler zu machen. Vandale

Hoffentlich fuehren die strengen Temperaturen in Europa zum Nachdenken ueber den angemessenen Umgang mit den Russen!

Gem. von Veroeffentlicheungen betragen die geschaetzten Kosten der Ostseepipeline 7,6Mrd Euro (mit den seit einigen Monaten sinkenden Stahlpreisen wird es auch hier eine Entspannung geben). Die Kapazitaet betraegt 55 Mrd m3/a. Daraus ergibt sich bei einer 30 jaehrigen Abschreibung, Anfangskosten von etwa 12 Euro/m3. Diese gehen durch Abschreibungen und Inflation schnell zurueck. Die Betriebskosten fallen bei dieser wie auch bei den bestehenden Pipelines an. Dagegen werden die Wegelagerergebuehren von Belorussland und Polen eingespart. Das ist der Hauptgrund zur Errichtung der Pipeline. Zum Thema Polen vertrete ich die Ansichten die von der FAZ frueher vertreten wurden. Vandale

Für wie dumm halten Sie die Ukrainer eigentlich, dass Sie diesen unterstellen, mit diesem Manöver schneller in NATO und EU kommen zu wollen? Diese Milchmädchenrechnung scheint in Ihrem Kopf zu funktionieren, außerhalb davon sicher nicht, und das wissen auch die Ukrainer. Vielleicht hätten diese besser daran getan, das Angebot über 250 $ / 1000 l Gas anzunehmen (immerhin eine Preissteigerung von 40% im Vergleich zum vorherigen Niveau). Aber selbst dann wäre Moskau wahrscheinlich noch ein Possenspiel eingefallen, um Kiew für das Abkommen mit den USA vom 19. Dezember zu bestrafen. Das ist nämlich der wahre Grund für diese Machtdemonstration. Man kann über das von den USA unterstützte Streben der ehemaligen Sowjetrepubliken Richtung Westen denken wie man will, jeder Kritiker dieser Bewegung sollte sich ernsthaft die Frage stellen, ob der Verbleib unter Moskaus Einfluss eine bessere Zukunft verspricht. Wer die Lage in Putins Reich vom Boden des Rechtsstaates aus betrachtet, kann dies nur verneinen.

Sie schreiben:„Die Ostseepipeline wuerde vor allem verhindern das Polen auf Kosten Deutschlands beim Gastransit die Hand aufhaelt. „ Sie müssen sich die Transpotkosten über die Ostseepipeline pro Gaseinheit/100 km ermitteln lassen. Gleichzeitig müssen Sie die Transitkosten für die gleiche Gaseinheit/100 km über Polen erfahren und mit den obigen Kosten vergleichen. Wenn Sie diese Kosten haben und vergleichen, dann werden Sie feststellen, dass die Transitkosten über Polen gerade ein Schnäppchen im Vergleich zu den enormen Transportkosten über Ostseepipeline, bedingt durch den hohen Investitionsvolumen der Ostseepipeline. Dann werden Sie feststellen, wer hier die “Hand aufhält“. Wenn Sie zu meinem Kommentar Stellung nehmen wollen, möchte ich diese Kosten von Ihnen erfahren.

Die Ukraine verlangt höhere Verbindungsentgelte (Transitgebühren) von Rußland, nicht umgekehrt. Rußland verlangt höhere Preise für seine Gaslieferungen an die Ukraine. Abzulehnen ist jedoch die von Herrn Berger vorgeschlagene Lösung. Aus der Diagnose, daß jeder jeden zu erpressen versucht und jeder die Erpressungsversuche des anderen fürchtet, folgt die Berger'sche Prophylaxe, "Kämpfen!" im Sinne, jeder für sich, wo jeder (Deutschland) den eigenen Vorteil suchen soll. Der Stärkere wird siegen. Das wäre das Ende der Europäischen Union und jedes solidarischen Handelns unter den Staaten: eine wahrhaft hobbes'sche Horrorvision. Eine bessere Lösung bietet sich an nach dem Grundsatz: keine Energiebezugsquelle soll, auf Grund einer klugen Diversifizierung derselben, in der Lage sein, irgendjemanden zu erpressen. Sollte sie es trotzdem versuchen, würde sie vor einem vereinten europäischen Energieversorgungssystem stehen, das einen solchen Versuch umgehend vereiteln würde. Nationale Interessen werden am besten im europäischen Rahmen bedient. Alleingänge führen zu noch größerer Erpressbarkeit. So mindestens haben die großen Europäer - Adenauer, Schumann, De Gasperi - gedacht, vor der heutigen Generation der Händler und der Krämer.

