27. Mai 2004 Der Streit um die Ausstellung der "Flick Collection" in Berlin spitzt sich weiter zu. Michael Fürst, Direktoriumsmitglied des Zentralrates der Juden in Deutschland, fordert jetzt, den Kurator der Ausstellung, Eugen Blume, abzuberufen.
Blume, der auch das Museum Hamburger Bahnhof leitet, habe im Zusammenhang mit der Kontroverse um den Kunstsammler Friedrich Christian Flick vor einer Vermischung von Kunst und Politik gewarnt und gemeint, Kunst schaffe stets eigene geistige Räume und setze sich über "episodenhafte Ereignisse der Geschichte" hinweg.
Der Zentralrat der Juden, der dem Sammler, Enkel des Rüstungsfabrikanten und Kriegsverbrechers Friedrich Flick, "eine Art moralischer Weißwäsche von Blutgeld" vorgeworfen hat, hält Blumes Äußerung für empörend und verlangt dienstrechtliche Konsequenzen. Diese verbale Entgleisung zeige einen erschreckenden Mangel an Urteilsfähigkeit, Blume verhöhne damit Millionen Opfer.
Eine Sprecherin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der das Schreiben von Fürst am Donnerstag noch nicht vorlag, bedauerte die "mißverständlichen Äußerungen". Herr Blume werde sich dafür entschuldigen.
Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.05.2004, Nr. 123 / Seite 39