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documenta 12

Befreiung aus der Gefangenschaft des Marktes

Spezial Mit der documenta in Kassel wurde am Samstag die wichtigste Schau der Gegenwartskunst eröffnet. Und diesmal gelingt ihr tatsächlich so etwas wie ein Neuanfang: Sie macht Schluss mit Spektakel und bietet Raum für die Kunst. Thomas Wagner hat die Ausstellung besucht.

Lesermeinungen zum Beitrag

10. Juni 2007 15:55

An die documenta-Träger: Keine Entkunstungs-Experimente mehr zulassen!

Werner Hahn (wernerhahn)

Heftig enttäuscht müsste Hessens Ex-Ministerpräsident Eichel zur d12 sein, der als Aufgabe der KUNST-Schau erklärt hatte, eine documenta müsse die „Qualität des gegenwärtigen Kunstschaffens widerspiegeln“ (HR3 17.7.1995). Er dachte dabei an den „Zweck“ der documenta (§ 2 im Gesellschaftsvertrag): „Förderung des allgemein Besten auf geistig-kulturellem Gebiet“. Heute sagen KUNST-Kritiker über die d12: „Eine
optische Zumutung mit zweifelhaften Axiomen und obskuren Arbeiten“ (FAZ); dies wird belegt, wenn z. B. Buergels „bloßes Leben“-Motto als „undurchdacht“ und „Begriff ohne Wirklichkeitskorrelat“ erkannt wird („Agambenbimbambum“ J. Kaube in FAZ S. D 4, Nr. 131). Der d12-Zentralbegriff „Migration der Formen“ erweist sich ebenfalls als an den Haaren herbeigezogen (gezwungen): Köstlich hierzu das Titanic-Magazin (wenig satirisch -!- auch im Internet): Spiel eines beliebigen Korrespondenzen-Andichtens. Die Nicht-Kunst-Witze des Weiwei-Neo-Readymades, von Molekularküchen-Chef Adrià und des Mohnfeld- und Reisanbau-Polit-Kitsches sowie der Kunst-und-Propaganda-Giraffe eines Friedl (Werner Spies S. D2 ebenda), von Basbaum-Wannen, Afif-Verstärker/Gitarren etc. sind als Entkunstungs-Zumutungen des R.M.B. zu sehen und abzulehnen.

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