denn ohne hier eine neue Verschwörungstheorie aufbauen zu wollen, nichts anderes ist das, was Russland und die Ukraine hier z.Zt. gegenüber der Europäischen Union mit den gegenseitigen Schuldzuweisungen inszenieren. Und die EU verharrt in der üblichen zahnlosen Opferrolle. Dabei gilt es beiden ehemaligen Staaten der UdSSR die Zähne zu zeigen und sie in ihre Grenzen zu weisen. Nur das ist die Sprache, die in Moskau und Kiew verstanden wird. Moskau geht es um wirtschaftlichen und (macht)-politischen Einfluss und darum, Abhängigkeitsverhältnisse zur- und in der EU zu installieren. Russland ist zwar vor allem aufgrund seiner riesigen Rohstoffvorkommen wirtschaftlich aufgeblüht, die wirtschaftliche Struktur und das russische Potential ist- und bleibt derzeit nur ein aufgeblähter Papiertiger. Mit einer entsprechenden wirtschaftlichen Abschottungs-politik seitens der EU würden diese "Potemkinschen Dörfer" schnell in sich zusammenfallen. Und der Ukraine muss deutlich gemacht werden, daß ihre derzeitigen Versuche, sich quasi durch die Hintertüre in EU und NATO einschleichen zu wollen, vollkommen ungeeignet sind. Da helfen nur mutige weitere Reformen und Wohlverhalten gegenüber der EU, aber keine derartigen Drohgesten. Wehret den Anfängen!

Die Ostseepipeline wuerde vor allem verhindern das Polen auf Kosten Deutschlands beim Gastransit die Hand aufhaelt. Deshalb ist P ein strikter Gegner der Pipeline. Die Zukunft der Energieversorgung in der EG ist vor allem ein oekoreligioeses Problem. Der Versuch Energieprobleme mit ungeeigneten ausschliesslich einer Region geschuldeten Energiequellen (Wind, Sonne) loesen zu wollen ist Geld und Zeitverschwendung. Die EU verfuegt ueber reichlich Kohle die wesentlich guenstiger ist als Erdgas. Besonders zukunftstraechtig ist die Kernenergie mit der fuer mehrere Jahrtausende eine preiswerte, umweltfreundliche Stromversorgung sichergestellt werden kann. Wenn das Geld das fuer nutzlose Windmuehlen verschwendet wird fuer die Kernenergie ausgegeben wuerde, waere die EU wesentlich besser aufgestellt. Vandale

Man habe zunächst die Lieferungen an die Ukraine eingestellt, weil diese nicht bereit war, die erhöhten Verbindungsentgelte zu zahlen. Die Ukraine habe aber weiterhin Gas entnommen, woraufhin in Mitteleuropa kein Gas mehr eintraf. Da man somit faktisch nolens volens nur die Ukraine beliefert habe, habe man das Gas zur Gänze abgestellt. Ob das stimmt, weiß ich natürlich nicht, ganz unplausibel klingt das aber nicht. Recht, nun: interessant finde ich jedenfalls die im Beitrag dargestellte polnische Position - man ist gegen die Ostseepipeline, da nach deren Bau Rußland nicht mehr von Polen als Transitland abhängig sei. Anders gesagt: Man befürchtet, erpresst zu werden, weil man die andere Seite nicht mehr erpressen kann. In einem Geschäft, bei dem so rücksichtslos gekämpft wird, dürfte es jedenfalls für Deutschland zwingend sein, den eigenen Vorteil zu suchen, und zwar mit (mittelfristig) energischen Akquisitionen fossiler Brennstoffe einließlich Pipelines und (langfristig angelegter) Forschung in hierzulande verfügbarer Energie wie moderner Kernreaktoren / Brutreaktoren und Nutzung grüner Energie durch fortschrittliche Speichermedien. Also: Nicht heulen, kämpfen!