Sie war unglaublich schön, unglaublich intrigant, so verführbar wie verführerisch - und eine ziemliche Zimperliese: Für Jahrtausende war Zypern die Insel der Liebesgöttin Aphrodite. Mit ewiger Harmonie, so zeigt auch eine gelungene Ausstellung in Hildesheim, hat das wenig zu tun. Von Dieter Bartetzko
Das New Yorker Museum of Modern Art ehrt die für ihre extremen Performances berühmte Marina Abramović mit einer Retrospektive. Die Aktionskünstlerin kam persönlich zur Eröffnung und will 700 Stunden im Museum sitzen bleiben. Von Jordan Mejias, New York
Mit einem ungewöhnlichen und bereits bewilligten Kunstprojekt wollen Thomas Demand und der Londoner Architekt Caruso St John in Zürich einem chinesischen Widerstandsakt ein Denkmal setzen. Doch die SVP will es, vom Minarettverbot beflügelt, per Volksentscheid stoppen. Von Niklas Maak
Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg besitzt eine der bedeutendsten Sammlungen von Gemälden, Skulpturen und Kunsthandwerk des sechzehnten bis achtzehnten Jahrhunderts. Nach langer Renovierung wird kommende Woche der neu gestaltete Galeriebau eröffnet. Von Andreas Kilb
Anarchischer Geist: Seit mehr als fünf Jahrzehnten hat sich Günther Uecker dem Nagel als künstlerischem Material verschrieben. Die Eisenstifte wogen auf seinen Bildern wie sturmdurchtostes Dünengras. Heute wird der Künstler achtzig Jahre alt. Von Niklas Maak
Vom Olymp in den Orkus und wieder zurück: Im neunzehnten Jahrhundert wurde er als Star gefeiert, danach verbannte man sein Werk ins Treppenhaus. Nun wird endlich der malende Historiker und Moralist in London wiederentdeckt. Von Eduard Beaucamp
Der Mythos des Malergenies Vincent van Gogh gründet sich auch auf seinen schriftlichen Nachlass. Denn zeitlebens hat er schreibend geordnet, was er später in seinen Gemälden schuf. Eine Londoner Ausstellung feiert van Gogh nun endlich auch als Autor. Von Gina Thomas
Je monumentaler seine Werke, desto höhnischer sein Blick auf die Gattung: Der deutsche Bildhauer Thomas Schütte hat zuletzt der Landessparkasse Oldenburg eine provozierende Skulptur vor die Tür gesetzt. Jetzt feiert ihn Madrids Museum Reina Sofía. Von Werner Spies
Ein traumatisierter Draufgänger: Der Maler, Schriftsteller und Musiker Uwe Lausen wird in der Schirn wiederentdeckt - der dritte Abstecher der Kunststadt Frankfurt in tragische Künstlerkarrieren aus den sechziger und siebziger Jahren. Von Swantje Karich
Der Streit um den wahren Namen der Mona Lisa tobt: Wer aber auf die Urlandschaft im Hintergrund des Porträts und auf die Exaktheit ihres Lächelns blickt, wird erkennen, dass Mona Lisa ihren Namen zu Recht trägt. Von Hans Belting
Mit Hilfe von Sponsoren und Stiftungsgeld: Das Museum der bildenden Künste in Leipzig hat seinen Bestand erweitert, und freut sich über Max Klingers krudes Gemälde Der Pinkelnde Tod. Von Camilla Blechen
Warum haben unsere Vorfahren die Byzantiner so sehr verachtet und bekämpft? Und warum sind wir heute so von ihnen fasziniert? Die Bundeskunsthalle in Bonn zeigt den Glanz von Byzanz und vergisst dabei, die ganze Geschichte zu erzählen. Von Andreas Kilb
In einem kleinen Dorf der Provence lebt zurückgezogen eine Weltberühmtheit: der britische Zeichner Ronald Searle. Was trieb ihn, der heute neunzig Jahre alt wird, dorthin, und wieso wird sein riesiges Werk künftig in Deutschland aufbewahrt? Von Andreas Platthaus
Im Kunstsystem verschieben sich die Gewichte: Was in Museen gezeigt wird, bestimmten früher unabhängige Experten - an ihre Stelle treten Privatsammler und ihre Lieblingskünstler, deren Karrieren völlig steuerbar werden. Von Niklas Maak