29. Januar 2008 Tausende unveröffentlichte Negative des legendären Kriegsreporters Robert Capa (1913-1954) sind in Mexiko aufgetaucht. Das bestätigte die Fotoagentur Magnum am Dienstag in Paris und bestätigte damit einen Bericht der New York Times.
Die Bilder aus dem Spanischen Bürgerkrieg galten viele Jahre als verschollen, wie die Zeitung berichtete. Capa hatte sie in einen Koffer gepackt und vor dem Einmarsch der Deutschen 1940 in Paris zurückgelassen. Der gebürtige Ungar und spätere Gründer von Magnum war bis zu seinem Tod in Vietnam selbst der Ansicht, die Negative seien zerstört worden. Stattdessen war der Koffer auf abenteuerlichem Weg nach Marseille gelangt. Ein mexikanischer General und Diplomat nahm ihn von dort aus mit nach Mexiko-Stadt, wo der Koffer über ein halbes Jahrhundert lang versteckt blieb.
Mitte der neunziger Jahre gab es Gerüchte, dass die Bilder noch existierten. Das New Yorker Museum International Center of Photography (ICP), das Capas Bruder Cornell gegründet hatte, nahm daraufhin Kontakt mit den Erben des Generals auf. Nachdem die Rechte geklärt worden waren, konnte der Koffer nach New York überstellt werden, wie die Zeitung berichtete. Das ist der heilige Gral von Capas Werk, sagte Brian Wallis, der Chefkurator des ICP.
Experten erhoffen sich von der Durchsicht der Bilder vor allem Aufschluss über eines der berühmtesten Fotos Capas vom Tod eines Soldaten im Spanischen Bürgerkrieg aus dem Jahr 1936. Die Echtheit der Schwarz-und-Weiß-Aufnahme mit dem Titel Loyalistischer Soldat im Moment seines Todes wird seit den siebziger Jahren angezweifelt.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AFP, REUTERS
