Folgen des Rauchverbots

Der Umsatz ist verdunstet

Vom Rauchverbot in Gaststätten sind vor allem sogenannte Einraumkneipen betroffen. Dort können die Wirte keine Raucherzone ausweisen. Die Folge: Die Gäste bleiben fern - und der Umsatz sinkt dramatisch. Von Judith Lembke, Frankfurt

Lesermeinungen zum Beitrag

07. Januar 2008 11:08

@ Thomas Frieling

Bertram von Steuben (Elim_Garak)

Wirklich eine interessante Frage, die Thomas Frieling da gestellt hat:

Darf ein arbeitsloser, nichtrauchender Kellner eine angebotene Stelle als Kellner in einem Raucher-Restaurant jetzt ablehnen ???

Kennt da ein Fachkundiger eine Antwort ???

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07. Januar 2008 08:19

Wer wird durch das Gesetz geschützt?

Thomas Frieling (TFrieling)

Haben wir denn wirklich die freie Wahl, uns dem Rauch zu entziehen?

Wie steht es mit Heranwachsenden, die zusammen mit anderen in eine Diskothek gehen? Natürlich haben diese die scheinbare Wahl, stattdessen zu Hause zu bleiben. De facto werden sie aber trotzdem den Rauch hinnehmen, da für durchschnittlich Veranlagte die Anziehungskraft des Lokals einfach übermächtig ist.

Natürlich kann ich als Verkäufer versuchen, mit meinem Kunden mittags in ein Nichtraucherlokal zu gehen. Manch einem gefiele das möglicherweise. De facto kann ich mir die Gesprächspartner aber nicht aussuchen und bin dann doch wieder den Rauchern ausgeliefert.

Natürlich kann ich darauf verzichten, mit der Familie essen zu gehen - ich tue dies im kleinen Kreis seit Jahren, wenn man Nordsee, Karstadt und MacDonalds mal nicht mitzählt. Wenn ein Essen im größeren Kreis ansteht, läßt sich dies aber de facto nicht durchhalten.

Natürlich kann ich darauf verzichten, mich in Buswartehäuschen unterzustellen, wenn es regnet, natürlich könnte ich versuchen, einen trockenen Platz zu erobern, indem ich die Unhöflichkeit des Rauchers mit ähnlichen Frechheiten beabtwortete.

Und wie ist es mit der Freiheit des Arbeitslosen, eine Stelle als Kelner abzulehnen?

TF

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06. Januar 2008 22:54

Bjoern Lehmann: "Warum etwas verbieten, wenn sich niemand dran stört?"

Herrmann Mueller (Herbie_2005)

Woher wissen Sie, daß sich niemand dran stört? Fragen Sie die anderen Gäste des Restaurants? Oder auch diejenigen, die -- wenn geraucht wird -- erst gar nicht kommen?

Ich plädiere dafür, daß wir uns von den völlig überflüssigen Ausnahmeregelungen verabschieden.

Meine rauchenden Kameraden vom Sportverein schimpfen bisher nicht; sie rauchen jetzt erheblich weniger. An einem Kneipenabend nicht mehr anderthalb Schachteln, sondern drei bis vier Zigaretten.

Ich habe -- trotz gewisser handwerklicher Mängel -- vor einer Politik, die eine wünschenswerte gesellschaftliche Veränderung mal nicht nur -- wie sonst immer -- über eine Gehirnwäsche in den Schulen zu erreichen versucht, sondern den Hebel mal dort ansetzt, wo das Problem wirklich besteht.

Sonst bleibt es nämlich dabei, daß in den Schulen eine Suchtpräventionsveranstaltung die nächste jagt, so daß die Schüler tagsüber z.B. engagiert Plakate beschriften, auf denen die schlimmen Folgen des Rauchens aufgelistet werden, Rollenspiele durchführen usw., während sie abends in der Disko wieder fest zu den (Ketten-)Rauchern gehören und damit die Sinnlosigkeit der Präventionsmaßnahmen offenbaren.

Die gesetzliche Regelung ist unbequem, aber ehrlich und trifft alle, nicht nur die Schüler.

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06. Januar 2008 17:05

Laßt den Wirt selbst entscheiden!

