
Das Museum wirft sich dem Kommerz in die Arme. MURAKAMIs „Kunst“ kann als „Kunst“ einer „Kunst der Evolutionslosigkeit“ gesehen werden, wenn sich auch MURAKAMI-Meme in bestimmten empfänglichen „Kunst“-Hirnen fortpflanzen werden. Dass MURAKAMI die „Revolution“ Marcel Duchamps und des All-is-pretty-Warhol in einem art-Interview bewundert, kann man angesichts von Syntax und Semantik der Werke des Japaners gut verstehen. Wenn der Künstler aber behauptet, er trage zur „Evolution der Kunst“ bei, so ist das anzuzweifeln. Evolutionsprinzipien (Auslese, Anpassung etc.) gelten in Kunst und Kunstgeschichte und dienen letztlich der Erkenntnis des Wesens der Welt und unseres Selbst. Im Stammbaum der bildenden Kunst wird sich MURAKAMI – mangels kulturellem Tiefgang - als absterbendes Seitenzweiglein etablieren (negatives Mem-Produkt). Seine momentane „Berühmtheit“ im nervigen Kunstbetrieb verdankt „Japans Andy Warhol“ den neofeudalen, autoritären Strukturen des öffentlich geförderten Marktes (MMK-Beispiel). Der Kult um MURAKAMI hat nur dann Sinn, wenn es sich um „Kunst als Glaubenssystem und nicht als Wissenssystem“ handelt: Peter Weibel postulierte, in Zukunft werde die Kunst „weniger im Feuilleton als im Wirtschaftsteil besprochen“.