LIDL und Spätdadaismus: Jörg Immendorff

Jörg Immendorff gestorben

Einmal Nationalmelange ohne Zucker

An diesem Montag starb Jörg Immendorff an den Folgen seiner Nervenkrankheit. Bei allem lederjackenhaft-kumpeligen Auftritt und allen Kokain- und Bordellskandalen hat er die Arbeit am eigenen Künstlermythos entschlossen auseinandergenommen: Darin liegen sein Verdienst und seine Bedeutung. Ein Nachruf von Niklas Maak.

Lesermeinungen zum Beitrag

04. Juni 2007 23:54

von der Mao- zur BILD-Bibel

Jörg Neubauer (Island)

Immendorffs letzte größere Werke waren ein riesiges Kitschportrait von Gerhard Schröder und die von ihm dekorierte BILD-Bibel, die Diekmann 2006 stolz auf der Leipziger Buchmesse vorstellte.

Man könnte auch sagen, immer dem Erfolg nach - von der Mao- zur BILD-Bibel. Eine klassische deutsche Karriere.

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29. Mai 2007 09:36

Einmal Nationalmelange ohne Zucker

ernst spycher (450409)

Jörg Immendorf ist es, als einem seiner wenigen Zeit- und Artgenossen gelungen, eine Spur zu hinterlassen. Das ist schon viel, und vorallem selten, aus heutiger Sicht.
Dafür ist ihm zu danken.

Ernst Spycher

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28. Mai 2007 20:43

Jörg Immendorff - An J. Schmidtmann & Co.

Dagmar Gold (arteviva)

Wer es schafft, eine eigene Bildsprache und einen unverkennbaren Personalstil zu entwickeln, hat schon Großes geleistet, das ihn von vielen anderen Mitmenschen absetzt. Immendorff hat es geschafft, der Bildenden Kunst neue und eigene Impulse zu verleihen. Sein Stellenwert in der Gegenwartskunst war oder ist nicht immer erkannt worden.

Kritik geht schnell von den Lippen. Allein, jeder sollte sich selbst fragen, was er denn an Bahnbrechendem, an für andere Menschen Wichtigem, geleistet hat.

Viele Menschen, darunter auch ich, werden diesen großen Künstlers, der viel zu früh gestorben ist, vermissen.

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28. Mai 2007 19:43

Bitte nicht diese ewigen Was ist Kunst - was ist Nichtkunst

angela roberts (angero)

Kunst ist ja nun mal ein stetiger Aushandlungsprozeß, es gibt keinen Kunstgott, der zu Gericht sitzt und sagt: Lieber Mensch, jetzt irrst Du aber, was Du für Kunst hälst...

Es ist Kunst, was der Mensch dafür hält - wie bei allem anderen auch - ein gutes Fußballtor ist ein nur ein gutes Tor, weil das vorher so definiert wurde.

Man muss damit aber keinesfalls übereinstimmen, manchem ist sein Eisbein mit gutem Recht lieber als ein Dreisternemenu.

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28. Mai 2007 18:49

Zum Glück

Marion Limmer (MarionMUC)

ist's nun mal so hienieden, die Geschmäcker sind verschieden. Über Kunst läßt sich nicht streiten. Außer, schmidtmann3, über die Kunst der Orthographie. Da nicht jeder ein solcher Künstler ist, gibt es Rechtschreibprogramme. Die Anschaffung eines solchen möchte ich Ihnen dringend empfehlen.

Immendorff hinterläßt eine Lücke, soviel steht fest.

Möge er seinen Frieden gefunden haben.


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28. Mai 2007 14:28

Es ist nicht alles Kunst

Jürgen Schmidtmann (schmidtmann3)

was uns als Kunst verkauft wird. Ich denke da an Beus und sein Butterfleck oder sonstige Dummeiten, die die Kunstwelt euphorisch feierte. Dem Künstler Immendorff kann ich auch nicht immer folgen. Muss ich auch nicht. Kunst ist für mich die Pieta, Mona Lisa usw. Aber nicht eine aus dem politischen Denken abgeleitete Schaffensweise, die nichts schafft.

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