Von Oliver Georgi und Tillmann Neuscheler
04. Februar 2009 Märklin ist pleite: Zum letzten Mal köchelt damit ein alter Streit aus Deutschlands Wohnzimmern wieder hoch. Die einen schworen als Kind auf die Marke aus Göppingen, die anderen auf die Konkurrenz von Fleischmann. Das war eine Glaubensfrage - zwei FAZ.NET-Redakteure sind noch immer nicht geheilt.

Märklin hat über viele Jahre mit viel zu vielen Pseudoinnovationen den Sammlern das Geld aus der Tasche gezogen. Fleischmann dagegen hat einen wesentlich höheren Qualitäts- und Produktstandard gepflegt. Im direkten Vergleich ist die Fleischmann- Lok fast immer das bessere Modell mit besseren Fahreigenschaften und zum kleineren Preis. Ehemals Märklin- Bahner, bin ich vor über 20 Jahren auf 2L- Gleichstrom umgestiegen wie viele andere Modellbahner. Märklin versucht bis heute, mit teurem Digital- Firlefanz die mechanisch schlechten Getriebe zu zähmen. Es fehlt die überzeugende Linie. Die Märklin- Leute könnten es sicher besser, wenn sie dürften. Aber die eingebildeten Flaschen in der Topetage wissen doch schon lange nicht mehr, wohin die Reise gehen soll. Und 20 % Rendite kann man mit Modellbahnen nicht machen. Deshalb benötigt Märklin einen tüchtigen Unternehmer, der jetzt einsteigt, aufräumt (!!) und die abkassier- orientierten Hedge-Fond'ler im hohen Bogen rausschmeisst. Die Kunden werden die richtigen Produkte, gut gemacht und mit stimmiger Preis- Leistungs- Relation mit Sicherheit kaufen.

Nö, nö! Von wegen "VEB Märklin" [von ´Nicht Sowichtig (Dr.Dr)´]. Warum so umständlich? Märklin hat den Bankrott doch ohne "VEB" geschafft.

Egal welche Marke, wenn die Deutschen endlich mal lernen würden, dass Geldausgeben für schöne Dinge wie handgefertigtes Spielzeug aus Göppingen, Nürnberg, Fürth oder woher auch immer (nur bitte nicht Billigkram aus Fernost) Spass macht, würde es uns allen besser gehen. Wer nichts bezahlen will, muss sich nicht wundern, wenn er dafür schlechte Ware erhält. märklin und Fleischmann haben immer gut Qualität abgeliefert und so sollte es auch in Zukunft sein, erfreuen wir uns doch einfach an diesen Dingen. Mir gefällt es, wenn überflüssige Hedgefonds und zockende Banken wie eine Landesbank Kredite abschreiben müssen, am Ende zahlen wir als doofer Steuerzahler sowieso alles, da gebe ich das Geld doch lieber vorher aus und entscheide selber, wofür. Einseitige Presseartikel aus den letzten Jahren, die besonders märklin an den Pranger stellten, stellen für mich kein objektive Berichterstattung dar, da werden wohl eher Kindheitstraumata (wie eine fehlende Modelleisenbahn) verarbeitet...

Ich bin sofort dabei!!! VEB Märklin das wäre mein Traum :)

tja, da will eine Frau Thea Engholm noch nie etwas von Märklin und Fleischmann gehört haben. Da fragt sich ein halbwegs gebildeter Mensch in Deutschland, wohin der Blick in Schaufenstern von Spielzeugläden in den letzten über 30 Jahren so schweifen konnte? Sie, Frau E., wollen mir doch wohl nicht erklären, dass Sie schnurstracks und starren Blickes immer zum Buchhändler an der Ecke sind, ohne dass Sie, Kinder oder evtl. auch Kindeskinder Sie auf Eisenbahnen in Kleinformat (sprich Märklin oder Fleischmann o.a.) aufmerksam wurden. Aber ich lerne jeden Tag dazu, was Weltsicht betrifft. Die F.A.Z., genauer Herren Georgi oder Neuscheler, kann ich heute und hier nur fragen, ob es noch "geht". Da kramen zwei Redakteure der (wirklich der?!) deutschen überregionalen Tageszeitung die Klischees der beiden Spielzeugbahnmonopole heraus aus Anlass eines Insolvenzantrages, der bereits seit mehreren Jahren über der Firma aus Göppingen schwebt. Soll das das "Pocher- und Schmidt-Format" aus Tinte, sorry Druckerschwärze, werden? Insolvenz = Marken-Tod? Ist das lustig, angebracht oder gar der Sache dienlich? Spielen, kaufen und viel Spaß haben, dass alleine hilft. Der erschrockene Märklin-Fahrer und enttäuschte F.A.Z.-Leser J. Abke

