
Wirklich eine interessante Frage, die Thomas Frieling da gestellt hat:
Darf ein arbeitsloser, nichtrauchender Kellner eine angebotene Stelle als Kellner in einem Raucher-Restaurant jetzt ablehnen ???
Kennt da ein Fachkundiger eine Antwort ???

Haben wir denn wirklich die freie Wahl, uns dem Rauch zu entziehen?
Wie steht es mit Heranwachsenden, die zusammen mit anderen in eine Diskothek gehen? Natürlich haben diese die scheinbare Wahl, stattdessen zu Hause zu bleiben. De facto werden sie aber trotzdem den Rauch hinnehmen, da für durchschnittlich Veranlagte die Anziehungskraft des Lokals einfach übermächtig ist.
Natürlich kann ich als Verkäufer versuchen, mit meinem Kunden mittags in ein Nichtraucherlokal zu gehen. Manch einem gefiele das möglicherweise. De facto kann ich mir die Gesprächspartner aber nicht aussuchen und bin dann doch wieder den Rauchern ausgeliefert.
Natürlich kann ich darauf verzichten, mit der Familie essen zu gehen - ich tue dies im kleinen Kreis seit Jahren, wenn man Nordsee, Karstadt und MacDonalds mal nicht mitzählt. Wenn ein Essen im größeren Kreis ansteht, läßt sich dies aber de facto nicht durchhalten.
Natürlich kann ich darauf verzichten, mich in Buswartehäuschen unterzustellen, wenn es regnet, natürlich könnte ich versuchen, einen trockenen Platz zu erobern, indem ich die Unhöflichkeit des Rauchers mit ähnlichen Frechheiten beabtwortete.
Und wie ist es mit der Freiheit des Arbeitslosen, eine Stelle als Kelner abzulehnen?
TF

Woher wissen Sie, daß sich niemand dran stört? Fragen Sie die anderen Gäste des Restaurants? Oder auch diejenigen, die -- wenn geraucht wird -- erst gar nicht kommen?
Ich plädiere dafür, daß wir uns von den völlig überflüssigen Ausnahmeregelungen verabschieden.
Meine rauchenden Kameraden vom Sportverein schimpfen bisher nicht; sie rauchen jetzt erheblich weniger. An einem Kneipenabend nicht mehr anderthalb Schachteln, sondern drei bis vier Zigaretten.
Ich habe -- trotz gewisser handwerklicher Mängel -- vor einer Politik, die eine wünschenswerte gesellschaftliche Veränderung mal nicht nur -- wie sonst immer -- über eine Gehirnwäsche in den Schulen zu erreichen versucht, sondern den Hebel mal dort ansetzt, wo das Problem wirklich besteht.
Sonst bleibt es nämlich dabei, daß in den Schulen eine Suchtpräventionsveranstaltung die nächste jagt, so daß die Schüler tagsüber z.B. engagiert Plakate beschriften, auf denen die schlimmen Folgen des Rauchens aufgelistet werden, Rollenspiele durchführen usw., während sie abends in der Disko wieder fest zu den (Ketten-)Rauchern gehören und damit die Sinnlosigkeit der Präventionsmaßnahmen offenbaren.
Die gesetzliche Regelung ist unbequem, aber ehrlich und trifft alle, nicht nur die Schüler.

Ich bin Raucher und von diesem Rauchverbot genervt! Aber es ist eine Tatsache, dass Rauchen ungesund ist und stinkt. Nichtraucher sollten die Möglichkeit haben, ohne eine derartige Belästigung ausgehen zu können. Wenn das Rauchen zukünftig nur in abgetrennten Bereichen möglich ist, dann ist dies gewährleistet. Mit Bezug auf die einräumigen Eckkneipen halte ich die "spanische Lösung" jedoch für erheblich besser. Soll doch der Wirt selbst entscheiden! Aber von einem generellen Rauchverbot halte ich nichts. Warum etwas verbieten, wenn sich niemand dran stört? Man kann es auch echt übertreiben. Oder wollen da jetzt einige den radikalen Erzieher spielen? In diesem Fall sag ich nur:Nein, danke!

