
Fakt ist, dass Beuys nicht für alle KUNST-LehrerInnen „wichtig“ war. „Parteien“-Unabhängige hatten NICHT „mit Beuys gegen ihre Lehrer gekämpft, die Beuys für einen Scharlatan hielten“. Den „erweiterten Kunstbegriff“ propagierten NICHT alle (Kunst-)Lehrer, denn Bewusstseins-Bringen á la Beuys erkannten viele als nicht „korrekt“: Nicht-jeder-Mensch-ist-ein-Künstler. Beuys’ Gesellschaftsbild wurde durchschaut, durfte aber auf jeder documenta gepredigt werden. Gegen „L’art pour l’art“ hat sich Prof. Spies in seiner Kiefer-Laudatio ausgesprochen. Eine extreme Gegenposition zu der durch Spies laut SZ (20.11.) „hingerichteten“ klassischen abstrakten Moderne (damit auch der Postmoderne-Abstraktion) ist Spies’ Kunst-Auffassung mit zweckbestimmter, politisch-agitatorischer Zielrichtung (Beuys & Co). Der Mythomane und Beuys-Schüler Kiefer belegte auch mit seiner Dankes-Rede wiederum, dass er DER Mann der zeitgenössischen „L’art pour le mythe & la mystique“ ist. Dem „schamanisch-depressiven Mythensucher“ Beuys galt die Friedenspreis-Rede (posthum) ebenso. Beuys’ Werk war als „Anti-&-Nicht-Kunst“ musealisierbar und vermarktbar. Ob Meme seiner magisch-mythischen „Kunst“-Welt kulturelle Evolution (Erkenntnis) förder(te)n, ist die große Frage!

"Die Revolution sind Wir" heisst die Ausstellung und man sollte ruhig den bekanntesten Satz von Beuys wiederholen "Jeder Mensch ist ein Künstler". Der Kurator dieser Veranstaltung im Hamburger Bahnhof, Eugen Blume, betont auch die heutige Bedeutung dieses Satzes: Jeder soll die künstlerischen Formungskräfte in sich wahrnehmen. Ob der Mensch in der Schule, Fabrik oder bei einer Zeitung arbeitet. Er kann in sich den Künstler wachmachen, um als Kreativer, als Schöpfer in der Gesellschaft zu wirken. Die Erwähnung von Claude Levie Strauss war auch wertvoll, denn wir brauchen jetzt die Anregungen zur gesellschaftlichen Veränderung nötiger denn je, nachdem uns das goldene Kalb zusammengebrochen ist...