
Heftig enttäuscht müsste Hessens Ex-Ministerpräsident Eichel zur d12 sein, der als Aufgabe der KUNST-Schau erklärt hatte, eine documenta müsse die „Qualität des gegenwärtigen Kunstschaffens widerspiegeln“ (HR3 17.7.1995). Er dachte dabei an den „Zweck“ der documenta (§ 2 im Gesellschaftsvertrag): „Förderung des allgemein Besten auf geistig-kulturellem Gebiet“. Heute sagen KUNST-Kritiker über die d12: „Eine
optische Zumutung mit zweifelhaften Axiomen und obskuren Arbeiten“ (FAZ); dies wird belegt, wenn z. B. Buergels „bloßes Leben“-Motto als „undurchdacht“ und „Begriff ohne Wirklichkeitskorrelat“ erkannt wird („Agambenbimbambum“ J. Kaube in FAZ S. D 4, Nr. 131). Der d12-Zentralbegriff „Migration der Formen“ erweist sich ebenfalls als an den Haaren herbeigezogen (gezwungen): Köstlich hierzu das Titanic-Magazin (wenig satirisch -!- auch im Internet): Spiel eines beliebigen Korrespondenzen-Andichtens. Die Nicht-Kunst-Witze des Weiwei-Neo-Readymades, von Molekularküchen-Chef Adrià und des Mohnfeld- und Reisanbau-Polit-Kitsches sowie der Kunst-und-Propaganda-Giraffe eines Friedl (Werner Spies S. D2 ebenda), von Basbaum-Wannen, Afif-Verstärker/Gitarren etc. sind als Entkunstungs-Zumutungen des R.M.B. zu sehen und abzulehnen.