Wohl an mit der undifferenziert akzentuierten Intoleranz von Nichtrauchern in diesem Forum, die selbst in Zeiten des Rauchverbots eine Einraumkneipe vielleicht einmal pro Jahr von innen sehen. Ergreifend auch ihre fachlich fundierten Betrachtungen von Suchtverhalten. Für eine moralisch gute Sache hat man eben immer betroffen zu sein!
Natürlich darf das "Gejammere übers Rauchverbot" und das "dumme Gerede vom Kneipensterben" nicht verstummen, solange der Verdacht besteht, daß das Nichtraucherschutzgesetz Grundrechte beeinträchtigt bzw. verletzt und dadurch nicht zuletzt die wirtschaftliche Basis von Gewerbetreibenden gefährdet und in den Wettbewerb eingreift. Die Begründung der Verfassungsbeschwerde des Dehoga ist ja nicht etwa an den Haaren herbeigezogen, sondern lässt durchaus prognostizieren, dass auch dieses Gesetz konsensfähiger nachgebessert werden muss. In diesem Kontext ist das Klagerecht der betroffenen Gastronomen, die bereits im Rahmen ihres Hausrechtes ganz gut eigenverantwortlich entscheiden können, ob sie rauchende oder nichtrauchende Gäste bewirten, wie im übrigen auch jedes anderen Gewerbetreibenden nur legitim. Unsere Verfassung als zentrales Rechtsdokument unterscheidet nicht zwischen Rauchern und Nichtrauchern.

ist der bayerische Weg. Konsequent ohne Ausnahmen. Keine Nebenräume, Festzelte und andere "rettende Anker". Schumanns Bar in München voll wie immer, Bar Centrale,Nero ebenso.
Der "Verein zur Erhaltung der bay.Wirtshauskultur" sollte seine Mitglieder lieber schulen wie man gutes Essen und Getränke zubereitet anstatt die Daseinsberechtigung nur auf den Aschenbecher zu reduzieren.
Seid dankbar für die bay. Rigorosität denn sonst hätte jedes Dorf von März bis November ein Zelt auf der Wiese das , abwechselnd von Schützen, Keglern und Feuerwehr betrieben, dem Dorfwirt die Gäste wegnähme !

Rauchen, Trinken, Essen, Autos, usw., alles verbieten, natürlich immer mit irgend einem Überbau:
der Gesundheit der Kinder in der Eckkneipe, der Rentenversicherung, der Krankenversicherung, der Umweltverschmutzung, der sozialen Gerechtigkeit, Europa oder was auch immer. Was vergessen?
Waldsterben? Hühnergrippe? Islamischer Terrorismus und Migrantengewalttätigkeit vielleicht noch?
Ihr moralinsauren Gestalten, ihr seid kaum zum Aushalten, ganz ehrlich, und es schert mich nicht was ihr über mich denkt, ich will nur nicht von Euch belästigt werden, leider kann man das im heutigen Bashing-Zeitgeist nicht vermeiden. Es hängt mir trotzdem zum Halse raus.
Vor lauter Todesangst und Krebsgefahr zittern mir die Knie so wie Euch die Stimme bei der Moralpredigt.
In unserer Firma kann man nur noch aufs Klo, wenn ein Uruloge eine niedrige Schwermetallkonzentration nachweist, sonst muss man im Kanister alles mit nach Hause nehmen und als Sondermüll kostenpflichtig entsorgen.

Hätte die Lobby der Dehoga nicht Raucherräume in größeren Kneipen erwirkt gäbe es keine Probleme. Die Gäste bleiben ja nicht zuhause, sondern gehen in Kneipen mit Raucherräumen. Würde es ein generelles Rauchverbot für ALLE Räume geben, dann dürfte der Umsatzrückgang durchaus kleiner ausfallen... In so fern hat der Hotel- und Gaststättenverband seine kleineren Mitglieder zu Gunsten der Größeren übergangen

Das eine ist das legitime Recht der Nichtraucher auf Schutz, das andere ist die Umsetzung. Auch wenn man wenig Mitgefühl für Raucher haben muss, die ihre Zigarette eben draußen rauchen - immer mehr Raucher rauchen schließlich auch nicht mehr in der eigenen Wohnung - so sollte die Regelung nicht gerade die kleinen Kneipen gefährden.
Das wäre nicht der Fall gäbe es nicht diese letztlich wachsweiche Raucherraumregelung - die letztlich ja auch nicht wirklich befriedigend ist - wer will schon in diesen völlig verqualmten Räumen sitzen.
Das ist dann wie zuletzt in den ICEs, als die Raucher lieber im Nichtraucherabteilgesessen haben, aber zum Rauchen ins Raucherabteil gegangen sind.
Aber zu einer klaren Regelung fehlte der Mut - trotz der starken Sprüche die sonst so gerne aus Politikermündern kommen. Die Umstellung ist dann letztlich eine Frage der Gewohnjheit.