B. Lehmann (lemdax1)

Ich bin Raucher und von diesem Rauchverbot genervt! Aber es ist eine Tatsache, dass Rauchen ungesund ist und stinkt. Nichtraucher sollten die Möglichkeit haben, ohne eine derartige Belästigung ausgehen zu können. Wenn das Rauchen zukünftig nur in abgetrennten Bereichen möglich ist, dann ist dies gewährleistet. Mit Bezug auf die einräumigen Eckkneipen halte ich die "spanische Lösung" jedoch für erheblich besser. Soll doch der Wirt selbst entscheiden! Aber von einem generellen Rauchverbot halte ich nichts. Warum etwas verbieten, wenn sich niemand dran stört? Man kann es auch echt übertreiben. Oder wollen da jetzt einige den radikalen Erzieher spielen? In diesem Fall sag ich nur:Nein, danke!

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06. Januar 2008 16:02

Ausdruck von Willkür und Inkonsequenz

Dirk Bremer (dataxpress)

Wohl an mit der undifferenziert akzentuierten Intoleranz von Nichtrauchern in diesem Forum, die selbst in Zeiten des Rauchverbots eine Einraumkneipe vielleicht einmal pro Jahr von innen sehen. Ergreifend auch ihre fachlich fundierten Betrachtungen von Suchtverhalten. Für eine moralisch gute Sache hat man eben immer betroffen zu sein!
Natürlich darf das "Gejammere übers Rauchverbot" und das "dumme Gerede vom Kneipensterben" nicht verstummen, solange der Verdacht besteht, daß das Nichtraucherschutzgesetz Grundrechte beeinträchtigt bzw. verletzt und dadurch nicht zuletzt die wirtschaftliche Basis von Gewerbetreibenden gefährdet und in den Wettbewerb eingreift. Die Begründung der Verfassungsbeschwerde des Dehoga ist ja nicht etwa an den Haaren herbeigezogen, sondern lässt durchaus prognostizieren, dass auch dieses Gesetz konsensfähiger nachgebessert werden muss. In diesem Kontext ist das Klagerecht der betroffenen Gastronomen, die bereits im Rahmen ihres Hausrechtes ganz gut eigenverantwortlich entscheiden können, ob sie rauchende oder nichtrauchende Gäste bewirten, wie im übrigen auch jedes anderen Gewerbetreibenden nur legitim. Unsere Verfassung als zentrales Rechtsdokument unterscheidet nicht zwischen Rauchern und Nichtrauchern.

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06. Januar 2008 16:01

Die beste Lösung

Stephan Herz (fazherz)

ist der bayerische Weg. Konsequent ohne Ausnahmen. Keine Nebenräume, Festzelte und andere "rettende Anker". Schumanns Bar in München voll wie immer, Bar Centrale,Nero ebenso.
Der "Verein zur Erhaltung der bay.Wirtshauskultur" sollte seine Mitglieder lieber schulen wie man gutes Essen und Getränke zubereitet anstatt die Daseinsberechtigung nur auf den Aschenbecher zu reduzieren.
Seid dankbar für die bay. Rigorosität denn sonst hätte jedes Dorf von März bis November ein Zelt auf der Wiese das , abwechselnd von Schützen, Keglern und Feuerwehr betrieben, dem Dorfwirt die Gäste wegnähme !



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06. Januar 2008 15:42

Alles verbieten, ihr Moralapostel, es ist kaum zum aushalten.

Alexander Dillenburg (Dillenburg1)

Rauchen, Trinken, Essen, Autos, usw., alles verbieten, natürlich immer mit irgend einem Überbau:
der Gesundheit der Kinder in der Eckkneipe, der Rentenversicherung, der Krankenversicherung, der Umweltverschmutzung, der sozialen Gerechtigkeit, Europa oder was auch immer. Was vergessen?
Waldsterben? Hühnergrippe? Islamischer Terrorismus und Migrantengewalttätigkeit vielleicht noch?

Ihr moralinsauren Gestalten, ihr seid kaum zum Aushalten, ganz ehrlich, und es schert mich nicht was ihr über mich denkt, ich will nur nicht von Euch belästigt werden, leider kann man das im heutigen Bashing-Zeitgeist nicht vermeiden. Es hängt mir trotzdem zum Halse raus.
Vor lauter Todesangst und Krebsgefahr zittern mir die Knie so wie Euch die Stimme bei der Moralpredigt.

In unserer Firma kann man nur noch aufs Klo, wenn ein Uruloge eine niedrige Schwermetallkonzentration nachweist, sonst muss man im Kanister alles mit nach Hause nehmen und als Sondermüll kostenpflichtig entsorgen.