Bin ich hier in einem infantilem Verein, der sich über Spielzeug echauffiert? ... Na, wenn schon, denn schon: Schon mein Großvater hatte eine Spielzeugdampfmaschine, die real funktionierte: Wasserkessel mit Spiritus heizen, Dampf und Bewegung produzieren. Mein Vater hatte solch ein Spielzeug, meine Schwestern hatten es, ich hatte es ... und es ist DAS Spielzeug meines Sohns. „Wilesco“ heißt übrigens die Firma, die das in Deutschland seit langem und einzigartig in der Welt produziert. Modelleisenbahnen? ... Nun ja; ... ziemlich Deutsch, spießig, gell? ... Macht ja auch nichts. Aber so ein geradezu Disput hier auf/in FAZ.NET ist auch ziemlich Deutsch, nicht wahr? ... Bestimmt auch ziemlich Deutsch, dass ich das kritisiere und darüber sogar noch Zeilen und Zeit deswegen opfere! ;-)

Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie märklin versucht hat ungerechtfertigter weise einen seiner kleineren konkurrenten durch plagiatsvorwürfe aus dem weg zu räumen, oder zumindest zu versuchen zu beschmutzen. Dieser kleinere hersteller ist piko, dem vorgeworfen wurde ein ice-3-modell von märklin abgekupfert zu haben. Natürlich hatte sich das- und das gericht nicht bestätigt, warum auch, hat piko nicht nötig! Wer in der heutigen zeit wie märklin, noch eine modellbahn mit einer äußerst anachronistischen stromschine in der mitte des gleises verbaut, der kann sich wahrlich nicht darauf berufen besonders detailgetreu zu sein.

Mein Cousin hatte Maerklin, ich Fleischmann/Rocco/Brawa ... Vielleicht war Maerklin innovativ, aber dann haben sie nicht mehr weiterentwickelt ... ich erinnere mich noch an die Drehscheibe von Maerklin (im vergleich zu Fleischmann) ... Maerklich war haesslich, Fleischmann war edel ... Loks, Schienen, Wagen ... Fleischmann war besser ... Von Brawa gar nicht zu reden ... Leuchten fuer die Eisenbahn ? Man wie potthaesslich waren diese Maerklindinger ... Signale ... Maerklich hatte bis ca. 1990 noch diese alten Metalldinger im Angebot (realer Massstab vielleicht 1:50), wohingegen Brawa schon ordentliches Anbot ... Tschau Maerklin .... Ihr habt es verdient

Ob man Märklin bevorzugt oder den normalen H0-Standard ist nichts anderes als eine Geschmacksfrage. Leider hat es nicht nur Märklin erwischt, vorher schon Trix und LGB (beide von Märklin übernommen), Roco und Fleischmann (die gehören jetzt beide derselben Holding in Österreich). All die Traditionsmarken aus unserer Kindheit waren mindestens einmal am Ende in den letzten 10 Jahren. Leider ist die Modellbahn nicht mehr wie vor 20 oder 30 Jahren das einzige vielseitige technische Spielzeug oder Hobby. Die Kinder spielen mit was anderem und können als Erwachsene nicht zurückkehren, weil die Modellbahn keine Kindheitserinnerung mehr ist. Die Hersteller haben sich zunehmend auf wohlhabende Sammler konzentriert, mit Modellen für mehrere hundert Euro, weil man sich da wohl den größten Erlös erhoffte. Vergebens, wie der Fall Märklin wieder zeigt. PCs und Konsolen, ferngesteuerte Autos und Flugzeuge usw. sind dramatisch billiger geworden, während ein bescheidene Modellbahnanlage leicht mehrere tausend Euro verlangt. Märklin oder Fleischmann? Wer mit seinen Modellen Betrieb machen will und nicht nur sammelt, weder-noch (eher Roco oder Shooting Stars wie Piko und Lenz).

Kinderkram, wenngleich mit ein wenig Wehmut durchsetzt. Andere auch anderswo können das auch bauen und wenn man bereit ist, genug Geld auszugeben, kann man es bekommen, wie man möchte. Auch vergoldet.