Es ist erschreckend, mit welcher cynischen Abgebrühtheit hier Wirtschaftsinteressen gegen Vitalinteressen abgewogen werden. Dabei sollte doch jedem civilisierten Menschen klar sein, daß Freiheit dort ihre Grenze finden muß, wo andere beeinträchtigt werden. Schon das Rauchen im Freien ist eine Dreistigkeit, da hier regelmäßig Passanten von den Rauchschwaden (und natürlich auch den herumliegenden Kippen) belästigt werden. Hier aber soll gar das »Recht« gerichtlich erstritten werden, in Räumen zu rauchen, die ja auch von Lieferanten, Handwerkern, Courieren und anderen betreten werden müssen, die sich das eben nicht heraussuchen können. Wer seinen Lebensunterhalt zulasten der Gesundheit anderer verdient, kann doch nicht auch noch Rechtsschutz für sein obszönes Tun fordern.
Wenn das Tabakrauchen schon — obwohl wesentlich addiktiver als z. B. der Cannabismißbrauch — vom Gesetzgeber gegenüber anderem Drogenmißbrauch privilegiert wird, dann sollte doch wenigsten sichergestellt sein, daß es nicht in der Öffentlichkeit, nicht in Mietshäusern, nicht in Gegenwart von Kindern geschieht oder sonst irgendwo, wo die Möglichkeit besteht, daß der Raucher außer sich selbst jemandem schaden könnte. Sollte eigentlich selbstverständlich sein, oder?

Um süchtig zu werden, durchläuft ein Raucher meist in der Jugend eine Durchhaltephase in seiner Raucherclique, um im sozialen Gruppenzwang mithalten zu können. Um von Rauch süchtig zu werden, muß der Raucher zunächst also ein Martyrium durchlaufen. Süchtige begründen ihre Sucht immer mit dem Genuß, den sie beim Rauchen empfinden. In Wahrheit ist es nur die Beruhigung der durch die Sucht manipulierten Gehirnstruktur.
Erwachsene Raucher in Kneipen sind ja wenigstens noch unter sich und somit wieder in ihrer sozialen Suchtgruppe. Raucher, die ihren eigenen Kindern eine Qualmatmosphäre bieten, handeln dagegen sträflich. Die Sucht des Einen geht immer zu Lasten des Anderen. Wie schwer es ist, vom Rauchen loszukommen, bezeugen die vielen vergeblichen Versuche innerhalb eines Raucherlebens. Das Suchtpotential ist in der Tat vergleichbar mit dem von Heroin. Ein grundsätzliches Rauchverbot, auch in Privaträumen, kann daher nur weiterhelfen; denn wir haben es mit einer Droge zu tun, die das Gehirn manipuliert und die Gesundheit schwerstens schädigt. Raucher fügen durch ihr Suchtverhalten ihrer unmittelbaren Umwelt großen Schaden zu, indem sie die zwanghafte Befriedigung ihrer Sucht auch noch als persönlichen Genuß empfinden.

Es ist interessant, wie weit fortgeschritten die Abhängigkeit und Sucht bei den Rauchern sein muss, wenn sie nicht einmal zwei Stunden im Restaurant oder in der Kneipe auf die Zigarette verzichten können.
Das Rauchverbot ist absolt überfällig und absolut notwendig. Ich möchte nicht wissen, wie niedrig mein Krankenkassenbeitrag wäre, wenn ich nicht die Raucherlungen meiner Mitbürger mitfinanzieren müsste (was sich natürlich auch auf andere Dinge wie Alkoholabhängigkeit, etc. ausdehnen ließe).
Wo ist das Problem? Es soll jeder selbst abwägen und entscheiden, ob ihm der Kneipenbesuch oder seine Abhängigkeit wichtiger ist. Das Gejammer über die ach so unzumutbaren 10 Meter Fußweg bis vor die Tür kann ich jedenfalls nicht mehr hören, ebensowenig wie das dämliche Geschwätz, dass die Zigarette ja unbedingt zu einem guten Essen dazu gehöre!

"Freiheit ist immer nur Freiheit des Andersdenkenden".
Und was ist mit der Freiheit der Nichtraucher? Es gibt durchaus Nichtraucher die das anders als Nichtraucher sehen als Sie. Die Freiheit dieser Andersdenkenden sollten wir dann auch nicht vergessen.