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06. Januar 2008 15:25

Verräter Dehoga

Hendrik Schmehl (sirhen84)

Hätte die Lobby der Dehoga nicht Raucherräume in größeren Kneipen erwirkt gäbe es keine Probleme. Die Gäste bleiben ja nicht zuhause, sondern gehen in Kneipen mit Raucherräumen. Würde es ein generelles Rauchverbot für ALLE Räume geben, dann dürfte der Umsatzrückgang durchaus kleiner ausfallen... In so fern hat der Hotel- und Gaststättenverband seine kleineren Mitglieder zu Gunsten der Größeren übergangen

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06. Januar 2008 14:18

klare Regelungen erforderlich

Lars Uhlson (Uhlson)

Das eine ist das legitime Recht der Nichtraucher auf Schutz, das andere ist die Umsetzung. Auch wenn man wenig Mitgefühl für Raucher haben muss, die ihre Zigarette eben draußen rauchen - immer mehr Raucher rauchen schließlich auch nicht mehr in der eigenen Wohnung - so sollte die Regelung nicht gerade die kleinen Kneipen gefährden.
Das wäre nicht der Fall gäbe es nicht diese letztlich wachsweiche Raucherraumregelung - die letztlich ja auch nicht wirklich befriedigend ist - wer will schon in diesen völlig verqualmten Räumen sitzen.
Das ist dann wie zuletzt in den ICEs, als die Raucher lieber im Nichtraucherabteilgesessen haben, aber zum Rauchen ins Raucherabteil gegangen sind.
Aber zu einer klaren Regelung fehlte der Mut - trotz der starken Sprüche die sonst so gerne aus Politikermündern kommen. Die Umstellung ist dann letztlich eine Frage der Gewohnjheit.

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06. Januar 2008 13:41

Wirtschaftsinteressen vs. Vitalinteressen

Stefan Pohl (friedrich_leipzig)

Es ist erschreckend, mit welcher cynischen Abgebrühtheit hier Wirtschaftsinteressen gegen Vitalinteressen abgewogen werden. Dabei sollte doch jedem civilisierten Menschen klar sein, daß Freiheit dort ihre Grenze finden muß, wo andere beeinträchtigt werden. Schon das Rauchen im Freien ist eine Dreistigkeit, da hier regelmäßig Passanten von den Rauchschwaden (und natürlich auch den herumliegenden Kippen) belästigt werden. Hier aber soll gar das »Recht« gerichtlich erstritten werden, in Räumen zu rauchen, die ja auch von Lieferanten, Handwerkern, Courieren und anderen betreten werden müssen, die sich das eben nicht heraussuchen können. Wer seinen Lebensunterhalt zulasten der Gesundheit anderer verdient, kann doch nicht auch noch Rechtsschutz für sein obszönes Tun fordern.
Wenn das Tabakrauchen schon — obwohl wesentlich addiktiver als z. B. der Cannabismißbrauch — vom Gesetzgeber gegenüber anderem Drogenmißbrauch privilegiert wird, dann sollte doch wenigsten sichergestellt sein, daß es nicht in der Öffentlichkeit, nicht in Mietshäusern, nicht in Gegenwart von Kindern geschieht oder sonst irgendwo, wo die Möglichkeit besteht, daß der Raucher außer sich selbst jemandem schaden könnte. Sollte eigentlich selbstverständlich sein, oder?

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06. Januar 2008 13:33

Rauchen als zerstörerische Droge grundsätzlich verbieten.

norbert doerre (ndoerre)

Um süchtig zu werden, durchläuft ein Raucher meist in der Jugend eine Durchhaltephase in seiner Raucherclique, um im sozialen Gruppenzwang mithalten zu können. Um von Rauch süchtig zu werden, muß der Raucher zunächst also ein Martyrium durchlaufen. Süchtige begründen ihre Sucht immer mit dem Genuß, den sie beim Rauchen empfinden. In Wahrheit ist es nur die Beruhigung der durch die Sucht manipulierten Gehirnstruktur.
Erwachsene Raucher in Kneipen sind ja wenigstens noch unter sich und somit wieder in ihrer sozialen Suchtgruppe. Raucher, die ihren eigenen Kindern eine Qualmatmosphäre bieten, handeln dagegen sträflich. Die Sucht des Einen geht immer zu Lasten des Anderen. Wie schwer es ist, vom Rauchen loszukommen, bezeugen die vielen vergeblichen Versuche innerhalb eines Raucherlebens. Das Suchtpotential ist in der Tat vergleichbar mit dem von Heroin. Ein grundsätzliches Rauchverbot, auch in Privaträumen, kann daher nur weiterhelfen; denn wir haben es mit einer Droge zu tun, die das Gehirn manipuliert und die Gesundheit schwerstens schädigt. Raucher fügen durch ihr Suchtverhalten ihrer unmittelbaren Umwelt großen Schaden zu, indem sie die zwanghafte Befriedigung ihrer Sucht auch noch als persönlichen Genuß empfinden.

