Jüdische Gemeinde

Flick sagt Teilnahme an Gedenkfeier ab

Friedrich Christian Flick

Friedrich Christian Flick

07. September 2004 Der Kunstsammler und Industriellen-Erbe Friedrich Christian Flick hat seine Teilnahme an der Jubiläumsfeier für die Berliner Synagoge Rykestraße an diesem Sonntag abgesagt. Er wolle damit die Jüdische Gemeinde Berlin vor internem Streit schützen, sagte der Vorsitzende Albert Mayer am Dienstag in Berlin und bestätigte damit einen Bericht der „Berliner Zeitung“.

Gegen die Einladung zum hundertsten Geburtstag der Synagoge war Kritik aus der Gemeinde und dem Zentralrat der Juden in Deutschland laut geworden. Zentralrats-Mitglied Michael Fürst hatte die Einladung in der „Netzeitung“ eine „schmerzliche Instinktlosigkeit“ genannt. Ruth Galinski, Witwe des früheren Zentralrats-Vorsitzenden Heinz Galinski, hatte ihre Teilnahme an der Feier abgesagt. Sie sei empört, daß die Gemeinde den Erben des NS-Rüstungslieferanten eingeladen habe.

Hintergrund des Streits ist die geplante Ausstellung mit Bildern aus dem Besitz Flicks. Mitglieder des Zentralrats hatten sich gegen die Schau ausgesprochen. Die gezeigten Kunstwerke seien letztlich mit „Blutgeld“ erworben worden, da Friedrich Christian Flicks Großvater einer der größten Rüstungsindustriellen in der NS-Zeit war und Tausende Zwangsarbeiter in seinen Firmen arbeiteten.

Die Ausstellung wird am 21. September von Flick und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) im Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart in Berlin eröffnet. Flick hat seine Sammlung von etwa 2000 zeitgenössischen Kunstwerken für sieben Jahre als Leihgabe zur Verfügung gestellt und dafür den Umbau der benachbarten Rieck-Hallen für sieben Millionen Euro bezahlt.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AP

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