Das Rauchverbot für kleine Eckkneipen ist Gängelei und scheint mal wieder typisch deutsch zu zu sein. Spanien hat eine gute Regelung für Einraumlokale. Der Gast hat die Freiheit, eine Raucherkneipe zu betreten oder nicht. Der Wirt hat die Freiheit, sich dem Dunst auszusetzen oder für sein Lokal ein Rauchverbot zu bestimmen. Aber wir müssen Vorschriften machen. Bei den Schwächsten jedoch, die sich nicht wehren können, lassen wir unverantwortlichen Müttern und Vätern die Freiheit, das Kind schon im Mutterleib und später in der Wohnung der Eltern zu schädigen, ohne dass es sich dagegen wehren kann. Für diese Fälle sollte man ein Rauchverbot verhängen und unter Strafe stellen, auch wenn es schlecht kontrolliert werden kann. Aber die Kinder haben bekanntlich die schwächste Lobby, sie sind noch kein Wahlvolk.

das dumme gequatsche vom Kneipensterben!
Wirte und Kellnerinnen sterben an Herzinfarkt und Lungenkrebs, nicht am Rauchverbot!
Die Lügen, die derzeit durch den Blätterwald rauschen, sind ja sowas von an den Haaren herbeigezogen!
Die Menschen in diesem Lande lassen sich aber nicht verarschen: 66% sind für ein Rauchverbot in der Gastronomie.
Ich gehe solange hierzulande nicht ins Restaurant, bis der Gestank sich verzogen hat.

Tatsächlich ist es irritierend, dass Brauereien und Zigarettenhersteller nicht konsequent durch Aufklärung und mit Mitteln der Werbung gegen die Anmaßungen der Landesregierungen vorgehen. Schließlich sind es ihre langjährigen Geschäftspartner und ihre besten Kunden, die von den tyrannischen Rauchverboten gegen private Gaststätten betroffen sind. Es scheint, als fühlten sie sich nicht direkt betroffen oder als fürchteten sie die Retourkutschen der politischen Klasse, dabei sind sie es, die leicht mehr Unterstützer aufbringen könnten als alle politischen Parteien zusammengenommen.
Vielleicht wäre es aber auch eine Marketing-Lücke für kleine Brauereien?

Heute ist es immer noch üblich, daß an Orten, an denen dies nicht ausdrücklich verboten ist, geraucht wird.
Aber brauchen wir wirklich ein neues Gesetz im menschlichen Miteinander? Kann man das nicht untereinander ausmachen? Mann gegen Mann? Wie wäre es damit, der Kultur, ungefragt stinken zu dürfen, eine neue Kultur des ungefragten Wasserpistoleneinsatzes gegen Raucher entgegenzusetzen?
Ja, das ist albern, aber wenn solche individuellen Gegenmaßnahmen nicht erwünscht sind, bleibt noch die gesetzliche Maßnahme. Dagegen kann man in Fällen wie diesen auch als Liberaler nichts einwenden.
TF

Tatsache ist doch, dass Politiker in den Zeiten der Verunsicherung immer wieder einmal gerne den starken Mann heraushängen lassen. Verunsicherung herrscht überall dort, wo Menschen sich für etwas entscheiden müssen. Erfahrungsgemäß tun sich Menschen aber hierbei schwer. Wenn dann einer kommt, die Sache anpackt und kurzerhand eine Änderung herbeiführt, gilt solches Tun schon als Entscheidungsstärke. Damit einher gehen oftmals Gängelungen, die niemand tolerieren würde, wenn er nicht auch einen vermeintlichen Vorteil hätte.
Die Nichtraucher klatschen Beifall. Gehen sie aber nun öfters in Kneipen? Wohl kaum. Wenn dies der Fall wäre, hätten in der Vergangenheit Kneipen mit Rauchverbot ja enorme Geschäfte machen müssen. Was nicht der Fall ist.
Also muss die Gesundheit der Angestellten herhalten. Passive Gefährdung durch rauchende Gäste. Doch wie groß ist diese Gefahr tatsächlich. Interessanterweise gibt es hierzu so gut wie keine wissenschaftlich fundierte Studie. Das Bundesgesundheitsministerium spricht von jährlich 500 Toten durch Passivrauchen. Hieß es an anderer Stelle nicht auch schon, dass Passivrauchen gefährlicher als aktives Rauchen sei. Man kann auch mit Aussagen Stimmung und Politik machen, die nicht stimmen. Überraschung?

... haben die Raucher angesichts der aktuellen unerträglichen Gängelung meine volle Sympathie ! Wie in der Politik gilt auch hier analog: 'Freiheit ist immer nur Freiheit des Andersdenkenden' (zu dem Satz stehe ich, auch wenn Rosa Luxcemburg, der diese Aussage zugeschrieben wird, ihn kaum auf ihre politischen Gegner angewendet haben wollte).

Das Problem ist nicht das Rauchverbot, sondern das Einrichten von Raucherraeumen. Wenn nirgends geraucht werden darf, leiden die kleinen Kneipen auch nicht.