Von Niklas Maak
08. Juni 2007 Das Nachdenken über Architektur und Raum nimmt auf dieser documenta einen wichtigen Platz ein. Die temporäre Ausstellungshalle in der Aue, die mal wie ein Labyrinth wirkt und mal wie eine überdachte Piazza, will nicht nur ein Behälter für Kunst, sondern selbst Kunstwerk sein: eine sozialutopische Skulptur, die eine Ideallandschaft für neue gemeinsame Erfahrungen werden soll, eine Antwort auf die Frage, wie ein anderes Leben eingeräumt“ werden kann.
In diesen Forschungsbereich gehört auch die raumfüllende Skulptur der 1945 geborenen Brasilianerin Iole de Freitas. Ihre aus gebogenem Stahl und Plexiglas errichtete Arbeit ist ein geschwungenes Labyrinth, das den Geist der tropisch erhitzten Schwungmoderne eines Oscar Niemeyer in eine freie Form verwandelt und in die Gegenwart weiterwuchern lässt. Man wünschte sich, dass ein paar Architekten auf der documenta diesen Geist weiterspinnen dürften.
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Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Julia Zimmermann/documenta