Weder noch, kenne ich beide nicht: habe mit TT-Eisenbahnen gespielt. Mein großer Bruder hat gebastelt, ich habe gespielt. Kennt diese Modellbahn jemand?

So schade es ist wenn eine Industrie pleite geht und Arbeitsplaetze verloren gehen, aber ist diese ganze Aufregung angebracht? Mir sagen beide Hersteller gar nichts. Allerdings waren fuer mich Buecher auch interessanter als Modelschienen. Ich finde es ehrlicherweise erstaunlich bei wie viele Erwachsene hier die "heile Welt" ihrer Kindheit wiederbeschwoeren oder einen merkwuerdigen Markenkrieg fuehren.

Marklin, LGB und/oder andere Hersteller haben eines gemeinsam den exorbitanten Preise uber den Fachhandel. Es ist nichts dagegen einzuwenden wenn der Vertrieb ueber den Fachhandel laeuft jedoch entzieht es damit dem Hersteller eines Produktes potenzielle Kaeufer, wie es die Insolvenz von Maerklin darstisch zeigt. Hochpreisiges Speilzeug wird nun mal nicht von Otto-Normalverbraucher im grossen Stil eingekauft. Mein Sohn wurde von der Pleitewelle wohl am haertesten getroffen den LGB welche von Maerklin uebernommen wurde gibt es hier nicht mehr. Hier in den USA muessen wir jetzt wieder auf Technik zurueckgreifen die eher an die Nachkriegs Elektrik erinnert den an inovative Technik wie sie von LGB oder Maerklin vorangetrieben wurde. Ich bin gerne bereit einen vernuenftigen Preis fuer ein tolles Produkt wie LGB zu bezahlen welche hier ind USA ueber Grosshaendler verfuegbar waren und im Schnitt 30 Prozent guenstiger verkauft wurden als im schlecht sortierten Fachhandel. Ueberragende Produkte aus Deutschland und warum sie gerade in Zeiten wie wir sie gerade durchleben scheitern liegt an vielen Dingen, der Preis um Wettbewerbsfaehig zu bleiben, Ignoranz, und eine ganz nette Portion Ueberheblichkeit.

Märklin ist ein weiteres Unternehmen, das an seinem Hochmut gescheitert ist. Es gab zwar einige gute Ansätze und technische Pionierleistungen, aber letztlich hat vor allem bei H0 die Rückwärtskompatibilität des eigenen Systems eine wirkliche Innovation verhindert. Für die gebotene Qualität war Märklin schon vor 30 Jahren viel zu teuer. Dafür hatte die Firma eine Arroganz gegenüber durchaus berechtigter Kritik, die einfach unvorstellbar war. Ich warte immer noch auf den Hersteller, der endlich eine H0 Bahn in Europa nach amerikanischen Normen anbietet, mit niedrigen Spurkränzen, schlanken Weichen, Loks mit Glockenankermotoren und ohne selbsthemmendes Getriebe und Kadee Kupplung. Fleischmann ist auch keine Alternative, sondern nur mittelmäßig, bei Roco stimmte wenigstens das Preis/Leistungsverhältnis, aber die Qualität war mir nicht gut genug. Trix war nach dem Kauf nur noch eine Mäklin Modellverwertungsgesellschaft. Einzig Bemo scheint wirklich innovativ zu sein, abeitet mit seinen Schmalspurbahnen aber in einer Nische. Der Gründer wollte übrigens einst bei Märklin anheuern, war den Leuten dort aber wohl zu unbequem, und hat daraufhin seinen eigenen Laden aufgemacht. Da hatte Märklin sich viel durch die Lappen gehen lassen.

... Fleischmann ist "the real thing"!

die wenn es nicht weitergeht betroffen ist - leider - es würde bedeuten, dass Trix, Minitrix, sowie auch die LGB, die von Märklin nach der Insolvenz erst übernommen worden ist, wo es gerade wieder ein wenig anläuft als Marken verschwinden würden....Was würde uns dann noch bleiben ?! Unabhängig vom pro und contra Märklin oder Fleischmann ?! - nur noch die Erinnerung und die Modelle in der Sammlung ?

Als eingefleischter Modellbahner, nicht Spielzeugbahnenbenutzer, habe ich jemals weder Märklin, noch Fleischmann oder Trix gefahren, für mich gab es nur Fulgurex, Haag, Rocco oder Tenshodo, alles andere war eben nur Spielzeug. Also trauere ich nicht die Bohne.

