07. November 2006 Zwei Tage nach dem Diebstahl eines wertvollen Gemäldes von Max Ernst auf der Art Cologne in Köln fahndet die Polizei weiter nach dem Täter und dem gestohlenen Werk. Es gibt noch keine Hinweise, sagte Sprecher Christoph Gilles am Dienstag. Die Kölner Polizei habe Sicherheitslücken festgestellt, die allgemein auf Messen schwer zu vermeiden seien. Denn beim Auf- und Abbau sind viele Menschen beteiligt, oft werden auch Firmen beauftragt.
Am Montag hatte die Polizei bekannt gegeben, daß das abstrakte Bild Ohne Titel von Max Ernst (1891-1976) gestohlen wurde. Der Wert des um 1957 entstandenen Ölgemäldes wird auf 165.000 Euro geschätzt. Auch eine 70 Zentimeter große Bronzeskulptur des Künstlers A.R. Penck mit dem Titel Kleiner Totem (1986) wird den Angaben zufolge vermißt. Wir haben für die Diebstähle keine Erklärung, da wir an allen Ein- und Ausgängen Sicherheitspersonal positioniert haben, sagte eine Art-Cologne-Sprecherin am Dienstag.
Sicherheitsrisiko auf Messen
Es habe Taschenkontrollen bei allen Messebesuchern beim Ein- und beim Ausgang gegeben. Der bestohlene Galerist hatte das Fehlen des Bildes während des Abbaus am Sonntagabend bemerkt. Gegen 20.00 Uhr waren drei Mitarbeiter und ich damit beschäftigt, die ersten Bilder von den Wänden zu nehmen. Die Sicherungen waren schon gelöst. Dabei muß es passiert sein. Wir haben uns kurz umgedreht, und das haben die Täter offenbar ausgenutzt, sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger.
Das Gemälde sei nicht einzeln gegen Raub gesichert gewesen, sagte Polizeisprecher Gilles. Allgemein könnten Diebstähle auf Kunstmessen leicht passieren. Auch auf der Art Cologne sei in früheren Jahren etwas gestohlen worden. Die Polizei sucht nun in Datenbanken und erhofft sich Hinweise aus der Öffentlichkeit. Noch gestalte sich die Suche jedoch sehr schwierig, da die Ermittler bislang kein Foto des Gemäldes erhalten hätten. Und es gibt von Max Ernst mehrere Bilder mit dem Namen 'Ohne Titel', sagte Gilles.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: F.A.Z.
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