Worum es auf der documenta geht

Eine erste Werkschau

Durchbrechung von Sehgewohnheiten: Die documenta 12

Durchbrechung von Sehgewohnheiten: Die documenta 12

09. Juni 2007 Keine Leistungsschau der Gegenwartskunst soll die documenta 12 sein, sondern drei Fragen beantworten: Ob die Moderne unsere Antike sein kann, die Frage nach dem „bloßen Leben“ - und die, ob und wie ästhetische Bildung heute gegen die Zumutungen der Gegenwart hilft. Kann die Kunst Antworten geben? Eine erste Werkschau.

Start: Manglano-Ovalle: Politischer Truck

Die documenta 12 beginnt am 16 Juni.



Text: F.A.Z., 09.06.2007, Nr. 131 / Seite X2
Bildmaterial: Peter Friedl/Geneviève Frisson

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Iñigo Manglano-Ovalle

Politischer Truck

Iñigo Manglano-Ovalle: Phantom-Truck

„Phantom Truck“ nennt der spanische Künstler Iñigo Manglano-Ovalle seine große documenta-Arbeit. Und ist damit den von Colin Powell im UN-Sicherheitsrat vorgestellten irakischen Lastwagen mit installierten Biowaffenlabors auf der Spur.

Das alte Persien

Unsere Gegenwart

Persische Miniatur aus dem 14. Jahrhundert

Das älteste Exponat der diesjährigen documenta, eine persische Zeichnung aus dem vierzehnten Jahrhundert, ist so etwas wie ein kunsthistorischer Schlüssel zu der Kunstschau, die auf die „Migration der Formen“ setzt.

Peter Friedl

Die Giraffe, die Kunst und die Propaganda

Peter Friedls ausgestopfte Giraffe

Wer die ausgestopfte Giraffe des österreichischen Künstlers Peter Friedl in der documenta-Halle sieht, denkt an zweierlei: An das ausgestopfte Pferd Maurizio Cattelans und an die Giraffe schlechthin, an Zarafa, die einst eine Massenhysterie auslöste.

Martha Rosler

Bilder finden für die „Bowery . . .“

„Die Bowery in zwei unzulänglichen Beschreibungssystemen“ (Bild)

Martha Roslers Foto-Text-Installation „Die Bowery in zwei unzulänglichen Beschreibungssystemen“ von 1974/75 zeigt Bilder von einem Spaziergang durch die New Yorker Künstlergegend Bowery, die nichts entdecken wollen und bewusst keine Menschen zeigen - ein Werk der Verweigerung.

Gerhard Richter

Begreifen mit dem Körper

Gerhard Richter

Die Lolitahaftigkeit dieses Kinderporträts von Gerhard Richter ließe an gewisse Gemälde von Balthus denken; man weiß aber, dass das Bild kurz nach dem 18. Oktober 1977 entstanden ist, also im Eindruck des so genannten Deutschen Herbstes. Das verändert alles.

Iole de Freitas

Skulptur belebt die Utopie

Iole de Freitas

Wie ein anderes Leben „eingeräumt“ werden kann, ist eine der zentralen Fragen der documenta 12. In diesen Forschungsbereich gehört auch die raumfüllende Skulptur der 1945 geborenen Brasilianerin Iole de Freitas.

Louise Lawler

Pollock und das Leben der Formen

Pollock mit Suppenschüssel: Louise Lawler

Warum steht eine Suppenterrine unter einem angeschnittenen Drip Painting von Jackson Pollock? Die Antwort ist zunächst ganz simpel: Die farblichen Korrespondenzen bezaubern. Doch es steckt noch mehr dahinter.

Cosima von Bonin

Erfahrungsräume am Reisfeld

Fundstücke wie hastig ausgezogene Hosen: Cosima von Bonin

Cosima von Bonins Objekte sind Reflexionen über Architektur - aber auch über das Ausstellen selbst. Das bereitet im Kleinen vor, was die documenta 12 als Ganzes auch sein will - eine Ausstellung über Möglichkeiten und Formen des Ausstellens.