Das Foto des Jahres 2008

Das hätten wir dem Zufall nicht zugetraut

Das Verhältnis von Malerei und Fotografie war immer von Konkurrenz geprägt - und besser auf den Punkt wurde das schon lange nicht mehr gebracht als in diesem Bild, das bei den Lead Awards als „Foto des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Von Julia Voss

Lesermeinungen zum Beitrag

09. März 2008 19:21

Warum geht es in diesem Bild nicht mehr um Politik?

Beatrix Windheuser (hammerfest)

Der sozial- und wirtschaftskritische Diskurs wird im Heiligendammer Hotel ausgeblendet. Wo der Sprache der Mund verboten wird, verleiht die körperliche Präsenz dem Protest Ausdruck.Wie reagiert der G8- Gipfel? Er hält sich die Protestierenden mit Wasser vom Leib, vom Rezensenten als "wie bei der biblischen Sintflut" bezeichnet. Nur diesmal nicht von Gott, sondern von der Polizei!
Darin liegt das Politische dieses Bildes und in der Antwort des Staates: Die Polizei steht als Übersetzung der Sprachordnung drohend im Hintergrund.

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07. März 2008 17:16

eben doch keine Malerei

Peter Kolb (thales4)

Es stimmt: ein Augenblick erstarrt zur Ewigkeit wie in einem Barockbild. Das war´s aber auch schon. Das gemalte Barockbild sagt noch viel mehr aus,- es hat einen "Subtext", der hier fehlt. Und es hat eine viel stärkere Sinnlichkeit. In dieser Fotographie gelingt lediglich etwas, das so ähnlich ist wie...! Das ist zu wenig. Das hat nichts eigenes, nichts, was die Malerei eben nicht kann. Coverversion!

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