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06. Januar 2008 13:28

Ich kann es nicht mehr hören

Markus Schoeps (MSchoeps)

Es ist interessant, wie weit fortgeschritten die Abhängigkeit und Sucht bei den Rauchern sein muss, wenn sie nicht einmal zwei Stunden im Restaurant oder in der Kneipe auf die Zigarette verzichten können.

Das Rauchverbot ist absolt überfällig und absolut notwendig. Ich möchte nicht wissen, wie niedrig mein Krankenkassenbeitrag wäre, wenn ich nicht die Raucherlungen meiner Mitbürger mitfinanzieren müsste (was sich natürlich auch auf andere Dinge wie Alkoholabhängigkeit, etc. ausdehnen ließe).

Wo ist das Problem? Es soll jeder selbst abwägen und entscheiden, ob ihm der Kneipenbesuch oder seine Abhängigkeit wichtiger ist. Das Gejammer über die ach so unzumutbaren 10 Meter Fußweg bis vor die Tür kann ich jedenfalls nicht mehr hören, ebensowenig wie das dämliche Geschwätz, dass die Zigarette ja unbedingt zu einem guten Essen dazu gehöre!

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06. Januar 2008 13:24

@Klaus P. Lücke (microplan2002)

Andreas Neubert (Citizen_Kane)

"Freiheit ist immer nur Freiheit des Andersdenkenden".

Und was ist mit der Freiheit der Nichtraucher? Es gibt durchaus Nichtraucher die das anders als Nichtraucher sehen als Sie. Die Freiheit dieser Andersdenkenden sollten wir dann auch nicht vergessen.

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06. Januar 2008 13:19

Inkonsequent

Sylvander Mackay (Sylvander)

Das Hauptproblem ist doch nur der relative Wettbewerbsnachteil, weil es in Deutschland mal wieder nur eine halbherzige Reform gibt. Statt das Rauchen in allen Kneipen, Discos, Restaurants komplett zu verbieten wie in Irland, Italien, Britannien usw. gibt es bei uns 1000 Ausnahmen. Nur dadurch koennen die Kunden in die Raucherkneipen ausweichen, wodurch kleine Kneipen tatsaechlich einen Nachteil haben.
Duerfte man nirgends rauchen, waere es wie in unseren Nachbarlaendern, keine Umsatzrueckgaenge, die Leute rauchen vor der Tuer, ganz einfach.
Exkurs> Wie aber soll eine REgierung unsere Sozialsysteme reformieren, wenn sie sogar zu feige ist, Rauchverbote und Geschwindigkeitsbeschraenkungen einzufuehren?

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06. Januar 2008 13:09

Freiheit und Unfreiheit

Hanns-Joachim Buschek (hjb58)

Das Rauchverbot für kleine Eckkneipen ist Gängelei und scheint mal wieder typisch deutsch zu zu sein. Spanien hat eine gute Regelung für Einraumlokale. Der Gast hat die Freiheit, eine Raucherkneipe zu betreten oder nicht. Der Wirt hat die Freiheit, sich dem Dunst auszusetzen oder für sein Lokal ein Rauchverbot zu bestimmen. Aber wir müssen Vorschriften machen. Bei den Schwächsten jedoch, die sich nicht wehren können, lassen wir unverantwortlichen Müttern und Vätern die Freiheit, das Kind schon im Mutterleib und später in der Wohnung der Eltern zu schädigen, ohne dass es sich dagegen wehren kann. Für diese Fälle sollte man ein Rauchverbot verhängen und unter Strafe stellen, auch wenn es schlecht kontrolliert werden kann. Aber die Kinder haben bekanntlich die schwächste Lobby, sie sind noch kein Wahlvolk.

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