Schneiders Würfel

Hamburg ist Mekka

Die schwarze Kiste: Aus Angst vor Anschlägen wurde der provokante „Cube“ des deutschen Künstlers Gregor Schneider in Venedig verboten. Jetzt steht der Kunst-Würfel in Hamburg. Ist er mehr als eine Provokation?

Lesermeinungen zum Beitrag

30. März 2007 12:06

Als Moslem empfinde ich keine Provokation...

Servet Kizilkaya (Sergen)

Und das diese wundervolle Kunstwerk in Hamburg steht ist auch toll :-) Kunst kann eben auch geschmackvoll sein.
Es wäre auch mal schön, wenn ein Kunstwerk z.B. Abbild Hagia Sophias in Berlin Stadtmitte stehen würden.

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30. März 2007 09:48

Neo-Suprematismus und Anti-Suprematismus überwinden Malevitschs Quadrat

Werner Hahn (wernerhahn)

Man hat im konstruktivistischen „Schwarzen Quadrat“, das für Malevitsch eine Art Nullpunkt darstellte, den äußersten Grad an Abstraktion (Gegenstandslosigkeit) gesehen: ein Bildzeichen der totalen Ereignis- und Konfliktlosigkeit mit „Selbstaufhebung des Gestaltungsaktes“ (Werner Hofmann). Anders als bei Malevitsch, visualisiert mein „Urform-Modell“ (samt Theorie) nicht (!) das „Nichts“, die „Leere“, „das Ende“, „das Nichtsein“; eine philosophisch und bildkünstlerisch-(natur)wissenschaftlich ganz andere Gegenposition zur manifesthaft entwickelten Theorie des dogmatisierenden Suprematismus: Entgegen der Lehre von „reiner Gegenstandslosigkeit“ basiert kontradiktorisch ars evolutoria (Evolutionäre Natur-und-Kunst-Ästhetik) auf nicht-gegenstandslosen Grund-Formen bzw. -Schwingungen/Farben/Lichtern vollkommenster (schönster) Art, die anschaulich „Ikone“ um den „Nullpunkt der Welt(en)“ darstellen sollen. Sie sind weitestgehend hypothetisch-realistisch Modelle, denen als „schönstes“ Dreieck (Plato) ein wahres (nicht gleichseitiges!) „Elementardreieck“ zugrunde liegt. Raumordnung geht hier zum „Nullpunkt“ ohne sich (wie Malevitsch) gegen das Tatsächliche, Objektive zu wenden.

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22. März 2007 03:16

Provokation für wen?

Klaus Meyer (deutschlaender2)

Das fragt man sich unwillkürlich im Fall des Venezianisch-Berliner-Hamburger Würfels. Zuerst hatten die Medien gehofft, es sei eine Provokation für die Moslems, um dann umso besser wieder deren Intoleranz anprangern zu können.

Aber leider Fehlanzeige, nicht nur ist der Kubus keine Provokation für sie, sie fühlen sich sogar "gebauchpinselt" (Originalton eines Hamburger Moschee-Vorstandes).
In diesem Moment kippte die Sache. Moslems fühlen sich von moderner Kunst gebauchpinselt? Da stimmt was nicht, das Gegenteil hat doch gefälligst der Fall zu sein! Kunst hat zu provozieren, und zwar bevorzugt Moslems, weil das hinterher immer so'n schönen Skandal gibt.

Also wird jetzt angefangen, den Fehler im Kunsterk zu suchen. Vielleicht ist es gar kein Kunst- sondern nur ein Machwerk? Und überhaupt, etwas, das die Moslems nicht nur nicht provoziert, sondern ihnen möglicherweise sogar gefällt, hat im öffentlichen Raum nichts zu suchen! Wo kämen wir da hin, diesen frauenbeschneidenden Verfassungsfeinden Schwulenhassern (der allseits verehrte Theo van Gogh pflegte von Ziegenf...ern zu sprechen) auch noch öffentlich etwas zu Gute tun zu wollen!

Mal sehen, wie lange unsere vielbeschworene Kunstfreiheit das aushält, bevor sie einknickt ...

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