Robert Rauschenberg ist tot

Die Wirklichkeit in Stücke gebrochen

Robert Rauschenberg bereitete der Pop-Art den Weg, später mit John Cage der Medienkunst. Mit großer Geste hatte er die Welt ins Museum geholt, nun musste er sie verlassen: Er starb am Montag im Alter von 82 Jahren in Florida.

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14. Mai 2008 14:48

Dada war vor Rauschenberg

F. Berndkaster (Berndkaster)

Kuriositäten in der Kunst werden heute sehr oft mit der amerikanischen Kunst in Beziehung gebracht, doch speziell in der Malerei sind ihre Wurzeln wohl eher in Europa zu suchen. Unbestritten zählt Rauschenbergs Werk zu den ganz großen der Moderne. Allerdings sollte man dabei auch im Gedächtnis behalten, dass der eigentliche Anstoß zu einer radikalen Veränderung des Kunst- und Kulturbegriffs von Europa ausgegangen ist. Die Berliner Dada-Szene beispielsweise dachte und handelte revolutionierend in direkter Auseinandersetzung mit allen neuen Kunstrichtungen des europäischen Kontinents. An sie gemahnend seien hier nur die Namen Hannah Höch, Bader, Arp und Kurt Schwitters genannt. Eine dialektische Auseinandersetzung mit der Kunst zu jener Zeit, kannte die USA noch gar nicht. Tradition und Revolution in der Kunst haben sich m.E. in der entscheidenden Phase in Europa abgespielt. In den USA wurde der Faden aufgenommen und radikal ausprobierend in allen möglichen Varianten modernen Kunstrtreibens und Schaffens weiter gesponnen. Rauschenbergs Verdienst ist es, dass er seinen eigenen individuellen Webfaden gewoben und sich wie ein wunderbares Muster in das Gesamtbild des Welt-Kunst-Teppichs aller Völker gefügt hat.

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