29. Juni 2004 Der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Peter-Klaus Schuster, hat es abgelehnt, die geplante Ausstellung der umstrittenen Sammlung Flick zu verschieben. Er reagierte damit auf Forderungen nach einem Moratorium.
In seiner ersten öffentlichen Äußerung zu dem erbitterten Streit um die Flick-Collection sagte Schuster gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Mittwochsausgabe): Wir sind das Moratorium. Wir sorgen dafür, daß die Sammlung sieben Jahre lang in Berlin zu sehen sein wird. Sieben Jahre lang wird diskutiert werden.
Er kündigte zugleich ein umfangreiches Begleitprogramm zu der Präsentation an. Ihm liege daran, sagte Schuster, unsere Besucher über die deutsche Geschichte und die Geschichte der Familie Flick nicht unwissend zu lassen, ihnen aber auch nicht die Folie der deutschen Vergangenheit überzustülpen. Er fände es ganz unangemessen, beispielsweise die Arbeiten von Bruce Nauman auf eine Familiengeschichte von Flick zu reduzieren.
Schuster bezeichnete die Debatte über die Flick-Collection als Teil dieses großen Projektes. Sie werde zu Recht geführt. Berlin sei der geradezu ideale Ort für eine Befragung der Kunst durch eine fragende Öffentlichkeit. Friedrich Christian Flicks öffentlich gemachte Absicht, seinem Familiennamen eine hellere Seite hinzuzufügen, nannte Schuster ein legitimes Anliegen. Er zeigte sich zuversichtlich, daß die Debatte am Ende gute Folgen zeitigen werde. Er hoffe auf eine konsensuale Einsicht aller Parteien, sagte Schuster der F.A.Z..
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