Tja Männer, jetzt geht es um das Kulturgut. Ich rufe die Journalisten der FAZ auf, ihre Märklin-liebenden Leser eine Genossenschaft gründen zu lassen, dann übernehmen die Märklinfans den Laden, das wäre doch was ? Ein englisches Sprichwort sagt "..the difference between a man and a boy is the price of their toys...." , wohl denn werte Leser (besonders die aus dem berühmten Frankfurter Speckgürtel), es ist Zeit für etwas teurer Toys...ihr könntet den Laden doch jetzt kaufen, hm - das wäre doch jetzt patriotischer Einsatz für unsere Werte, nicht wahr ?

... Maerklin steht fuer viele Stunden kreatives Spielen mit Kindern und nun soll es vorbei sein? Ich habe gerade meinem Sohn, 6 Jahre, an Maerklin herangefuehrt und er ist so begeistert wie von keinem anderen Spielzeug. PlayStation, X-Box und Co. verderben Kinderseelen, waehrend Kreativitaet und Phantasie auf der Strecke bleiben. Los - Vaeter Deutschlands - kauft Maerklin, nicht der Firma wegen, sondern wegen der gemeinsamen Stunden mit Kindern.

Märklin? War als Kind total uninteressant für mich. Viel zu klein und fummelig, Modellbau eben. Mein Bruder und ich hatten eine Playmobil-Eisenbahn mit zwei Lokomotiven. Mit denen konnte man Rennen fahren, bis sie aus den Kurven flogen, man konnte Playmobil-Männchen auf die Gleise legen (jaja, die wurden immer in letzter Sekunde gerettet) und man konnte die Gleise auch im Garten verlegen.

Außer Märklin gab es doch nur noch eine Marke, die leider vom Markt verschwunden ist. Das ist die Trix und MiniTrix Bahnen. Die waren schon lange Zeit vor Märklin in der Lage auch digitale Signale zu verarbeiten und war einfach viel schöner und innovativer. Dieser Bahn traure ich nach obwohl ich noch heute eine solche Anlage in meinem Keller betreibe und dies sehr zu meiner Freude und Zufriedenheit.

Ausgerechnet im 150. Jahr muss das geschehen. Gerade vorige Woche kam der dicke Insider Umschlag mit dem Programm für 2009. Zu behaupten, Maerklin wäre ein Opfer der Banken ist zu billig. Die zerplitterte und zerstrittene Maerklin Eigentümerfamilie hat viel zu lange die hier in einem Kommentar angeführte schwäbische Behäbigkeit an den Tag gelegt und musste dann an einen Finanzinvestor verkaufen. Hätte man (und das sollte ein Modellbahnunternehmen doch wissen) die Weichen rechtzeitig gestellt und wäre man kaufmännisch so innovativ vorgegangen wie technisch, müsste die Meldung heute wohl nicht über den Ticker gegangen sein. Maerklin ist mehr als eine Firma, so wie Dampfloks eine Seele haben, hat diese Firma eine Seele die in vielen Kinderherzen aufgefangen wurde und die man als Erwachsener pflegt und hegt. Maerklin darf nicht verschwinden, aber die Firma darf auch nicht wieder an einen Seelenlosen Investor verfallen. Der Mythos muss erhalten bleiben, also, kaufen wir was der Geldbeutel hergibt. Dann ist Maerklin auch zu retten.

Ich würde mich freuen wenn es Märklin weiterhin gäbe - ein Stück deutscher Geschichte zum Anfassen. Ich bin damit aufgewachsen - und war somit kein Fleischmann Fan.

Auch ich musste die traurige Nachricht heute in FAZ.NET lesen: Märklin ist Pleite! Denn nicht nur die "Kerle" - auch wir Frauen - spielten und spielen mit Modelleisenbahnen. Sorry, liebe Männer, wenn ich jetzt eure Träume platzen lassen muss. Märklin ist mehr als nur die Marke. Märklin IST Modelleisenbahn. Und by the way: Fleischmann? Geht gar nicht!

Märklin - was für ein Klang. Das erinnert! An Gebirge aus alten Gipsgetränkten Bettüchern, an Fallerhäuschen, Uhu und zig Stromschläge am Trafo. Märklin - das ist 50er Jahre und heile Welt. Fleischmann? Kenn ich nicht

;-)
Zetsche: E- und S-Klasse bleiben in ![]()
SAP-Chef Apotheker: Mehr Arbeitsplätze als in den traditionellen Industrien“
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