Kunstkompaß 2006

Richter weiter Spitze - Aufsteiger Immendorff

25. Oktober 2006 Der Kölner Maler Gerhard Richter (74) bleibt weiterhin der bedeutendste Künstler der Gegenwart. Dies ermittelte der „Kunstkompaß“ des Wirtschaftsmagazins „Capital“. Mit 16.650 Punkten Vorsprung sicherte sich der gebürtige Dresdner (siehe auch: Gerhard Richter in Düsseldorf) aufs Neue den ersten Platz in der Rangliste der weltweit gefragtesten Künstler. Das teilte „Capital“ am Mittwoch in Köln mit. Die Punkte vergibt der „Kunstkompaß“ für Ausstellungen, Publikationen und Verkäufe.

Ein „eindrucksvoller Aufstieg“ sei dem Düsseldorfer Maler Jörg Immendorff (siehe auch: Der Kanzler eröffnet eine Retrospektive von Jörg Immendorff) gelungen. „Produktiv wie nie zuvor“ kletterte der schwerkranke Künstler (siehe auch: Jörg Immendorff im Interview) laut „Kunstkompaß“ von Platz 42 auf Rang 13 und belegte darüberhinaus in einem Ranking der Aufsteiger den dritten Platz.

Höchste Aufsteigerin: Shirin Neshat

Rang Zwei der Top-Künstlerliste erklomm der amerikanische Video- und Objektmacher Bruce Nauman, der den Kölner Maler Sigmar Polke auf den dritten Platz verdrängte. Rang Vier behauptet wie im vergangenen Jahr die deutsche Konzeptkünstlerin Rosemarie Trockel (Köln) (siehe auch: Kunst: Rosemarie-Trockel-Werkschau in Köln), gefolgt von der in Paris lebenden hochbetagten Bildhauerin Louise Bourgeois auf Platz 5. Die „größte Überraschung“ lieferte nach Einschätzung der Kompaß-Ermittler der 39jährige dänische „Installationsvirtuose“ Olafur Eliasson, der sich von Platz 15 auf Position 9 katapultierte.

Beim Ranking der Top-100-Aufsteiger belegt die iranische Videokünstlerin Shirin Neshat Platz Eins. Der Theatermann Christoph Schlingensief habe sich hier mit einer Museumsinstallationen auf Position 92 plazieren können. Der Sprung unter die „Top 100“ gelang in diesem Jahr laut „Capital“ erstmals dem 1970 geborenen Deutschen Jonathan Meese (von Platz 139 auf 87) (siehe auch: Die Hamburger Deichtorhallen zeigen Jonathan Meese), der Italienerin Monica Bonvicini (123 auf 70), den Briten Rachel Whiteread (104 auf 90), Liam Gillick (115 auf 92) und Tacita Dean (138 auf 98), der Amerikanerin Barbara Kruger (102 auf 97) und der Albanerin Anri Sala (131 auf 98).



Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AP, Christopher Burke, dpa, F.A.Z.-Dieter Rüchel, Gerhard Richter, Museum Moderner Kunst Frankfurt a.M., picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa/dpaweb, picture-alliance/ dpa/dpaweb, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Sotheby's, Verein der Freunde der Nationalgalerie

 
Die Nummer eins: Gerhard Richter Gerhard Richters “Sekretärin“ aus dem Jahr 1964 (Ausschnitt) Auf Platz drei: Sigmar Polke Sigmar Polke, “Doppel-Portrait“, 1963/64 Georg Baselitz: “Weibliche Figur“ (1994) Aufsteiger: Jörg Immendorff „Daddy’s Striptease Room” von Rosemarie Trockel, 1990 Gerhard Richter: „Wolken”, Öl auf Leinwand, aus dem Jahr 1978 Skulptur von Bruce Nauman - der Amerikaner belegt in diesem Jahr Rang 2 Klonballett: Sigmar Polke, “Engel“, 1962 Georg Baselitz ist Sechster Georg Baselitz: “Das große Pathos“ Immendorffs Gemälde “Gyntiana“ Louise Bourgeois, “Selbstporträt: La Nausée“, 2001